Array ( [2000] => Home [2005] => Nachrichten [1011] => Marktkurzinfos [1026] => Marktanalysen [1016] => Reportagen [1044] => Über Uns [1046] => Das Team [1045] => Mediadaten [2021] => Impressum [2022] => AGB )
17.03.2015

Ex-Weltmeister Looser übt Kritik an Spitzenvoltigierern

Nach dem Ende der Weltcupsaison 2014/2015 richtet der Schweizer Ex-Weltmeister Patric Looser einen dringenden Appell an seine aktiven Kollegen, den Voltigier-Weltcup besser zu nutzen und ihn als Chance für den Sport zu verstehen.

Weil ihr gewohntes Voltigierpferd Brahm nicht zur Verfügung stand, verzichtete das Tiroler Weltmeister-Pas-de-deux Lukas Wacha und Jasmin Lindner auf einen Start beim Weltcupfinale in Graz. © Daniel Kaiser
Weil ihr gewohntes Voltigierpferd Brahm nicht zur Verfügung stand, verzichtete das Tiroler Weltmeister-Pas-de-deux Lukas Wacha und Jasmin Lindner auf einen Start beim Weltcupfinale in Graz. Ob zu Recht oder zu Unrecht, darüber scheiden sich die Geister.
© Daniel Kaiser
„Ich hoffe, dass die Voltigierer den Weltcup in Zukunft ernster nehmen und die Stationen besser besucht sein werden“, wird Looser in einer Presseaussendung zitiert. Dass es beim Finale in der Steiermark kurzfristig zu zahlreichen Absagen gekommen war, ärgert den in Köln lebenden Schweizer. „Die Priorität sollte ganz klar beim Weltcup liegen, bei dem wir mit den Spitzensportlern der anderen Disziplinen aufeinandertreffen und ein breites Publikum ansprechen können. Hier hat unser Sport eine große Chance, die wir unbedingt nutzen sollten“, so der 30-Jährige.
Patric Looser (SUI) apelliert an seine aktiven Kollegen den Weltcup besser zu nutzen. © Daniel Kaiser
Patric Looser (SUI) apelliert an seine aktiven Kollegen den Weltcup besser zu nutzen.
© Daniel Kaiser
Der Schweizer, der als Sprachrohr der Voltigierer seit vielen Jahren einen engen Kontakt zur FEI hält, verweist auch auf einen behutsamen und sensiblen Umgang mit dem Weltverband. „Noch haben wir die Unterstützung der FEI, aber wenn wir weiter so unüberlegt handeln, kann diese Unterstützung natürlich nicht garantiert werden“, sagt Looser. Er bezieht sich dabei nicht allein auf das Finale in Österreich. „Graz war nur der Höhepunkt. Es läuft auch sonst nicht rund. Es gibt einfach zu viele Absagen an jedem Turnier und einen schlechten Informationsfluss der Voltigierer an die Veranstalter, denen dann die Planung unnötig verkompliziert wird.“

Das Finale in Graz wurde von vielen Aktiven des Voltigiersports in der Tat geradezu stiefmütterlich behandelt. Über die vorangegangenen Etappen hatten sich vier österreichische Titel-Aspiranten (Lisa Wild im Einzelbewerb der Damen sowie die Pas de deux Lukas Wacha/Jasmin Lindner, Stefan Csandl/Theresa Thiel sowie Evelyn Freund/Stefanie Millinger) für das Entscheidungsturnier in Graz qualifiziert - nach verletzungsbedingten (Freund/Millinger) und beruflichen Ausfällen (Csandl/Thiel) zog schließlich auch das amtierende Weltmeisterpaar Lukas Wacha und Jasmin Lindner zurück, da ihr gewohntes Voltigierpferd nicht zur Verfügung stand womit nur noch Lisa Wild an den Start ging - die schlussendlich den Titel bei den Damen holte. Doch nicht nur die Österreicher glänzten vornehmlich durch Abwesenheit, auch aus anderen Nationen verzichteten zahlreiche Top-AthletInnen auf einen Start in Graz und damit auf einen möglichen Weltcuptitel.


Leihpferde als echte Alternative?

Der häufig genannte Grund der Pferdeschonung lässt Patric Looser übrigens nicht gelten. „Es gibt genügend Voltigierer, die sich sinnvoll organisieren und auf fremden Pferden mit großen Erfolgen starten“, verdeutlicht Looser - der selbst zweimal den Weltcup gewann - und verweist unter anderem auf den Franzosen Nicolas Andreani sowie die deutschen Bundeskader-Voltigierer aus Hamburg und Hannover. „Einen guten Voligierer zeichnet unter anderem auch aus, dass er sich auf ein anderes Pferd gut umstellen und einfühlen kann“, so Looser.

Doch ganz so einfach ist das Thema wohl nicht, wie jüngst Lisa Wild am eigenen Leib erfahren musste. Nur eineinhalb Wochen nach ihrem Weltcupsieg in Graz wurde Wild beim hochdotierten CVI in Doha - bei dem praktisch die gesamte Elite des Voltigiersports an den Start ging – im Klassement durchgereicht, weil ihr Leihpferd nicht den gewohnten Rückhalt bot. Mit jeweils der schlechtesten Pferdenote in zwei von drei Durchgängen war für die Salzburgerin im Endklassement nicht mehr als ein siebenter Rang möglich.

Weltcup soll aufgewertet werden

Nach dem Tadel für seine aktiven Kollegen gibt es aber auch Lob von Looser. Dieses gilt der FEI-Koordinatorin für die Disziplinen Fahren, Westernreiten und Voltigieren. Die Funkionärin habe sich nach der Absage aus Doha in Bezug auf das Weltcup-Finale für einen Ersatz-Austragungsort stark gemacht und die Horsedeluxe GmbH mit dem „Fest der Pferde“ in Graz ins Boot geholt.

Möglichkeiten für einen Ausweg aus der Misere wurden im Anschluss an das Turnier in Gesprächen zwischen Aktiven, Richtern und FEI diskutiert. Dabei wurde der Wunsch der vertretenen Voltigierer laut, den Weltcup aufzuwerten. Im Gespräch waren unter anderem die Vergabe von Worldranking-Punkten (bisher nicht der Fall) sowie eine Möglichkeit der direkten Qualifikation für das darauffolgende Championat. Die Ideen stießen bei Richtern und der FEI auf Zustimmung. Eine konkrete Ausarbeitung und Umsetzung soll in den kommenden Monaten erfolgen.
Passier Skyscraper
  • Passier  Passier