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19.03.2018

Extreme Kälte: Schon über 700.000 tote Pferde und Rinder in der Mongolei

Pferde die einfach im Stehen erfrieren – die derzeitige Kältewelle in der Mongolei fordert besonders unter den Nutztieren ihre Opfer. In den vergangenen Wochen starben fünfmal mehr Tiere als im gesamten Vorjahr.

Viele Pferde überleben die extremen Bedingungen eines "Dsuds" nicht. © Beatrice | fotolia.com
Viele Pferde überleben die extremen Bedingungen eines "Dsuds" nicht.
© Beatrice | fotolia.com
Starker Schneefall und extreme Kälte mit Temperaturen um -40 Grand Celsius haben in den vergangenen Wochen zu einem Massensterben von Nutztieren in der Mongolei geführt. Der „Dsud“, wie das Wetterphänomen von den Einheimischen genannt wird, ist im zentralasiatischen Binnenstaat keine Seltenheit. Laut der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung (IFRC) kam es in der Mongolei in der Vergangenheit alle zehn bis zwölf Jahre zu diesem Phänomen. Bedingt durch den Klimawandel haben sich die Abstände zwischen den extremen Wetterlagen jedoch immer weiter verkürzt. Der diesjährige Dsud ist nach 2016 und 2017 bereits der dritte in Folge. Die Auswirkungen insbesondere auf die Nutztiere sind dramatisch.

Wegen der großen Kälte und des heftigen Schneefalls sind die Tiere selbst nicht mehr in der Lage Nahrung zu finden. Zufutter ist vielfach nicht in ausreichender Menge vorhanden, sodass viele vor Hunger sterben oder einfach erfrieren. „Ich habe Pferde gesehen, die im Stehen erfroren sind“, wird ein Viehhändler auf Spiegel Online zitiert.

Nach Angaben des mongolischen Statistikbüros fielen dem Winterwetter bislang mehr als 700.000 Tiere zum Opfer - fünfmal mehr als im gesamten Jahr 2017.

In den Jahren 2009 bis 2011 erlebte die Mongolei den schlimmsten Dsud seit Langem, 8,5 Millionen Tiere, fast ein Fünftel des nationalen Bestandes, verendete an den Folgen der extremen Wetterlage. Zwischen 1999 und 2002 forderten die Dsuds das Leben von 11 Millionen Nutztieren. Eine Katastrophe, vor allem für die Hirtenfamilien der Region. Über 9.000 Familien verloren in dieser Zeit ihren gesamten Bestand, für 33.000 Familien halbierte sich die Viehzahl. Ohne ihre Herden fehlt den Menschen jegliche Lebensgrundlage. In der Folge ziehen Zehntausende in die Städte. Für die meisten von ihnen endet diese Reise in den Slums von Ulan-Bator.

ps
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