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28.07.2015

FEI hebt Suspendierung gegen Vereinigte Arabische Emirate auf

Tote Pferde, Dopingvergehen und haarsträubende Betrugsdelikte im Distanzreiten - damit soll nun ein für alle Mal Schluss sein. Wie der Weltreiterverband mitteilte, hat die Reiterliche Vereinigung der Vereinten Arabischen Emirate nun eine rechtlich bindende Vereinbarung zur Einhaltung der FEI-Regeln unterschrieben und damit ihre Wiederaufnahme in den Weltreiterverband ermöglicht.

Mit der Unterzeichnung einer rechtlich bindende Vereinbarung zur Einhaltung der FEI-Regeln hat der nationale Verband der Vereinigten Arabischen Ermiate eine Wiederaufnahme in den Weltreiterverband ermöglicht. © Gilly Wheeler / FEI
Mit der Unterzeichnung einer rechtlich bindende Vereinbarung zur Einhaltung der FEI-Regeln hat der nationale Verband der Vereinigten Arabischen Ermiate eine Wiederaufnahme in den Weltreiterverband ermöglicht.
© Gilly Wheeler / FEI
In den vergangenen Jahren hatten gehäuft grobe Missstände im Distanzsport für einen medialen Aufschrei gesorgt. Dabei waren es vor allem Reiter und Verantwortliche aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die die Endurance von einem Skandal in den nächsten ritten. Bemühungen der FEI, die Missstände auf gütlichem Weg zu bereinigen, blieben wirkungslos. Mitte März zog der Weltreiterverband schließlich die Notbremse, das FEI-Büro unter der Leitung des belgischen Präsidenten Ingmar de Vos veranlasste eine Suspendierung des Nationalen Verbandes der Emirate-Föderation auf unbestimmte Zeit. Dort reagierte man zunächst mit Unverständnis für das Vorgehen der FEI. Nach anfänglichen Protesten und einer Berufung, die vom FEI-Tribunal jedoch abgeschmettert wurde, konnte man nach viermonatigen Verhandlungen nun doch zu einer Einigung kommen.

Wie der Weltreiterverband am Montagabend in einem Pressestatement mitteilte, habe die Emirates Equestrian Federation (EEF) nun eine Vereinbarung unterzeichnet, in der sie garantiert, das Wohlergehen der Pferde voll zu respektieren und sich dazu verpflichtet, das FEI-Reglement bei allen nationalen und internationalen Distanzrennen im Land streng einzuhalten.

Die Vereinbarung umfasst u.a. die folgenden Punkte
  • Tödliche Unfälle von Pferden sollen künftig durch gezielte Maßnahmen verhindert werden;
  • Angemessene Ruhephasen werden respektiert;
  • Pferde sind während der Ruhephase nun auch für nationale Turniere gesperrt;
  • Der Einsatz von verbotenen Flüssigkeitsverabreichungen und laut FEI-Reglement verbotener Substanzen auf der Strecke, rundherum und innerhalb der Vet-Gates, wird verhindert;
  • Das verbotene Ersetzen von Pferden wird verhindert;
  • Es wird verhindert, dass sich verbotene Fahrzeuge auf der Strecke befinden;
  • Reiter und Pferde, die durch die FEI gesperrt wurden, werden von der IT der EEF automatisch auch für nationale Turniere gesperrt;
  • Die Rolle und die Autorität der Offiziellen bei ihrer Pflichtausübung wird zu jeder Zeit respektiert;
  • Die Einweisung und Schulung von Athleten, Trainern, Helfern, EEF-Mitarbeitern und Stalltierärzten wird noch vor dem Start der Distanzsaison 2015/2016 im Oktober durchgeführt;
  • Nach einem Todesfall richtet man sich nach den Regeln der FEI. Wo möglich, wird dasselbe Prozedere auch bei Todesfällen auf nationaler Ebene eingehalten;
  • Es wird ein unabhängiger, von der FEI abgesegnet Ratgeber, eingesetzt;
  • Interessenkonflikte werden vermieden;
  • Die Verteilung des Preisgeldes entspricht dem von der FEI abgesegneten Plan.
  • Die Regeln für nationale Rennen in den Vereinigten Arabischen Emiraten stimmen voll und ganz mit denen der FEI überein.
Ein monatlicher Bericht von der EEF an die FEI soll sicherstellen, dass geltendes FEI-Reglement künftig auch wirklich eingehalten wird und die Forderungen des Weltreiterverbandes strikt erfüllt werden. Zusätzlich verpflichten sich die Vereinigten Arabischen Emirate zur Unterstützung eines Forschungsprojektes, das die Gründe für die hohe Verletzungsrate bei Wüstenrennen unter die Lupe nimmt. In Bezug auf Doping soll ein neues, in den UAE eingeführtes Gesetz, dafür sorgen, dass der Handel und der Gebrauch verbotener Substanzen im Rennsport und anderen Pferdesportarten künftig wirkungsvoll unterbunden wird. Die Vereinbarung mit der FEI umfasst Maßnahmen, die im Falle eines Verstoßes gegen dieses Gesetz zu ergreifen sind.

Sonderfall Phantomrennen

Im Falle der mindestens zwölf Emirate-Distanzwettbewerbe, die angeblich nur auf dem Papier stattgefunden hätten, obwohl in der Datenbank der FEI offizielle Ergebnisse aufgeführt waren, ermittelt die Equestrian Community Integrity Unit (ECIU). Diese Angelegenheit werde unabhängig von der neuen Vereinbarung zwischen FEI und EEF untersucht, teilte der Weltreiterverband mit. Nichtsdestotrotz umfasse das neue Agreement Maßnahmen, die derartige Vergehen in Zukunft verhindern sollen.

Bei Verstoß droht neuerliche Sperre

Seitens der EEF bekundet man nun großes Interesse, die vereinbarten Punkte strikt einhalten zu wollen und sich künftig für das Wohlergehen der Pferde und der Reiter einzusetzen. Bei Verfehlungen ist man sich jetzt zumindest über die drohenden Auswirkungen im Klaren, denn mit der Unterzeichnung hat der Emirate-Verband zugestimmt, dass die FEI berechtig ist entsprechende Sanktionen vorzunehmen. Diese reichen unter anderem von der Wiedereinsetzung der Sperre bis hin zur Neuvergabe der Austragung der Distanz-Weltmeisterschaften 2016, die in Dubai stattfinden soll.

Die Vereinbarungen gelten vorerst für drei Jahre, können nach Ermessen der FEI jedoch verlängert werden.
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