Array ( [2000] => Home [2005] => Nachrichten [1011] => Marktkurzinfos [1026] => Marktanalysen [1016] => Reportagen [1044] => Über Uns [1046] => Das Team [1045] => Mediadaten [2021] => Impressum [2022] => AGB )
HV Polo Skyscraper
  • HV Polo  HV Polo
02.09.2015

FEI rückt sauberen Sport in den Fokus

Pferdewohl, Fair Play, gleiche Chancen für alle – der Weltreiterverband FEI hat sich einmal mehr den sauberen Sport auf die Fahnen geschrieben. Dass in diesem Bereich nach wie vor Handlungs- und Aufklärungsbedarf herrscht, beweisen zwei neue Dopingfälle.

Trotz umfangreicher Aufklärungsarbeit der FEI kommt es immer nach wie vor zu Fällen vorsätzlichen und unbeachsichtigen Dopings. © www.slawik.com
Trotz umfangreicher Aufklärungsarbeit der FEI kommt es immer nach wie vor zu Fällen vorsätzlichen und unbeachsichtigen Dopings.
© www.slawik.com
Betroffen sind ein französischer Distanzreiter, dessen Pferd positiv auf die verbotene Substanz Oxycodon (ein stark wirkendes Opioid-Analgetikum das zur Schmerzlinderung eingesetzt wird) und den kontrollierten Medikationsstoff Lidocain (ein Lokalanästhetikum) getestet wurde, sowie eine US-amerikanische Nachwuchsspringreiterin, bei deren Pferd die verbotene Substanz Capsaicin (die einerseits zur Schmerzlinderung verwendet wird, andererseits aber auch als Reizstoff zum Einsatz kommt) nachgewiesen werden konnte. Beide Reiter wurden ebenso wie ihre Pferde vorläufig für zwei Monate suspendiert.

Wenn Doping „passiert“

Nicht immer ist es vorsätzliches Doping, das die Anti-Doping-Komission der FEI aktiv werden lässt. Häufig kommt es zu „unbeabsichtiger Medikation“, die ebenso in einer Sperre von Pferd und Reiter endet, wie der vorsätzliche Einsatz unerlaubter Substanzen. Hier gilt der Grundsatz: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Diese Erfahrung musste jüngst auch Olympiasieger Steve Guerdat machen. Bei zwei seiner Pferde waren die verbotenen Substanzen Codein und Oripavin sowie die Controlled-Medication-Substanz Morphin nachgewiesen worden. Zwar konnte der Schweizer vor dem FEI-Tribunal glaubhaft machen, dass die positiven Befunde durch eine Futtermittelverunreinigung verursacht worden waren und eine Aufhebung seiner provisorischen Suspendierung erreichen – die Sperre seiner Pferde blieb jedoch aufrecht und Guerdat verlor seinen Startplatz bei den Europameisterschaften.

Auch der österreichische Pferdesport sah sich erst vor wenigen Wochen mit einem Fall "unbeabsichtigter Medikation" konfrontiert. Juniorin Rosa Schrot wurde unmittelbar vor dem Teambewerb bei der Heim-EM in Wiener Neustadt suspendiert, weil ihr Pferd Ocean’s Twelve knapp zwei Monate zuvor positiv auf die verbotenen Substanzen Clenbuterol und Dembrexine getestet worden war. Der Hannoveraner Wallach war wegen Hustens behandelt worden, Schrot laut OEPS-Sportdirektor Franz Kager über die Medikation nicht informiert.

Fälle wie diese zeigen, dass trotz umfangreicher Informationsarbeit durch die FEI seit der Lancierung der Clean-Sport-Kampagne im Jahr 2009 immer noch reichlich Aufklärungsbedarf besteht. Das wissen auch die Verantwortlichen im Weltverband. „Die Zahl der Veranstaltungen auf dem FEI Kalender ist in den vergangenen Jahren auf knapp 4.000 angewachsen, und als internationaler Dachverband liegt es in unserer Verantwortung dafür zu sorgen, unsere Athleten und den Sport zu schützen“, so FEI-Präsident Ingmar de Vos. Um dies auch in Zukunft zu gewährleisten, seien die Sensibilisierung und gesteigerte Bewusstseinsbildung Kernthemen. Beides ist angesichts der Tatsache, dass die Liste der kritischen Substanzen mittlerweile mehr als 1.000 Wirkstoffe umfasst, gar nicht so einfach. Hier sei es von entscheidender Bedeutung, dass sowohl die Athleten als auch deren Tierärzte wissen, was sie den Pferden verabreichen.

„Es ist völlig klar, dass kranke oder verletzte Pferde behandelt werden müssen. Allerdings ist es zur Sicherung der Integrität des Sportes wichtig, dass der Pferdekörper frei von sämtlichen problematischen Wirkstoffen ist, sobald es in einen Wettkampf geht“, brachte der Präsident die Haltung der FEI auf den Punkt. Es sei für die Rechtschaffenheit einer jeden Sportart wichtig, dass sie fair und sauber abläuft. Dieser Grundsatz gelte jedoch umso mehr, sobald ein Tier beteiligt ist, unterstrich de Vos die Verantwortung aller im Pferdesport tätigen Personen. „Das Wohl der Pferde und Fair Play waren stets zwei zentrale Säulen der FEI und werden es auch immer sein, betonte de Vos und fügte hinzu: "Bleib sauber, lautet die Botschaft."
  • Das könnte Sie auch interessieren