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06.10.2015

FEI will Dressur-Trainingsmethoden unter die Lupe nehmen

Die Negativschlagzeilen, mit denen der Dressursport in den vergangenen Monaten immer wieder für Aufsehen gesorgt hat, sind am Weltreiterverband nicht spurlos vorübergegangen. Eine Arbeitsgruppe soll sich nun gründlich mit den Trainingsmethoden in der Dressur befassen.

Gemäß Annex XIII des Handbuchs für Stewards der Sparte Dressur ist ein das extremes Überdehnen des Pferdehalses, wie auf diesem Bild gezeigt, lediglich für "ganz kurze Momente" erlaubt. Die Realtität sieht häufig ganz anders aus. © www.slawik.com
Gemäß Annex XIII des Handbuchs für Stewards der Sparte Dressur ist ein das extremes Überdehnen des Pferdehalses, wie auf diesem Bild gezeigt, lediglich für "ganz kurze Momente" erlaubt. Die Realtität sieht häufig ganz anders aus.
© www.slawik.com
Konkret ist es der Annex XIII des Dressurhandbuchs für Stewards, der von der neu geformten Arbeitsgruppe genau unter die Lupe genommen werden soll. Er beschäftigt sich neben den allgemeinen Regeln für das vorbereitenden Training sowie das Abreiten vor und nach dem Bewerb insbesondere mit der Dehnungsarbeit. Neben Skizzen, wie Dehnungsgymnastik unter geltendem FEI-Reglement aussehen darf, ist hierin auch die umstrittene 10-Minuten-Regel verankert. Sie besagt, dass der Reiter sein Pferd maximal zehn Minuten am Stück in einer überzäumten und gleichzeitig fixierten Kopf-Hals-Position arbeiten darf. Fixiert bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das Pferd in diesem Zeitraum nicht die Möglichkeit bekommt sich zu entspannen und den Hals lang zu machen.
Maximal zehn Minuten lang darf ein Pferd laut Annex XIII in fixierter LDR-Haltung geritten werden - für die meisten sind das zehn Minuten zu viel. © fotolia.com
Maximal zehn Minuten lang darf ein Pferd laut Annex XIII in fixierter LDR-Haltung geritten werden - für die meisten sind das zehn Minuten zu viel.
© fotolia.com
Dass der Annex XIII bei weitem nicht ausreicht um nicht pferdegerechtes Reiten auf dem Turnier wirkungsvoll zu unterbinden, haben die jüngsten Rollkur-Fälle in Aachen und Falsterbo wieder einmal eindrucksvoll bewiesen. Bilder von bis auf die Brust eingerollten Pferdehälsen bei strammst angezogener Kandare haben einen medialen Aufschrei verursacht – und dem Sport einen Bärendienst erwiesen.

Wie der fragliche Anhang ggf. verbessert werden kann um solche Bilder in Zukunft zu vermeiden, darüber soll sich nun eine hochkarätig besetzte Arbeitsgruppe Gedanken machen. Das wurde anlässlich eine Meetings am Montag in Lausanne beschlossen. Wer genau der Arbeitsgruppe angehören soll, wurde bei dieser Gelegenheit zwar noch nicht definiert. Fest steht aber, dass sie sich aus Vertretern des International Dressage Riders Club (IDRC), also der Interessensvertretung der internationalen Dressurreiter, dem International Dressage Trainers Club (IDTC), dem obersten Steward der FEI als Repräsentant der FEI Offiziellen, einem Veterinärexperten sowie einem Vertreter des Dressurkomitees zusammensetzen soll.
© Kseniya Abramova - fotolia.com
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“Wir hatten ein sehr konstruktives Meeting mit reichlich stichhaltigem Debatten und einigen interessanten Vorschlägen hinsichtlich der Arbeit der Stewards und der Richter", meinte Frank Kempermann, Vorstand des Dressurausschusses. „Es war ein wichtiger Schritt Einigkeit bei der Gründung einer Arbeitsgruppe zu erzielen, um dem Annex XIII auf den Zahn zu fühlen und ihn - soffern nötig - zu überarbeiten.“

Mit einer rigorosen Adaption des Annex XIII, die jegliche Form des extremen Flexionierens ausnahmslos verbietet, könnte die FEI dem Dressursport den längst überfälligen kräftigen Schubs in die richtige Richtung - nämlich hin zu mehr Pferdefreundlichkeit auch im Hochleistungssport - geben. Ob sie von dieser Chance Gebrauch machen wird, werden die kommenden Monate zeigen. In dieser Zeit soll ein Vorschlag ausgearbeitet werden, den man hernach dem FEI Büro zur Absegnung unterbreiten will. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit haben jedoch gezeigt, dass man die Erwartungshaltung allerdings nicht allzu hoch ansetzen sollte.
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