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25.09.2015

Fairer Pferdesport ist immer ein Gewinn

Der achtbarste Erfolg ist der Sieg über sich selbst – und der über den Ehrgeiz auf Kosten der Pferde.

Lukas Wacha und Jasmin Lindner - Österreichs Goldgaranten im Voltigiersport. © FEI - im|press|ions - Pascal Duran/Daniel Kaiser
Lukas Wacha und Jasmin Lindner - Österreichs Goldgaranten im Voltigiersport.
© FEI - im|press|ions - Pascal Duran/Daniel Kaiser
Vor genau einem Jahr waren Jasmin Lindner und Lukas Wacha auf unserem Cover bei ihrem Pas de deux in Caen zu sehen. Damals gewannen sie bei den Weltreiterspielen Gold. Auch heuer eroberten sie wieder mit ihrem außergewöhnlichen Konzept, mit einer noch nie gezeigten Kür-Choreografie anzutreten, eine Goldmedaille. Mutig – und sehr selbstbewusst, die beiden. Dass sie dieses Selbstvertrauen völlig zu Recht erfüllt, zeigten sie in einer kurzen Schrecksekunde, in der ihre geistesgegenwärtige Reaktion und ihre Improvisationskunst den Sieg retteten. Jasmin Lindner und Lukas Wacha sind wahrhaftig AusnahmeathletInnen, die fraglos erneut einen Platz auf dem Cover verdient hätten.

Es gab aber bei diesen Europameisterschaften in Aachen weitere österreichische Athletinnen, die über sich hinausgewachsen sind, Schwierigkeiten cool meisterten und mit Medaillen belohnt wurden: Evelyn Freund und Stefanie Millinger, die ein Sturz im Finale der WEG 2014 in Caen einen Podestplatz gekostet hatte, und Lisa Wild, die sich bei der Weltmeisterschaft 2012 bei einem Sturz schwer verletzt hatte. Die Leistung, sich nach solch einem Trauma wieder an die Spitze zu arbeiten, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Lisa Wild zeigte im Finale in Aachen wieder ihren berühmten Salto, den sie als einzige Athletin bei einem Wettkampf turnt und der sie beinahe ihre Karriere gekostet hätte. Sie muss diesen riskanten Sprung nicht zeigen, niemand zwingt sie dazu. Nur sie selbst. Wie groß die Anspannung gewesen war, zeigten ihre Tränen der Erleichterung nach der gelungenen Kür. Wir hätten das Cover in Würdigung all dieser Leistungen diesmal am liebsten dreimal vergeben – Lisa Wild steht damit stellvertretend für die großartigen österreichischen Voltigiererinnen und Voltigierer, die einmal mehr gezeigt haben, dass sie Weltklasse sind.

Auch auf die Leistungen der österreichischen PferdesportlerInnen in den anderen Disziplinen können wir stolz sein, alle gaben ihr Bestes und zeigten sich fair gegenüber ihren Pferden (leider keine Selbstverständlichkeit, wie sich in Aachen ernüchternd gezeigt hat, mehr dazu in unserem Oktoberheft auf Seite 64) – und mit ein wenig Glück wäre sogar noch die eine oder andere Medaille mehr drin gewesen. Mit Platz 6 im Medaillenranking müssen wir uns aber wahrlich nicht verstecken. Der achtbarste Erfolg ist schließlich der Sieg über sich selbst – und der über den Ehrgeiz auf Kosten der Pferde.
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