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10.05.2016

Fit für die Zukunft: Herausforderungen für die Pferdebranche

Die Pferdebranche sieht gravierenden Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Zucht entgegen. Gerold Dautzenberg, Vizepräsident des Österreichischen Pferdesportverbandes, über Hausforderungen und Chancen, die es zu meistern und zu nutzen gilt.

Demografischer Wandel, neue behördliche Auflagen, Kostensteigerung: Die Pferdebranche muss mit der Zeit gehen, will sie auch in Zukunft bestehen. © www.slawik.com
Demografischer Wandel, neue behördliche Auflagen, Kostensteigerung: Die Pferdebranche muss mit der Zeit gehen, will sie auch in Zukunft bestehen.
© www.slawik.com
Facebook statt Plaudern, Playstation statt Sport – die Freizeitgestaltung der Jugend hat sich in den vergangenen Jahren komplett neu gestaltet. Sie geht weg von Sport und Spiel, hin zur virtuellen Welt und Social-Media-Kontakten. Weg vom Bildschirm, hin zur Natur muss hier die Devise sein. Die Jugend muss wieder ein Verständnis für die Natur und das Pferd im Speziellen bekommen. Schon im Kindergarten muss durch einen spielerischen Zugang aktiv die Beziehung zum Pferd gefördert werden.

Neue Zielgruppen

Reiten ist heute klar eine Frauendomäne. War das Verhältnis zwischen Mann und Frau Anfang der 80er-Jahre noch großteils ausgewogen, so hat es sich im Jahr 2015 auf eins zu vier verändert. Junge Burschen sind also ein beinahe (noch) unangetasteter „Markt“. Auch ihnen sollen die vielen positiven Nebeneffekte des Pferdesports vermittelt werden: Werte wie Tierliebe und Empathie mit anderen Lebewesen gepaart mit Verantwortungssinn und Führungsstärke. Zudem muss die Pferdebranche auf den demografischen Wandel (alternde Gesellschaft) mit entsprechenden Angeboten für ältere Reiteinsteiger reagieren.

Änderung gesetzlicher Rahmenbedingungen

Die mit 1. Jänner 2016 in Kraft getretene Steuerreform betrifft auch die Pferdewirtschaft – mit nicht unwesentlichen Auswirkungen. Zwei Kategorien von Gesetzen und Verordnungen wirken nun auf die Branche: Neu erfundene (z. B. Registrierkasse) und strengere Kontrollen bei schon vorhandenen, aber in der Praxis kaum bis nie praktizierten Gesetzen (z. B. Gewerbeordnung) stellen Pferdebesitzer, Reitstallbetreiber und Turnierveranstalter vor neue Herausforderungen. Der Verein als Zentrum gesellschaftlichen Gedankenaustausches wird damit umgebracht, indem Gesetze brutal eingesetzt und exekutiert werden. Der Nutzen für den Staat ist mehr als fraglich. Nicht zuletzt gilt es, das Pferd als Nutztier zu definieren. Die ökonomische Auswirkung auf Landwirtschaft, Gewerbe und Landschaftspflege sollten in die Neubewertung einfließen.

Maßnahmen in der Pferdezucht

Auch in der Zucht bedarf es zukunftsorientierter Maßnahmen zur Stabilisierung der Pferdewirtschaft. Der Anspruch an das moderne Sportpferd hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt: Die Zucht wurde spartenspezifisch stark vorangetrieben – nicht selten zum Nachteil der Gesundheit des Pferdes. Sich wappnen für die Zukunft, aber dabei nicht zulasten der Pferde agieren – das muss (weiter) das Credo der Züchter sein.
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