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20.07.2011

Fit fürs Pferd – Teil 2

Sechs Wochen ist es her, dass wir unsere Autorin ins Fitness-Studio geschickt haben und sie für unseren ultimativen Fitnesstest keucht und schwitzt. Was hat sich in dieser Zeit getan? Und wie wirkt sich die Plackerei auf ihren Reitersitz aus?

Eineinhalb Monate Fitnessprogramm liegen nun hinter mir. Es war eine Zeit intensiver Selbstüberwindung, aber auch kleiner Erfolge, die mich zwar noch nicht zum Supersitz auf dem Pferd geführt haben, mir aber immerhin schon ein klein wenig neues Körpergefühl gebracht haben.

Erste Erfolge

In den vergangenen Wochen hat sich während meiner Pilatesstunden zumindest schön langsam eine durchgehende Sauerstoffzufuhr während der Übungen eingestellt. Körperspannung und Atmung sind für mich jetzt keine völlig unvereinbaren Dinge mehr. Bei der richtigen Konzentration bekomme ich während der Übungen nun regelmäßig Luft und muss nicht schon vorher wegen Sauerstoffmangels w. o. geben. Auch mein Balancegefühl und vor allem, und das freut mich persönlich sehr, meine Beweglichkeit haben sich in der kurzen Zeit deutlich verbessert. Da sich die einzelnen Pilatesübungen immer auf wenige bestimmte Muskeln konzentrieren, habe ich zumindest ansatzweise gelernt, ganz gezielt und bewusst einzelne Muskelpartien zu mobilisieren, um eine Bewegung einzuleiten oder eine Position zu halten.
Fit fürs Pferd © Pétrouche - Fotolia.com
© Pétrouche - Fotolia.com
Tja und dann ist da noch Bodywork. Und da waren sie wieder, meine drei Probleme: fehlende Koordination, Ausdauer und Körperspannung. Mit kleinen, aber beständigen Schritten wird die Koordination von Händen und Beinen während dieser Trainingseinheiten besser. Auf Anraten meines Trainers habe ich mich in den vergangenen Wochen nur auf meine Beintechnik konzentriert – und dabei erste Erfolge erzielt. Ich stehe nur noch selten völlig kopflos vor meinem Step und versuche wieder Anschluss an die Anderen zu finden.
Während der letzten Einheiten habe ich dann wieder versucht auch die Armarbeit dazu zu nehmen – mit mäßigem Erfolg. Sobald ich gegen den Rhythmus der Beine mit den Armen arbeiten soll, gerate ich sofort aus dem Takt. Hier gibt es eindeutig noch Optimierungsbedarf. Zumindest halte ich jetzt schon die ganze Stunde gut mit und brauche nur noch selten eine Verschnaufpause.

Was bei beiden Trainingsprogrammen deutlich zum Vorschein gekommen ist, ist die Asymmetrie meiner linken und rechten Körperhälfte in Bezug auf Kraft und Beweglichkeit. Beispielsweise habe ich im linken Bein mehr Kraft (es ermüdet wesentlich später bei Bodywork als das Rechte), dafür ist mein rechtes Bein deutlich beweglicher (ich spüre bei Pilates weniger unangenehmes Ziehen bei den Übungen) als das Linke. Abgesehen davon dürfte ich durch die Schreibtischarbeit eine völlig asymmetrische Oberkörperhaltung haben, denn nach jeder Pilatesstunde habe ich das Gefühl „neu ausgerichtet“ zu sein.

Auf dem Pferd

Ich hatte einmal einen Reitlehrer, der einen für mich sehr wichtigen Satz zur mir gesagt hat: "Egal wo du dich mit dem Pferd befindest (ganze Bahn große Tour, Volte, Schulterherein, …), wenn man dir in einer x-beliebigen Situation das Pferd unter dem Allerwertesten wegzaubert, solltest du immer auf deinen beiden Beinen landen.“ Dieser Satz beschäftigt mich seit zehn Jahren, da ich ihn zwar verstanden, aber nicht nachvollziehen konnte. Schließlich hört man doch schon in den ersten Reitstunden von den „Gewichtshilfen“, die, so hab ich das zumindest all die Jahre interpretiert, nur über eine Gewichtsverlagerung bis in den Bügel funktionieren können. Weit gefehlt! Zum ersten Mal in meiner Reiterlaufbahn, kann ich mein Gewicht auf dem Pferderücken verlagern, ohne dabei in einen Bügel mehr hinein zu treten als in den anderen – aus dem Bauch heraus, dank Pilates!

Diese Art der Gewichtshilfe kostet mich derzeit noch immens viel Konzentration und gelingt auch nicht immer, aber die Reaktion meines Pferdes auf eine Gewichtshilfe, die sich nicht bis in den Bügel hinunter zieht, war für mich spektakulär.

Wir alle wissen, dass der korrekte Sitz auf dem Pferd der Anatomie des Menschen nicht gerade entgegen kommt. Richtig kompliziert wird es vor allem dann, wenn auch noch Schenkel und Zügelhilfen dazu kommen. Spätestens hier arbeitet unser eigener Körper oft gegen uns. Die Kombination Pilates und Bodywork konnte mir jedoch bereits ein Stück weiter helfen, weil ich jetzt bewusst Beuger und Strecker (vor allem in den Beinen) einsetzen kann. Auch hier muss ich noch meinen ganzen Fokus auf diese separierte An- bzw. Abspannung der Muskeln legen, aber zumindest phasenweise funktioniert es schon und ich kann damit meinen Sitz stabilisieren und auch teilweise meine Hilfengebung präzisieren.

Den größten Teil meiner Reitzeit der vergangenen Wochen habe ich ohne Sattel auf dem Pferderücken verbracht. Ich habe, was das Reiten ohne Sattel betrifft, ein sehr braves Pferd, denn meine Stute zieht netterweise immer gleich die „Vierbeinbremse“, sobald ich nur ein kleinwenig die Balance verliere. Dies ist bis dato bei jeder Kleinigkeit passiert, ein kurzes Stolpern (oder auch noch wesentlich kleinere Balanceveränderungen) des Pferdes hatten mich schon aus dem Gleichgewicht gebracht. Nun hat sich diese „Unsicherheit“ entscheidend verbessert – ich sitze deutlich stabiler und ausbalancierter auf dem nackten Pferderücken. Auch mein Pferd scheint das zu spüren und verhält sich nicht mehr ganz so übervorsichtig. Ein erster Erfolg der Lust auf mehr macht!
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