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10.01.2012

Fit fürs Pferd – Das Resümee

Sieben Monate lang hat sich unsere Autorin im Fitnesscenter geschunden um eine Antwort auf die Frage zu erhalten, ob zusätzlicher, zielorientierter Sport dem Reiter/der Reiterin zu einem besseren Sitz auf dem Pferd verhelfen kann. Mit diesem letzten Beitrag wollen wir Bilanz ziehen.

Vor etwas mehr als einem halben Jahr habe ich mich aufgerafft und bin, angetrieben von meinem Wunsch mit Hilfe von Gymnastikstunden eine bessere Reiterin zu werden, gen Fitnesstempel gepilgert. Irgendwie war ich nach fast 15 Jahren reiten an eine Grenze gestoßen, über die mir kein mir bekannter Reitlehrer helfen konnte. Also musste ein neuer Weg her.

Es liegt in meiner Natur, mit ungebremster Eigeninitiative den Dingen auf den Grund zu gehen. Genau so bin ich auch vor rund sieben Monaten an die Sache mit der Sitzverbesserung heran gegangen. Mir war und ist klar, wo der Wurm, oder besser die Steifheit, bei mir sitzt, doch dieses Wissen war nur der Beginn einer ganzen Fülle neuer Erkenntnisse und Eindrücke, die ich in dieser Zeit machen und sammeln durfte.

Nach den ersten Stunden in der „Hüpfburg“ wurden mir meine gravierenden Bewegungsmängel mehr als deutlich. Und mir wurde schlagartig bewusst, dass ein ausbalancierter und unverkrampfter Sitz mit diesen Defiziten einfach nicht möglich ist.

Wissen selbst erfahren

Eine der interessantesten Erkenntnisse bei diesem Selbsttest war sicher all das theoretische Wissen über Anatomie, Trainingslehre und Sportlehre einmal am eigenen Leib erfahren zu dürfen/können/müssen. Wohl waren mir die Zusammenhänge zwischen Muskeln, Sehnen, Bänder, Koordination, Puls, Atmung, Herzfrequenz und Stoffwechsel aus der grauen Theorie bekannt. Sie allerdings selbst einmal zu spüren ist eine ganz andere Geschichte, die für so manch „Aha-Erlebnis“ in Bezug auf das Training gesorgt und meine ganze Einstellung zum Reiten verändert hat. Allein die Vorstellung in tiefem Sandboden Runde um Runde traben zu müssen jagt meinen Puls um 100 Schläge hinauf und hat meinen Respekt vor dieser Leistung (wie sie unsere Pferde tag-täglich vollbringen) um ein Vielfaches erhöht.

Erkannt habe ich auch die Wertigkeit von Rhythmus, Gleichmäßigkeit, Konzentration und Tagesverfassung und wie schwer und selten es ist, all dies an einem Tag zu einer bestimmten Stunde auf den Punkt zu bringen. Und trotzdem: manchmal verfalle ich noch immer in mein altes Denkmuster und erwarte just jene höchste Leistungsbereitschaft von meinem Pferd – wann immer es mir gerade einfällt ohne vorher genauer „ins“ Pferd hineinzuhören.

Kernfrage: Hilft's, oder hilft's nicht?

Schon mehrmals habe ich mir selbst und auch in den Beiträgen diese Frage mit einem klaren "Ja" beantwortet. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass mir die Trainingsstunden und das Laufen beim Überschreiten der Grenze, vor der ich noch vor sechs Monaten gestanden bin, geholfen haben. Das Ziel, ein geschmeidiger, ausbalancierter Sitz und eine damit verbundene feine Hilfengebung sind noch lange nicht erreicht, aber ich habe einen neuen Weg dahin gefunden, der mich hoffentlich erst wieder in weiteren 15 Jahren an eine neue Grenze stoßen lässt.
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