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06.02.2017

Fohlen, die Kraftfutter erhalten, haben häufiger Gelenkserkrankungen

Gut ein Drittel der Warmblutpferde hat OCD - eine Gelenkserkrankung, die früher oder später richtig Probleme machen kann. Der Grundstein für ein Leben mit oder ohne Gelenkschip wird vielfach im Fohlenalter gelegt. Und die Fütterung spielt dabei eine wichtige Rolle.

Fohlen und Jungpferde, die täglich Kraftfutter erhalten, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit OCD zu erkranken. © www.slawik.com
Fohlen und Jungpferde, die täglich Kraftfutter erhalten, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit OCD zu erkranken.
© www.slawik.com
Osteochondrosis dissecans, kurz OCD, ist eine degenerative Gelenkserkrankung, bei der die Knorpel- und Knochenentwicklung gestört ist. Es bilden sich Knorpelläsionen, die sich bei ungünstiger Krafteinwirkung lösen können und als Chip für Schmerzen und Lahmheiten sorgen.

Die Ursachen für OCD sind vielfältig, neben dem Erbmaterial und der Bewegung spielt auch die Fütterung während der Aufzucht eine wichtige Rolle. Doch gerade hier kann man einiges falsch machen. Im Bestreben, ein möglichst schönes und großes Fohlen zu bekommen, packen viele Halter zuviel Eiweiß und Energie in den Futtertrog der Jungtiere. Ein Schuss, der nach hinten losgehen kann, wie eine aktuelle Studie aus Belgien bestätigt.

Ein Forscherteam rund um Luis Mendoza von der Universität in Lüttich beobachtete 204 Fohlen im Alter von sechs und 18 Monaten, um herauszufinden, wie sehr die unterschiedlichen Fütterungs- und Haltungsroutinen die Entwicklung der Gelenkserkrankung beeinflussen.

Die Fohlen wurden zweimal röntgenologisch untersucht, einmal im Alter von sechs Monaten und einmal mit anderthalb Jahren. Insgesamt 132 der Jungtiere blieben dabei ohne Befund, bei 37 wurden Knorpelläsionen in beiden Untersuchungen festgestellt.

Doch nicht bei allen Jungtieren hielt sich der Status Quo. 16 Fohlen, die anlässlich der ersten Untersuchung noch OCD-frei gewesen waren, zeigten zwölf Monate später einen Befund. Und auch der umgekehrte Fall konnte beobachtet werden: Bei 19 der Jungtiere waren anlässlich des ersten Röntgens noch Knorpelläsionen festgestellt worden, ein Jahr danach waren diese verschwunden.

Die Auswertung der Daten zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit für OCD anstieg, wenn täglich Kraftfutter verabreicht wurde. Fohlen, die nur Gras, Heu und anderes Raufutter erhielten, hatten wiederum höhere Chancen, dass sich bestehende Läsionen wieder zurückbildeten.

„Die Ergebnisse unserer Studie stützen die Theorie, dass die Fütterung die Entwicklung von Osteochondrose-Erkrankungen beeinflusst“, zogen die Forscher Resümee im Wissenschaftsmagazin Preventive Veterinary Medicine.

ps

Quelle
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