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09.10.2017

Forscher entdecken „stille“ Equine Infektiöse Anämie

Die Verbreitung der tödlichen Viruserkrankung Equine Infektiöse Anämie könnte weit größer sein, als die herkömmlichen Untersuchungen vermuten lassen. Forscher haben eine stille Form entdeckt, die in Bluttests nicht aufscheint.

Nicht immer lässt sich EIA im Blut infizierter Pferde nachweisen. © www.slawik.com
Nicht immer lässt sich EIA im Blut infizierter Pferde nachweisen.
© www.slawik.com
Es ist eine Diagnose, vor der sich jeder Pferdebesitzer fürchtet: Ein positives Testergebnis auf die ansteckende Einhufer-Blutarmut kommt einem Todesurteil gleich. Trägt ein Pferd das Virus in sich, muss es eingeschläfert werden - auch dann, wenn es selbst gar keine Symptome zeigt. So schreiben es die geltenden Seuchenbestimmungen vor. Der Grund hinter dieser drastischen Maßnahme: EIA ist nicht heilbar, positiv getestete Pferde bleiben ein Leben lang Überträger und stellen somit eine potenzielle Gefahr für alle anderen Pferde dar.

Die Entscheidung über Leben oder Tod bringt ein Virusnachweis im Blut durch das nationale Referenzlabor. Doch die herkömmlichen serologischen Untersuchungen könnten weniger zuverlässig sein, als bisher angenommen. Ein Team argentinischer Forscher fand heraus, dass Pferde bis zu zwei Jahre lang das Virus in sich tragen können, bevor Coggins-Test, ELISA-Verfahren oder die Western Blot-Methode zu einem positiven Befund führen.

Im Rahmen ihrer Forschungsarbeit untersuchten die Wissenschaftler 59 klinisch unauffällige Pferde unterschiedlicher Rassen auf EIA-Antikörper. Bei 26 (44 %) dieser augenscheinlich gesunden Tiere wurden sie fündig. Sie lieferten ein positives Ergebnis. Zur großen Überraschung der Forscher konnte über ein molekularbiologisches Nachweiseverfahren, das direkt die DNA oder RNA des Erregers anzeigt, ebenfalls eine EIA-Infektion nachgewiesen werden.

Die darauffolgenden zwei Jahren wurden die Pferde mit positivem Befunden immer wieder in regelmäßigen Abständen getestet. Bei manchen seronegativen Pferden ließ sich der Erreger schließlich auch im Blut nachweisen – bei anderen nicht. Vertiefende Untersuchungen an Letzeren ergaben, dass sie das Virus tatsächlich in sich trugen, es sich im Blut trotz wiederholter Tests allerdings nicht nachweisen ließ.

„Ursprünglich haben wir nach einer Erklärung dafür gesucht, warum sich manche Pferde nicht mit dem EIA-Virus anstecken, obwohl sie mit seropositiven Tieren zusammenleben. Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass sie sehr wohl infiziert waren, allerdings mit einer stillen Form“, sagte Adriana Soutullo vom Labor für landwirtschaftliche Diagnosik und Forschung in Santa Fe.

Auch wenn die Enthüllung dieser bisher ungekannten Variante der tödlichen Einhufer-Blutarmut im ersten Moment sehr beängstigend wirkt, ist Soutullo um Beruhigung bemüht. „Pferdebesitzer sollten sich angesichts unserer Studienergebnisse keine allzu großen Sorgen machen“, erklärt die Virologin. „Noch ist nicht sicher, ob diese Pferde überhaupt eine ausreichend große Viruslast in sich tragen, um die Infektionskrankheit an andere Tiere weitergeben zu können. Hauptüberträger bleiben meiner Meinung nach weiterhin in erster Linie Pferde im Akutstadium der Krankheit.“

Die herkömmlichen Verfahren bewertet Suotullo trotz der neugewonnenen Erkenntnisse als sicher. Ein negatives Ergebnis liefere der Coggins-Test als Standard-Verfahren üblicherweise nur die ersten zwei Monate nach einer Infektion. Danach zeige sich das Virus in der Regel im Blut. Als wichtigste Vorbeugemaßnahme gegen eine Ansteckung mit EIA nennt die Virologin das Einhalten der Hygeniestandards. So solle etwa beim Impfen stets eine frische Injektionsnadel für jedes einzelne Pferd verwendet werden.

ps

Quelle
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