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20.02.2013

Fortsetzung der Causa Prunthaller

Nach der dritten und letzten Sitzung am 11. Februar 2013 fällte das Schiedsgericht einen Schiedsspruch im Namen des OEPS: Es sieht als erwiesen an, dass Ulrike Prunthaller Pferde am Bartlgut mit einem Viehtreiber misshandelt hat. Die Verteidiger kündigten Berufung an - und Prunthallers Arbeitgeber, der oberösterreichische Unternehmer und Dressurstallbesitzer Wenzel Schmidt, reagierte mit einer Presseaussendung.

Nur wenige Tage nach Bekanntgabe der Verurteilung der Dressurreiterin Ulrike Prunthaller wegen Einsatzes von schmerzhaften und illegalen Trainingsmethoden und ihres Trainers Friedrich Atschkos wegen Beihilfe und bewusster Unterstützung dieser Methoden durch das Schiedsgericht des Tiroler Pferdesportverbandes hat deren beider Arbeitgeber Wenzel Schmidt, Eigentümer des Dressurstalls Bartlgut, mit einer Presseaussendung auf das Urteil reagiert. Den Originalwortlaut der Stellungnahme der Bartlgut-Betreiber lesen Sie hier.

Der OEPS hat nun seinerseits in einer Stellungnahme auf die gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe reagiert.

Stellungnahme des OEPS

Causa Prunthaller: OEPS und seine Gremien dulden keine Übergriffe gegen Mensch und Tier

Tierschutz hat oberste Priorität für den OEPS. Wegen Einsatzes von schmerzhaften und illegalen Trainingsmethoden wurde deshalb Dressurreiterin Ulrike Prunthaller zu 9 Monaten Turniersperre und 4.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Ihr Trainer Friedrich Atschko wurde wegen Beihilfe und bewusster Unterstützung dieser grausamen Methoden zu 5.000 Euro Geldbuße verurteilt. Auf dieses Urteil hat Wenzel Schmidt, der die beiden in seinem Betrieb beschäftigt, via Aussendung reagiert. Dabei vermischt der Eigentümer des Bartlguts Äpfel mit Birnen, einen Justiz-Entscheid mit der Entscheidung eines unabhängigen Schiedsgerichts. Eine Klarstellung.

Wie die meisten Sportverbände setzt auch der OEPS zur Wahrung der Grundsätze und Regeln des Sports Schiedsgerichte ein. Durch die Besetzung mit Mitgliedern, die dem (Reit)-Sport nahestehen, können diese Gremien sachnäher entscheiden. Das in der Causa Prunthaller befasste Gremium des Tiroler Pferdesportverbandes bestand aus einer Berufsrichterin, einer Staatsanwältin und einem Tierarzt. Alle Mitglieder der Kommission haben eigene langjährige Erfahrung mit Turniersport und Pferdehaltung aufzuweisen. Für ihre Tätigkeit als Schiedsrichter werden sie nicht entlohnt, es ist ein Ehrenamt. Das Tiroler Schiedsgericht wurde wegen Befangenheit anderer Landesfachverbände deswegen befasst, weil den Mitgliedern des Senats weder Wenzel Schmid, noch Ulrike Prunthaller, oder Friedrich Atschko vor dem Verfahren persönlich bekannt waren.

Zum Schiedsspruch gelangte der Senat nach einem aufwändig geführten Beweisverfahren, in dem sämtliche Verfahrensrechte der Beteiligten beachtet wurden. Ulrike Prunthaller und Fritz Atschko waren durch äußerst versierte Strafverteidiger vertreten, die von Wenzel Schmid finanziert wurden. Es wurden viele Zeugen einvernommen, ein Ortsaugenschein auf dem Bartlgut durchgeführt und ein Sachverständigengutachten durch den renommierten deutschen Sachverständigen für Tierschutz, Dr. Maximilian Pick, eingeholt. Der kam zu dem Schluss, dass von den Disziplinarbeschuldigten "Elektroschockgeräte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" eingesetzt worden sind. Diese Ausführungen deckten sich mit den eigenen Wahrnehmungen des Schiedsgerichtes im Rahmen eines im Dezember 2011 durchgeführten Augenscheines.

OEPS duldet keine Manipulation an Pferden mit Elektroschockern
Dass das Strafverfahren wegen Verdachts auf Tierquälerei gegen Ulrike Prunthaller von der Staatsanwaltschaft Ried Ende November 2011 „im Zweifel“ eingestellt wurde, steht auf einem anderen Blatt. Zur Illustration: ein vermeintlich absichtliches Foul im Fußball, das wegen vorsätzlicher Körperverletzung zur Strafanzeige gebracht wird und vor Gericht abgewiesen wird, bedeutet für das Sportgericht des Fußballverbandes nicht die Aufhebung einer Sperre, die so ein Foul wohl nach sich ziehen würde.

Der OEPS stellt in der Causa Prunthaller ein für alle Mal klar: Manipulationen an Pferden mit Elektroschocker sind unabhängig von gerichtlicher Strafbarkeit mit den ethischen Grundsätzen im Pferdesport niemals in Einklang zu bringen! Es ist dem OEPS ein Anliegen, für Fairness und Sauberkeit im Umgang mit dem Pferd zu garantieren. Auch im Spitzensport hat die physische und psychische Gesundheit des Pferdes oberste Bedeutung. Die Beeinflussung des Leistungsvermögens durch nicht pferdegerechte Einwirkung des Menschen (in diesem Fall mit Viehtreibern) ist abzulehnen. Ehrgeiz und Erfolgsstreben sind dem Wohlbefinden des Pferdes unterzuordnen. Aus diesem Grunde sind die Anwaltskosten der Belastungszeuginnen auch vom OEPS vorfinanziert worden. "Weil es sich um eine den gesamten österreichischen Pferdesport betreffende Sache mit Pferdemisshandlung handelt", wie OEPS- Generalsekretär Kager festhält.

Atschko in erster Instanz wegen sexueller Belästigung verurteilt

Friedrich Atschko ist im übrigen 2 Tage nach der Verurteilung durch das Schiedsgericht des Tiroler Pferdesportverbandes wegen Beihilfe an den Manipulationen am Bartlgut vom staatlichen Gericht in Ried im Innkreis wegen des Vergehens der sexuellen Belästigung der ehemaligen Mitarbeiterinnen des Bartlgutes in erster Instanz verurteilt worden. In diesem Umfang hatte sich das Schiedsgericht die weitere Verfolgung des Friedrich Atschko bis zum Ausgang des Strafverfahrens noch vorbehalten.
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