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19.06.2015

Frau bei Rettungsversuch ihres Pferdes ins Gesicht getreten

Beim Versuch ihren verhedderten Hengst aus der Schrittmaschine zu befreien, wurde eine Pferdebesitzerin am Donnerstagvormittag ins Gesicht getreten. Die Frau erlitt dabei schwere Verletzungen.

Die Hinterhufe eines Pferdes bergen für den Menschen ein tödliches Risiko. © Tierfotoagentur.de
Die Hinterhufe eines Pferdes bergen für den Menschen ein tödliches Risiko.
© Tierfotoagentur.de
Pferde aus einer misslichen Lage zu befreien ist meist mit einem hohen Risiko für die rettenden Personen verbunden. In Panik reagieren die Vierbeiner nicht selten völlig unberechenbar - selbst die best Erzogensten. Auch wer "nur schnell einmal kurz hingreifen will", bezahlt dies womöglich mit einem kräftigen Huftritt.

Diese Erfahrung musste am Donnerstag auch eine Pferdebesitzerin aus Oberösterreich machen. Als sich ihr Hengst im Metallgestänge der Schrittmaschine verheddert hatte, eilte ihm die Frau sofort zur Hilfe. Doch der Befreiungsversuch endete fatal. In Panik trat der Hengst mit dem Hinterhuf aus und traf die Frau mit voller Wucht ins Gesicht. Wie die APA mitteilte, wurde die Pferdebesitzerin schwer verletzt, blieb aber bei Bewusstsein und konnte noch per Handy ihren Lebensgefährten anrufen. Via Notarzthubschrauber wurde sie schließlich ins Krankenhaus geflogen.

Sicher retten

Geraten Pferde in Not, ist das nicht nur eine massive Stresssituation für die Tiere, sondern meist auch für deren Besitzer. Im Bestreben möglichst schnell helfen zu wollen, vergessen viele auf die eigene Sicherheit. Das Risikobewusstsein, dass Pferde tödliche Verletzungen zufügen können, wird dabei oft völlig vergessen. Doch nur wer selbst unversehrt bleibt, kann seinem Pferd echte Hilfe leisten. Die obersten Regel bei der Pferderettung ist es deshalb, selbst stets außerhalb der Reichweite der Pferdebeine - der sogenannten "Kicking Zone" - zu bleiben. Ein weiterer Wichtiger Aspekt: Nur sehr selten besteht unmittelbare Lebensgefahr für das Pferd, meist hat man Zeit, eine Befreiung bzw. Bergung strategisch zu planen.

Die wichtigsten Verhaltensregeln für eine sichere Pferderettung im Überblick:
  • Ruhe bewahren, die Rettung soll strategisch geplant werden
  • Notruf absetzen (Feuerwehr 122, Rettung 144, Polizei 133): Was ist passiert? Wo ist es passiert? Sind Menschen verletzt? Sind Tiere verletzt/eingeklemmt? Können Fahrzeuge den Unfallort erreichen?
  • Ist bereits eine Tierärztin/ein Tierarzt verständigt? (Sedierung/Narkose erleichtert die Rettungsmaßnahmen, notwendige Behandlung kann rascher eingeleitet werden)
  • Schauplatz kontrollieren: Ruhe schaffen, Unfallstelle absperren, Leute fernhalten, Pferd beruhigen (ruhige Stimme, Futter)
  • Vor jeder Rettungsmaßnahme muss der Kopf des Pferdes fixiert werden (Halfter, Nothalfter).
  • Geeignete Schutzausrüstung tragen (Helm, Handschuhe, feste Schuhe)
  • Kein unnötiges Risiko auf sich nehmen: Kenntnis der eigenen Fähigkeiten, Unterstützung abwarten (TierärztIn, ausgebildete Teams), kein Heldentum
  • Immer einen sicheren Rückzugsweg offenhalten (nicht vor die Beine/unters Pferd geraten) und Platz schaffen
  • Niemals darf ein Tier freigelassen werden, ohne einen sicheren Ort der Verwahrung dafür zu haben; die Freilassung ist eine der gefährlichsten Aktionen bei Rettungen.
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