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14.12.2011

Frostsichere Pferdetränken für Stall und Weide

Ausreichendes Tränken ist zu jeder Jahreszeit ein Muss in der Pferdehaltung. Selbsttränker sind heute Standard. Was es zu beachten gilt, damit dieTrinkwasserversorgung Ihrer Pferde nicht ins Stocken gerät, erfahren Sie hier.

Auch im Winter benötigt ein Pferd stets Wasser in ausreichender Menge. © www.slawik.com
Auch im Winter benötigt ein Pferd stets Wasser in ausreichender Menge.
© www.slawik.com
Wasser ist das Lebensmittel Nr. 1. Auch für unsere Pferde. Es ist sowohl für den Stoffwechsel als auch für die Regulierung des Wärmehaushaltes unentbehrlich und nimmt entscheidend Einfluss auf Gesundheit und die Leistungsfähigkeit. Trinkt ein Pferd zu wenig, wird automatisch sein Energiestoffwechsel heruntergeschraubt und die Leistung lässt nach.

Wieviel Wasser ein Pferd benötigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: vom Körpergewicht, der Zusammensetzung des Futters aber auch vom Klima und dem Bewegungspensum. Der durchschnittliche Wasserbedarf eines Großpferdes liegt bei Heufütterung bei 30 bis 50 Liter pro Tag, was dem Inhalt von mindestens vier Bau­kübeln entspricht. Doch wer möchte schon so viel schleppen? In den vergangenen Jahrzehnten haben sich deshalb Selbsttränken etabliert. Direkt an die Wasserleitung montiert, erlauben sie es dem Pferd, jederzeit zu trinken so viel es mag. Gerade im Winter kann dieses System aber auch seine Tücken haben.
Sinken die Temperaturen unter den Nullpunkt kämpfen immer noch viele Ställe mit eingefrorenen Tränken. Der einfachste Ausweg für viele: die Ställe dicht machen um ein Herabsinken der Temperaturen unter den kritischen Bereich zu verhindern. Der größte nachteilige Nebeneffekt, der diese "Lösung" mit sich bringt, ist die häufig drastische Verschlechterung der Luftqualität im Stall, mit all ihren negativen Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Pferdes. Dabei muss es gar nicht erst so weit kommen, denn es gibt bereits ein breites Spektrum an verschiedenen Systemen, die sich bei tiefen Temperaturen bewährt haben.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man beheizt das Wasser oder den Tränker samt Leitung. Bei Variante eins wird das Wasser durch Zirkulationsanlagen konstant in Bewegung gehalten. Zusätzlich sorgen Heizelemente für eine gleichmäßige Temperierung. Beides zusammen verhindert das einfrieren. Die Wasserleitung muss bei diesem System als Ringleitung ausgeführt sein, damit eine ständige Umwälzung erfolgen kann. Je nach Pumpenausführung ist eine Leitungslänge von rund 200 bis 400 Metern möglich, bei längeren Leitungen sind mehrere Pumpen vorzusehen. Die Wasserleitungen sollten zusätzlich isoliert sein, und die Zuleitung, in der das Wasser nicht zirkuliert, muss ebenfalls vor Frost geschützt werden. Direkt in der Wasserleitung liegende Heizstäbe müssen regelmäßig gereinigt werden, um eine Verkalkung zu verhindern. Der Markt bietet aber auch Systeme, bei denen kein direkter Wasserkontakt stattfindet und die dadurch wartungsfreundlicher sind.
So sollte es nicht aussehen: eingefrorene Tränken machen Pferden und deren Haltern das Leben im Winter schwer. © www.slawik.com
So sollte es nicht aussehen: eingefrorene Tränken machen Pferden und deren Haltern das Leben im Winter schwer.
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Wenn Sie nicht das Wasser, sondern die Leitung heizen wollen, können Sie Heizkabel verlegen. Diese müssen fest an der Rohrleitung anliegen und mit Isolierband befestigt werden, außen herum kommt dann noch eine Isolierschicht. Kunststoffleitungen müssen vorab mit einem Aluklebeband umwickelt werden, damit die Wärme auch weitergeleitet wird. Standardheizkabel werden über einen Thermostaten gesteuert, der an der kältesten Stelle der Leitung angebracht werden sollte. Selbstre­gulierende Heizkabel oder Heizbänder regeln selbsttätig die Heizleistung in Abhängigkeit von der Rohrtemperatur. Sie bestehen aus zwei elektrischen Leitungen, die von einem Kunststoffpolymer, in das Graphitteilchen eingebettet sind, umgeben sind. Wenn es kalt ist, zieht sich das Polymer zusammen, die Graphitteilchen berühren einander, leiten den Strom – und das Band wird warm. Die Kabel können einfach gekürzt und verlängert werden und haben zudem den Vorteil, dass die einzelnen Rohrabschnitte entsprechend ihrer Temperatur individuell beheizt werden.

Um auch das Tränkebecken und die Ventile sicher eisfrei zu halten, ist es notwendig, auch hier eine elektrische Beckenheizung vorzusehen. Selbsttränken tauen zwar meist recht rasch auf, wenn der Stall durch die Eigenwärme der Pferde gewärmt wird, bei strengem Frost oder reichlichem Luftaustausch ist dies aber nicht immer gewährleistet. Die Heizung funktioniert mit Niedervolt, d. h. es sind geeignete Transformatoren vorzuschalten. Beheizt wird dann mittels einer Heizspirale unter dem Becken, einem Heizkabel oder einem komplett in den Guss eingearbeiteten Heizelement.

Offenstall und ­Gruppenhaltung

Bei diesen Haltungssystemen wird eine Tränkevorrichtung meist von mehreren Tieren genutzt, sie sind daher z. T. anders konzipiert als in Einzelhaltungen. Bei Balltränken läuft das Wasser, gesteuert durch ein Schwimmerventil, von unten in ein dick isoliertes Becken. Die Trinköffnung wird oben durch einen Ball verschlossen, der von den Pferden beim Benützen weggedrückt wird.
Der Frost kann kommen: Diese Tränke ist beheizt und bietet auch bei Temperaturen bis minus 30 Grad immer fließend Wasser. © www.slawik.com
Der Frost kann kommen: Diese Tränke ist beheizt und bietet auch bei Temperaturen bis minus 30 Grad immer fließend Wasser.
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Diese Tränkesysteme nutzen durch beste Isolierung die Eigenwärme des zulaufenden Wassers und sind so, je nach Bauart, frostsicher bis Minus 15 oder sogar bis Minus 40 Grad. Vorraussetzungen für das Funktionieren ist zum einen ein frostsicherer Wasserzulauf. Dieser ist dann gegeben, wenn er unter der Frostgrenze im Boden eingegraben ist. In Österreich liegt die Frosttiefe im Durchschnitt bei etwa 0,80 bis 1,00 m, wobei regional höhere Werte zu beachten sind. Über ein Steigrohr gelangt das Wasser vom Zulauf zur Tränke. Steigrohre mit über einen Meter Länge müssen zusätzlich isoliert werden, weil in diesem Fall die Erdwärme nicht mehr ausreicht. Dabei sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass es sich um eine wasserabweisende Isolierung handelt, damit ein sicherer Frostschutz gewährleistet werden kann.

Damit eine Balltränke im Winter gut funktioniert bedarf es neben eines frostfreien Wasserzulaufs auch einer regelmäßigen Frequentierung. Nur so kann immer wieder genügend Frischwasser nachlaufen und ein Einfrieren verhindert werden. Eine Tränke mit einem Ball sollte von mindestens fünf Pferden benutzt werden - sind es mehr, steigt die Kälteresistenz des Systems. Der Ballverschluss der Tränke hat zusätzlich den Vorteil, daß das Wasser immer sauber und temperiert bleibt, deshalb gibt es im Sommer auch keine Probleme mit lästiger Veralgung.

Versuche mit Kühen haben ergeben, dass diese am meisten trinken, wenn das angebotene Wasser rund 17 Grad warm ist. Dieser Erkenntnis folgend, gibt es seit einigen Jahren auch Kunststoffbehälter, die von unten mittels einer Wärmefolie beheizt werden. Sie haben den Vorteil, dass man sie leicht transportieren kann, z. B. bei einem Weidewechsel. Allerdings haben sie keine automatische Wasserzufuhr, das heißt, sie müssen regelmäßig befüllt werden, sei es mit Kübeln oder mit einem Wasserschlauch. Letzteres ist im Winter oft schwierig, da Außenleitungen meist vor dem Frost entleert werden und dann nicht zur Verfügung stehen. Eine Lösung bietet sich hier mit frostsicheren Wasserhähnen an. Diese sind mit Ablassventilen ausgerüstet, die sich unter der Frostgrenze in rund einem Meter Tiefe befinden. Wird der Hahn geschlossen, rinnt das Wasser aus dem Kopf und dem Steigrohr wieder zurück und versickert in einem Kiesbett im Unterboden. Nach diesem System sind auch die Hydranten der Feuerwehr gebaut.

Wichtig ist bei allen Tränken in Gruppenhaltung, besonders natürlich im Freien, eine entsprechende Befestigung des Bereiches rund um die Tränke, da sich sonst sehr rasch Pfützen und Schlamm bilden. Dies kann durch Betonieren oder Aufbringung einer verdichteten Schotterschicht erfolgen oder durch die Verlegung von Rasengittersteinen, Paddockmatten aus Kunststoff oder geeigneten Gummimatten.

Auf der Weide

Wenn Sie über einen ergiebigen Brunnen, eine eigene Quelle und einen Vorfluter verfügen, können Sie auf der Weide und im Offenstall in den meisten Wintern auf technische Finessen verzichten. Lassen Sie das Wasser einfach konstant in einen Trog oder eine Badewanne fließen – und natürlich wieder geordnet abrinnen. Wasser in Bewegung friert nicht so schnell, zudem kommt Brunnenwasser ja warm aus der Erde.

Richtige Alleskönner sind die beheizten Membranweidepumpen. Hier benötigen Sie lediglich eine Wasserquelle, also einen Brunnen, einen Teich oder einen Bach, um Ihre Herde das ganze Jahr über sicher zu versorgen. Die Pumpen, die über einen speziellen Schiebemechanismus verfügen, werden von den Pferden selbst betätigt, und eine Propangasflasche oder ein Petroleumbrenner wird zum Beheizen genutzt. Diese Pumpen sind bereits ohne Heizung bis Minus fünf Grad frostsicher, mit Heizung sogar bis Minus 30 Grad.
Balltränken dieser Bauart sind für Herden ab 10 Pferden geeignet, nur dann ist durch ausreichende Durchflussmengen Frostsicherheit gewährt. © www.slawik.com
Balltränken dieser Bauart sind für Herden ab 10 Pferden geeignet, nur dann ist durch ausreichende Durchflussmengen Frostsicherheit gewährt.
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Montagetipps

  • Wasserstellen sollten immer möglichst weit entfernt von der Futterstelle liegen, so vermeidet man den dauernden Wechsel zwischen Fressen und Saufen und die Verschmutzung von Tränke und Trog.
  • Trog oder Ballentränken sollten auf einem leicht erhöhten und verbreiterten Sockel, z. B. aus Beton, stehen, um ein Verkoten zu verhindern.
  • Selbsttränken sollten so gut wie möglich vor mechanischen Beschädigungen geschützt sein. Kunststoffbecken sind schlagzäh und daher vor Tritten besser geschützt als gusseiserne Becken, brechen sie dennoch, sind die Bruchstücke meist nicht so scharfkantig.
  • Die Montagehöhe eines Ventiltränkers sollte der Größe des Pferdes angepasst sein: für Großpferde rechnet man 80 bis 110 cm, für Ponys 70 bis 80 cm.
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