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20.03.2013

Futterrationen auf dem Prüfstand

Wissen Sie, wie viel Ihr Pferd täglich an unterschiedlichen Futtermitteln bekommt - und zwar ganz genau? Ob Pferde tatsächlich auch das bekommen, was ihre Besitzer für sie vorgesehen haben, war Gegenstand eine kürzlich durchgeführte Studie.

Wer ganz genau wissen möchte, wieviel sein Pferd tatsächlich bekommt, sollte hin und wieder zur Waage greifen. © Pavo
Wer ganz genau wissen möchte, wieviel sein Pferd tatsächlich bekommt, sollte hin und wieder zur Waage greifen.
© Pavo
Dass die richtige Fütterung das A und O ist in der Pferdehaltung ist nichts Neues. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei aber nicht nur, was dem Pferd gefüttert wird, sondern auch Menge und Qualität der Futtermittel. Da nur die wenigsten Pferdehalter das Futter tatsächlich vor dem Füttern abwiegen, ging Mareen Anders, Studentin Wageningen Universität (WUR) in den Niederlanden, in einer Studie der Frage nach „Wie viele Pferdehalter wissen wirklich genau, was und wie viel ihr Pferd täglich frisst und ist diese Fütterung richtig?“. 49 TeilnehmerInnen mit 86 Pferden und Ponys aus Nordrhein Westfalen und Niedersachsen nahmen an der Studie teil, die in Zusammenarbeit mit Pferdefutterhersteller Pavo Pferdenahrung GmbH durchgeführt wurde und einen Überblick über die Fütterungsgewohnheiten der deutschen Pferdehalter geben sollte. Dazu wogen und notierten die PferdehalterInnen einen Tag lang alles, was sie ihrem Pferd füttern, ganz genau.

Enorme Abweichungen beim Raufutter

Wie die Auswertungen ergaben, ist Heu mit 71 Prozent das meist verwendete Raufutter. Es konnte allerdings eine enorme Variation bei der verabreichten Menge festgestellt werden, die von täglich 2 kg bis zu 16 kg pro Pferd reichte. Durchschnittlich bekamen die Pferde dieser Studie täglich rund 8 kg Raufutter, Ponys ca. 4 kg. Zusätzlich standen Pferde und Ponys am Untersuchungstag durchschnittlich ca. fünf Stunden auf der Weide. Als Faustregel gilt, dass Pferde ca. 1 bis 1,5 kg Raufutter (an Trockensubstanz) pro 100 kg Pferdegewicht zu sich nehmen sollten; also rund 9 kg Raufutter, wie Heu, für ein ausgewachsenes Pferd von 600 kg. Dabei ist es gerade beim Raufutter immens wichtig, dass Pferde  ausreichenden Mengen davon erhalten. Pferde sind von Natur aus Dauerfresser, in der Natur verbringen sie rund 16 Stunden und mehr mit der Futteraufnahme. Auf eine kontinuierliche Nahrungsaufnahme über viele Stunden hinweg ist auch ihr Magen ausgelegt. Er produzieren permanent Magensäure, um das aufgenommene Futter zu verdauen. Bleibt der Magen über einen längeren Zeitraum leer, kann die Säure die empfindliche Magenschleimhaut angreifen - Fresspausen von mehreren Stunden begünstigen deshalb die Entstehung von Magengeschwüren. Schon alleine aus diesem Grund sollte immer auf eine ausreichend große Heumenge geachtet werden.

Geringe Kraftfuttermengen

Weniger große Schwankungen wurden bei den Kraftfuttergaben ermittelt, allerdings konnte festgestellt werden, dass rund der Hälfte aller Pferde und Ponys weniger als 1 kg Kraftfutter täglich verabreicht wurde, die meisten Pferdehalter wählten ein Müsliprodukt, um den Kraftfutterbedarf ihres Pferdes zu decken. Da der Mineralienbedarf bei einem Pferd erst ab 1 bis 1,5kg mineralisiertem Kraftfutter pro Tag erfüllt ist (Pony 0,5-1kg) müssen bei geringer Kraftfuttergabe zusätzliche Mineralsupplemente zu geben. Daran hielt sich auch der Großteil der teilnehmenden PferdebesitzerInnen, die meisten Pferde wurden entsprechend mit einem Mineralsupplement versorgt.

Alles in allem stellte sich heraus, dass die meisten TeilnehmerInnen im Großen und Ganzen relativ genau die Menge fütterten, die auch tatsächlich beabsichtigt wurde. Nichts desto trotz empfiehlt es sich, hin und wieder das verabreichte Futter genau abzuwiegen, denn Schätzungen mit freiem Auge sind, wie die Erfahrung zeigt, höchst fehleranfällig. Wer genau weiß, was und wie viel er füttert und wie es tatsächlich um den Bedarf seines Pferdes steht, ist in der Lage, Fehler im Fütterungsmanagement und daraus resultierende mögliche Gesundheitsprobleme effizient vermeiden.
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