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05.09.2014

GOLD für Österreich

Jasmin Lindner und Lukas Wacha schafften in der Normandie das Historische: Zum ersten Mal kommt Österreich bei Weltreiterspielen mit einer Goldmedaille nach Hause! Das Paar aus Tirol behielt nach ihrer Halbzeitführung im Pas de Deux der Voltigierer die Nerven und sicherte sich auf ihrem Bram (Klaus Haidacher) den heißersehnten Sieg.

Historische Goldmedaille für Jasmin Lindner, Lukas Wacha und Klaus Haidacher - Gratulation! © Tomas Holcbecher
Historische Goldmedaille für Jasmin Lindner, Lukas Wacha und Klaus Haidacher - Gratulation!
© Tomas Holcbecher
Auch alle Probleme im Vorfeld dieser Spiele konnten die beiden nicht am Erfolg hindern. Im November des Vorjahres verletzte sich ihr bewährter Elliot und die Ungewissheit, ob ein neues Pferd überhaupt zur Verfügung steht, zerrte am Nervenkostüm. Besonders nachdem auch ihr neues Pferd Bram verkauft worden war! Aber der neue deutsche Besitzer vertraute weiter auf die österreichischen Vorzeigesportler.
Perfekte Vorstellung und eiserne Nerven:  Die beiden Tiroler Jasmin Lindner und Lukas Wacha im Pas de Deux auf Bram. © Tomas Holcbecher
Perfekte Vorstellung und eiserne Nerven: Die beiden Tiroler Jasmin Lindner und Lukas Wacha im Pas de Deux auf Bram.
© Tomas Holcbecher
Wacha konnten auch seine andauernden Schulterverletzungen nicht bremsen, der Physiotherapeut wusste ja was in so einem Fall zu tun ist. Die Halbzeitführung bei der spannenden Konkurrenz von Caen beruhigte ihn sichtlich: "Ich war nach der Konkurrenz ziemlich müde, sodass ich gut geschlafen habe!"
Schwierigkeiten am Laufband in der Kür. © Tomas Holcbecher
Schwierigkeiten am Laufband in der Kür.
© Tomas Holcbecher
"Es ist ein großartiges Gefühl, dass man das Ziel auf das wir jahrelang hintrainiert haben, wirklich erreicht haben und unseren Titel verteidigen konnten," analysierte seine Partnerin später auf deutsch und bei der internationalen Pressekonferenz in perfektem Englisch. "Es war eine totale Erleichterung," brachte Longenführer Klaus Haidacher von der VG Pill TU Schwaz seine Gefühle auf den Punkt, da er das neue Pferd noch nicht so lange kennt und selbst entsprechend nervös war. Aber die zweite Kür ("Die Geschichte von Siegfried & Roy mit den weißen Tigern in zwei Minuten") gelang fast ebenso gut wie die erste.

Auch wenn die Weltsensation des doppelten Handstandes im Finale nicht ganz glückte, konnte sich die Gesamtnote von 9,059 wirklich sehen lassen. "Über 9,0 bei einem Championat gibt es selten," freute sich Wacha über die hohen Noten. Jasmin Lindner stimmte in den Jubel ein, bekannte aber: "Die Anspannung war schon sehr groß, weil wir das erste Mal mit Bram bei einem Championat waren."
Der Lohn für harte Arbeit: Das oberste Treppchen bei der Siegerehrung! © Daniel Kaiser
Der Lohn für harte Arbeit: Das oberste Treppchen bei der Siegerehrung!
© Daniel Kaiser
Beeindruckende Kulisse für Aktive, Pferd und Publikum! © Daniel Kaiser
Beeindruckende Kulisse für Aktive, Pferd und Publikum!
© Daniel Kaiser
In der Sekunde des Triumphes verdient aber das zweite österreichische Paar eine besondere Erwähnung. Evelyn Freund und Stefanie Millinger lagen mit Robin (Nina Rossin) nach Tag 1 auf dem vierten Platz und hatten die zweite rot-weiß-rote Medaille in Greifweite. Mit einer künstlerisch und artistisch begeisternden Kür schien schon alles klar, da passierte ganz zum Schluss ein Sturz – Abzug von einem Punkt, Rang 6.
Bittere Stunde für Evelyn Freund und Stefanie Millinger - mit toller Kür leider Medaille verpasst. © Tomas Holcbecher
Bittere Stunde für Evelyn Freund und Stefanie Millinger - mit toller Kür leider Medaille verpasst.
© Tomas Holcbecher
Wie brutal der Spitzensport ist, musste auch das deutsche Paar Gera Marie Grün und Justin van Gerven erleben. Auf Rang 2 nach dem ersten Tag schienen sie ernsthafte Herausforderer für Gold, eine Medaille schien auf alle Fälle sicher, aber auch hier gab es einen Sturz und es blieb nur die "Blecherne"! Silber holten sich am Ende Pia Engelberty/Torben Jacobs aus Deutschland und Bronze ging an die "Voltigierdynastie" Eccles aus Großbritannien.
Ihre Erfolge machen das Durchhalten leichter: Stefanie Bistan und Apollonia beim Memorial von Caen, dem ersten Sprung ihrer fehlerfreien Runde vom Donnerstag. © Tomas Holcbecher
Ihre Erfolge machen das Durchhalten leichter: Stefanie Bistan und Apollonia beim Memorial von Caen, dem ersten Sprung ihrer fehlerfreien Runde vom Donnerstag.
© Tomas Holcbecher

Dem Ende entgegen

Schön langsam geht es an die Substanz bei allen hier, die bereits seit zwei Wochen vor Ort sind. Am besten haben es die Journalistenkollegen von den großen Agenturen und Zeitungen, für die stehen nur die drei Olympischen Disziplinen im Mittelpunkt. Das ist natürlich bequem, sie sitzen meist im Pressezentrum, haben den TV-Schirm im Blick, bequemen sich dann in die Mixed Zone für ein paar Interviews und können sich spätestens um 17 Uhr überlegen, ob man sie sich heute ins elsässische Restaurant begeben sollen oder ob nicht doch Fisch angebrachter wäre. Ich will ja nicht jammern, denn meinen fotografierenden Kollegen geht es noch schlechter, müssen sie doch immer 20 kg Equipment und mehr mit sich schleppen, da ist mein Rucksack ja leichtes Marschgepäck. Aber in allen acht Disziplinen den Überblick zu behalten fällt zunehmend schwerer, da die Organisation nicht wirklich besser wurde und z.B. der Ergebnisdienst um Stunden hinten ist. Zu Beginn der heutigen Pas de Deux-Prüfung gab es im Internet nicht einmal Startlisten!

Aber dann motivieren die sportlichen Leistungen doch noch zum Durchhalten. Die erste Goldene für Österreich brachte das rot-weiß-rote Team in der Zwischenzeit nämlich auf den sensationellen sechsten Platz im Medaillenspiegel! Noch vor Nationen wie Italien, spanien, Frankreich oder Kanada!
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