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24.03.2015

Gefährliche Zecken: Auch Pferde können an FSME erkranken

Beim Menschen ist FSME schon seit langem ein Thema, doch auch Pferde können von der gefährlichen Viruserkrankung betroffen sein.

Die durch Zecken übertragene FSME-Erkrankung tritt bei Pferden eher selten auf, kann in schweren Fällen aber sogar zum Tod führen. © Carola Schubbel - fotolia.com
Die durch Zecken übertragene FSME-Erkrankung tritt bei Pferden eher selten auf, kann in schweren Fällen aber sogar zum Tod führen.
© Carola Schubbel - fotolia.com
Wenn die Tage länger werden erwacht die Natur aus ihrem Winterschlaf. Dieses an sich so schöne Schauspiel birgt aber auch seine negativen Seiten. Eine davon ist die Rückkehr ungeliebter Quälgeister wie etwa der Zecken. Nach den ersten schönen Tagen des neuen Jahres sind die Blutsauger wieder auf Wirtssuche. Dabei stürzen sich Holzbock und Co beinahe auf alles, was sich in ihrer Reichweite bewegt. Rund 100 verschiedene Arten, von Säugetieren über Reptilien bis hin zu Vögeln, dienen den Zecken als Nahrungsquelle. Zwar ist ein Zeckenbiss nicht schmerzhaft, viel unangenehmer ist jedoch, dass die blutsaugenden Milbentiere Überträger zahlreicher Krankheiten sind. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, zählt beim Menschen zu den bedeutendsten Viruserkrankungen, die durch Zecken übertragen werden. Sie führt zur Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und des Zentralnervensystems und kann bleibenden Dauerschäden wie Lähmungen versursachen, in Einzelfällen kann eine FSME-Infektion sogar tödlich enden.

Österreich stark betroffen

Neben der Tschechischen Republik gilt Österreich geradezu als Hochburg für FSME. Doch während Borrelien landesweit auftreten, lassen sich bei den FSME-Viren klare Belastungsgebiete erkennen. Zwar gibt es kein Bundesland, das FSME-frei wäre, allerdings gibt es ein deutliches West-Ost-Gefälle, das sich vor allem aus den geografischen Besonderheiten erklären lässt. Hauptverbreitungsgebiete sind die ländlichen Regionen der Steiermark, Kärntens, Niederösterreichs, Oberösterreichs, sowie auch Salzburg, das Burgenland und der Stadtrand Wiens, aber auch in den Talgebieten Tirols ist man vor FSME nicht sicher.
Zecken lauern vor allem gerne im Gras und im Gebüsch - aber auch im Heu. Durch Abstreifen gelangen sie auf ihr Opfer, ritzen die Haut ein und bohren ihren Stechapparat in die Wunde. © dannywilde - fotolia.com
Zecken lauern vor allem gerne im Gras und im Gebüsch - aber auch im Heu. Durch Abstreifen gelangen sie auf ihr Opfer, ritzen die Haut ein und bohren ihren Stechapparat in die Wunde.
© dannywilde - fotolia.com

Auch bei Pferden sehr schwere Verlaufformen möglich

Pferdepopulation FSME-Antiviren im Blut aufweisen. Dennoch sind klinische Fälle beim Pferd nur selten - allerdings können sie einen sehr schweren Verlauf nehmen. Sogar Fälle mit Todesfolge sind bekannt. Erkrankte Tiere zeigen ein deutlich gestörtes Allgemeinbefinden das sich durch Fressunlust, Gewichtsabnahme und Schreckhaftigkeit über Zittern, Zähneknirschen, einer erhöhten Körpertemperatur und Pulsfrequenz, bis hin zu Krämpfen, ataktischem Gang und epilepsieartigen Anfällen äußern kann. Weil viele andere Krankheiten ähnliche Symptome hervorrufen, ist eine labordiagnostische Untersuchung das wichtigste Hilfsmittel, um FSME beim Pferd nachzuweisen – allerdings ein nicht ganz einfaches. Ein direkter Nachweis des Erregers im Blutserum oder der Rückenmarksflüssigkeit gelingt nur selten, denn der Zeitraum, in dem das Virus im Blut zirkuliert, ist nur sehr kurz und Symptome noch nicht ausgebildet. Der indirekte Nachweis mit Hilfe von FSME-Antikörpern ist hingegen meist eher ein Hinweis auf eine bereits überstandene Infektion in der Vergangenheit.

Keine Impfung möglich

Auch wenn klinische FSME-Erkrankungen beim Pferd eher selten vorkommen, sollte bei unklaren neurologischen Symptomen auch an diese Krankheit gedacht werden, zumal in seltenen Fällen sehr schwere Verlaufsformen möglich sind. Einen echten Schutz vor FSME gibt es für Pferde nicht. Eine Impfung, wie es sie im Humanbereich gibt, ist bis dato nicht erhältlich. Pferden den Weidegang aus Angst vor einer möglichen Infektion zu verwehren wäre unsinnig – die dadurch verursachten Einbußen an Lebensqualität für das Bewegungstier wären deutlich größer als die Wahrscheinlichkeit einer klinischen Erkrankung durch einen Zeckenbiss. Festgebissene Zecken sollten allerdings so rasch als möglich entfernt werden. Am besten ist es, wenn man das Tier ganz nahe an der Einstichstelle nimmt und mit einer ruckartigen Bewegung herauszieht. Die im Handel erhältlichen Zeckenzangen sind für diesen Zweck besonders gut geeignet. Das häufig praktizierte Herausdrehen ist ebenso wenig zielführend wie Öl und Klebstoff aufzutragen um den Blutsauger zu ersticken. Zum einen hat der Zeckenrüssel kein Gewinde und zum anderen können die Milbentiere mehrere Wochen unter Wasser überleben. Eine Zecke zu ersticken ist deshalb ein äußerst langwieriges Unterfangen.
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