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21.02.2013

Gen entdeckt, das aus Ponys Großpferde macht

In einer groß angelegten Studie haben Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover die genetischen Ursachen für die unterschiedlichen Körpergrößen bei Pferden untersucht und dabei ein Gen entdeckt, das das Größenwachstum sehr stark beeinflusst.

Die neu entdeckte Genmutation nimmt bedeutenden Einfluss auf die Größenentwicklung eines Pferdes. Da der biologische Ursprung dieser Mutation bei den kleinen Pferden liegt, wird sie auch Ponymutation genannt. © Anna Panke - fotolia.com
Die neu entdeckte Genmutation nimmt bedeutenden Einfluss auf die Größenentwicklung eines Pferdes. Da der biologische Ursprung dieser Mutation bei den kleinen Pferden liegt, wird sie auch Ponymutation genannt.
© Anna Panke - fotolia.com
Ponys haben maximal ein Stockmaß von 148 Zentimetern. Liegt ihre Widerristhöhe darüber, zählen sie zu den Großpferden. Doch woran liegt es, ob ein Pferd zu den großen oder kleinen Vertretern seiner Art zählt? Um dies herauszufinden, haben die Wissenschaftler des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) tausende genetischer Varianten zwischen Ponys und Großpferden verglichen. Auf diese Weise sollte festgestellt werden, ob es eine Mutation für die Größenunterschiede bei Pferden gibt. Tatsächlich konnte eine Mutation identifiziert werden, die die Größenentwicklung des Pferdes von allen bisher bekannten genetischen Varianten am stärksten beeinflusst.

Ponymutation macht Pferde klein

Die entdeckte Mutation nimmt Einfluss auf das Gen LCORL (ligand-dependent nuclear receptor compressor-like protein) und bewirkt, dass das Gen bei großen Pferden seltener abgelesen wird als bei Ponys. „Daraus schließen wir, dass LCORL das Größenwachstum bei Pferden begrenzt. Je stärker LCORL exprimiert wird, desto kleiner sind die Pferde “, sagt Professor Dr. Ottmar Distl, Leiter des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung der TiHo. Alle ursprünglichen Przewalski-Wildpferde tragen die Ponymutation in sich und auch die Vollblutaraber besitzen nur diese Genvariante. 

Warmblutpferde zeigen eine große Spannbreite in der Widerristhöhe und eine sehr große genetische Variation. Für fast die Hälfte dieser Variation ist die regulatorische Mutation für das Gen LCORL verantwortlich. Die kleineren Warmblutpferde sind homozygot für die Ponymutation, also reinerbig. Warmblutpferde im mittleren Bereich tragen die beiden genetischen Varianten, sind also heterozygot (mischerbig) und die großen Warmblutpferde sind homozygot für die Mutation der Großpferde.

Bei großen Kaltblutpferderassen wie dem Noriker, dem Rheinisch-Deutschen Kaltblut, Sächsisch-Thüringischen Kaltblut und dem Süddeutschen Kaltblut gibt es keine Tiere mit der homozygoten Ponymutation, und nur in Einzelfällen kommen heterozygote Tiere vor. „Die Verteilung der Ponymutation bei den verschiedenen Pferderassen lässt darauf schließen, dass die bei großen Pferden vorwiegend vorkommende Mutation erst während der Domestikation der Pferde in Westeuropa entstanden ist“, erklärt Professor Distl.

Noch weitere Gene beteiligt

Beim Menschen beeinflusst LCORL die Rumpf- und Hüftlänge, ist jedoch kein Hauptregulator für die Größe. Bei Pferden hingegen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass LCORL die Körpergröße der Pferde entscheidend beeinflusst. Zusätzlich sind an dem komplexen Merkmal „Körpergröße“ aber noch weitere Gene beteiligt. Diese Genvarianten möchten die Wissenschaftler in weiteren Arbeiten suchen.

Für Pferdezucht interessant

Die neuen Erkenntnisse rund um die Ponymutation sind vor allem für Pferdezüchter interessant. Sie können mit Hilfe eines neuen Gentests der TiHo nun sehr präzise feststellen lassen, welchen Einfluss ein Elterntier auf die Größe seiner Nachkommen hat. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
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