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18.11.2013

German Masters: Geisterstunde in der Spécial-Tour

Das Finale der German Masters I-Tour war geprägt von guckigen Pferden und fehlerbehafteten Ritten. Auch die Österreicherinnen Renate Voglsang und Vici Max-Theurer blieben davon nicht verschont.

Augustin OLD waren die eineinhalb Jahre Abstinenz von großen Hallenturnieren beim German Masters in Stuttgart anzumerken - nichtsdestotrotz gab es für das heimische Nr.-1-Paar im gut besetzten Starterfeld  die Plätze drei und vier. © Tomas Holcbecher
Augustin OLD waren die eineinhalb Jahre Abstinenz von großen Hallenturnieren beim German Masters in Stuttgart anzumerken - nichtsdestotrotz gab es für das heimische Nr.-1-Paar im gut besetzten Starterfeld die Plätze drei und vier.
© Tomas Holcbecher
Anlass für die angespannte Stimmung unter den vierbeinigen Athleten gaben Sponsorenschilder, die an der langen Seite der Bande angebracht waren. Die hatte es beim Grand-Prix am Samstag noch nicht gegeben weshalb in dieser Qualifikationsprüfung für das German Masters am Sonntag großteils gelungene Ritte zu sehen waren. Einer davon ging auf das Konto von Renate Voglsang und Fabriano. Auch wenn der dunkelbraune Westfalenhengst zeitweise etwas stark in der Hand schien, kam das Duo ohne nennenswerten Fehler durch die Prüfung. Dafür gab's von den Richtern dann auch eine entsprechend gute Bewertung: 71,021 Prozent und Platz sechs im stark besetzten Starterfeld. Zu den Highlights zählten wie gewohnt die Trabverstärkungen und der starke Schritt, der endlich auch einmal von den Richtern in angemessener Weise und Noten zwischen 8 und 9 gewürdigt wurde. Dem niederländischen Richter bei M war dieser Ritt sogar 74,149 Prozent wert!

Für Österreichs zweites Paar am Start, Vici Max-Theurer und Augustin OLD, wäre in dieser Prüfung mehr drin gewesen. Ein Patzer beim Einreiten, als Augustin angaloppierte anstelle anzutraben und gleich mehrere Fehler in den Zweier- und Einerwechseln kosteten wertvolle Punkte und drückten die Wertung auf 73,255. Schade, denn der Hengst präsentierte sich in guter Form, ging zufrieden und sicher in schöner Anlehnung und zeigte Highlights in der Piaffe-Passage-Tour. Immerhin landete das heimische Nummer-1-Paar damit auf Rang drei hinter den beiden Deutschen Isabell Werth mit Don Johnson (77,745%) und Ulla Salzgeber mit Herzruf's Erbe (75,447%).

Schreckgespenster sorgen für hohe Fehlerquote

Im Spécial am Sonntag sorgten dann zahlreiche Schreckmomente bei den Pferden für eine ungewöhnlich hohe Fehlerquote bei den Ritten. Die neuen Schilder gingen auch an Renate Voglsangs Fabriano nicht spurlos vorüber. Der vierzehnjährige Westfale scheute in untypischer Weise gleich mehrmals, woraus sich einige Fehler ergaben. Die konnten auch die guten und rhythmischen Piaffen nicht wett machen, sodass es für das heimische EM-Duo diesmal nur 70,042 Prozent gab. „Mit 70 % hätte ich jetzt gar nicht mehr gerechnet“, gab Reante Voglsang in entwaffnender Ehrlichkeit nach ihrem Ritt zu. Geschuldet war die wohlwollende Wertung im Besonderen dem dänischen Richter bei M, der es mit 73,542 Prozent vermutlich etwas zu gut meinte und damit dem Wertungsdurchschnitt nach oben korrigierte.

Mehr Richtereinigkeit herrschte nach dem Ritt von Victoria Max-Theurer und Augustin. Der kalibrige Oldenburger ließ sich von den Werbetaferln nicht weiter beeindrucken und zeigte zu Beginn eine gelungene Prüfung. Doch dann kam der Galopp und mit ihm häuften sich die Fehler. Zwar zeigte das Paar die Wechsel diesmal ohne Patzer, doch am Ende der Galoppverstärkung schlug Augustin plötzlich einmal heftig mit dem Kopf – ein Fehler der sich in der Galoppirouette nach rechts wiederholte. Hinzu kamen mitunter recht deutliche Unregelmäßigkeiten in der Passage, sodass es insgesamt nur für 72,745 Prozent und Platz vier reichte. Vici nahm’s gelassen: „Ich kann das Augustin nicht zum Vorwurf machen, er war jetzt eineinhalb Jahre auf keinem Hallenturnier und diese Halle ist schon etwas ganz Besonderes.“
Gespitze Ohren bei Fabriano: Oh, oooh, schon wieder eines dieser bösen Schilder in der Viereckbegrenzung.... © Tomas Holcbecher
Gespitze Ohren bei Fabriano: Oh, oooh, schon wieder eines dieser bösen Schilder in der Viereckbegrenzung....
© Tomas Holcbecher

Sieg für Isabell Werth

Bereits zum zehnten Mal ging der Titel des German Dressage Master an Isabell Werth. Vor vollem Haus bestätigte Deutschlands erfolgreichste Dressurreiterin aller Zeiten im Sattel ihres Hannoveranerwallachs Don Johnson ihre Favoritenrolle in dieser Prüfung und holte mit 77,333 Prozent den Sieg. Auf Platz zwei folgte Ulla Salzgeber im Sattel von Herzruf’s Erbe. Das Duo erhielt trotz einiger kleiner Schreck-Einlagen wohlwollende 76,845 Prozent. Fragwürdig waren hier allerdings die Wertungen der Richter. Während der Richter bei E 80,312 Prozent vergab, bewertete der Richter bei C das Gesehene mit nur zu 73,646 Prozent. Angesichts einer Differenz von fast sieben Prozent stellt sich die Frage, ob die beiden Herren denn möglicherweise zwei unterschiedliche Ritte gesehen haben… Rang drei ging an die Schweizerin Marcela Krinke Susmelj und ihren zwölf Jahre alten Wallach Smeyers Molberg mit 74,688 Prozent.

Alle Ergebnisse des German Masters finden Sie hier.
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