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29.11.2016

Giftige Mykotoxine weit verbreitet in Futtermitteln

Mykotoxine, die Gifte der Schimmelpilze, werden zunehmend zum Problem. Einer weltweiten Untersuchung von über 4.000 Proben zufolge, sind Futtermittel in neun von zehn Fällen belastet.

Der Feind im Futtertrog: Mykotoxine sind hochgiftig und können eine ganze Reihe von Gesundheitsporblemen auslösen. © www.slawik.com
Der Feind im Futtertrog: Mykotoxine sind hochgiftig und können eine ganze Reihe von Gesundheitsproblemen auslösen.
© www.slawik.com
Mykotoxine sind Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, und so ungesund, wie ihr Name klingt. Sie entstehen sowohl vor (Feldpilze) als auch nach der Ernte (Lagerpilze) und zählen zu den giftigsten Stoffen, die die Natur bildet. Leberschäden, Nierenerkrankungen, Fruchtbarkeitsstörungen, Allergien, Stoffwechselprobleme und Hirnschäden – die Auswirkungen von Mykotoxinen sind vielfältig und stellen ein ernstzunehmendes Ernährungsproblem dar. Insbesondere dann, wenn sie in hoher Konzentration und gleich mehrfach auftreten.

Die Hauptübelteäter in der Landwirtschaft und Tierproduktion heißen Aflatoxine (Afla), Zearalenon (ZEN), Deoxynivalenol (DON), T2-Toxin (T2), Fumonisine (FUM) und Ochratoxin A (OTA). In Mitteleuropa sind es vor allem DON, ZEN, FUM und T-2, die in Futtermitteln wie Getreide, Heu und Silage auftreten und dort zum Gesundheitsrisiko werden. Das ergab eine Untersuchung des Tierfuttermittelkonzerns Biomin, der in der Zeit von Juli bis September 2016 weltweit insgesamt 4.027 Proben aus über 50 Ländern der Welt sammelte und auf untersuchte.

Besonders häufig, nämlich in 84 Prozent der Fällen, enthielten die Proben Deoxynivalenol, ein Toxin, das bereits auf dem Feld gebildet wird und beim Pferd Probleme im Verdauungstrakt verursacht. Durchfall und Koliken sind nur zwei der möglichen Symptome einer DON-Belastung.

Zearalenon war mit 66 Prozent das am zweithäufigsten gemessene Mykotoxin. Weil es eine östrogene Wikrung hat, kann ZEA der Grund für Dauerrosse aber auch für Fruchtbarkeitsprobleme sein. Bei Hengsten kann das Toxin die Spermienqualität negativ beeinflussen.

Immerhin 46 Prozent der Proben enthielten Fumonisine, die in erster Linie in Mais und Maisprodukten vorkommen, aber bisweilen auch in anderen Getreidesorten enthalten sind. Fumonisine stehen im Verdacht krebserregend zu sein und können Gehirnschäden hervorrufen.

Knapp ein Drittel der mitteleuropäischen Futtermittelproben war mit T-2 belastet. Das Toxin wird von Pilzen der Gattung Fusarien gebildet und hat eine ähnliche biochemische Wirkung wie Deoxynivalenol. Immunsuppression, Fortpflanzungsstörungen und erhöhte Infektanfälligkeit sind Folgeerscheinungen, die eine dauerhafte Aufnahme nach sich ziehen kann.
Häufigkeit von Mykotoxinen in verschiedenen geografischen Regionen © Biomin
Häufigkeit von Mykotoxinen in verschiedenen geografischen Regionen nach Anteil der positiven Proben (>Bestimmungsgrenze).
© Biomin

Kaum vermeidbar

Die völlige Vermeidung der Schimmelpilz-Gitstoffe lässt sich in der Praxis nur sehr schwer umsetzen. Ob sie zur Gefahr für einzelne Pferde oder ganze Bestände werden, hängt vor allem vom Ausmaß der Belastung ab. Leider lässt sich ein Pilzbefall oft nicht immer mit bloßem Auge oder am Geruch erkennen. Wer sich nicht sicher ist, ob das Futter des eigenen Pferdes kontaminiert ist, kann Heu, Hafer und Co im Labor, (z.B. im Futtermittellabor Rosenau) untersuchen lassen. Dort werden die Pilze angezüchtet und deren Gifte bestimmt.

Der erste Schritt zur Vermeidung der schädlichen Toxine passiert bereits auf dem Feld und unmittelbar danach - durch die Anwendung von geeigneten landwirtschaftlichen Praktiken und eine fachgerechte Lagerung.

Als Pferdebesitzer sollte man besonderes Augenmerk darauf legen, dass nur qualitativ hochwertiges Futter im Trog und in der Raufe landet. Je besser das Grundfutter, desto geringer die Probleme, die sich aus mykotoxikologischer Belastung ergeben.

horsetalk/ps
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