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22.08.2013

Gold für Deutschland, Österreich auf Platz 6!

Dank eiserner Nerven von Helen Langehanenberg holte sich Deutschland Gold in der Dressur-Teamwertung hauchdünn vor den Niederlanden und Großbritannien. Hervorragend die beiden Österreicherinnen Victoria Max-Theurer und Renate Voglsang, die sich beide für den Grand Prix Special qualifizierten und das Team auf den sensationellen sechsten Platz brachten.

Führte Österreichs Team auf Rang 6: Vici Max-Theurer und Augustin. © Tomas Holcbecher
Führte Österreichs Team auf Rang 6: Vici Max-Theurer und Augustin.
© Tomas Holcbecher
Einen Dressurkrimi gab es in Dänemark: Keiner der skandinavischen Krimiautoren hätte das Drehbuch spannender gestalten können, als es die Dressur-Mannschaftsentscheidung von Herning war. Sah es nach den ersten drei Reitern noch nach einem ungefährdeten Sieg der Oranjes aus, so sollte es am Ende zu einem hauchdünnen Photofinish kommen. Edward Gal präsentierte am zweiten Tag zunächst seinen Glock’s Undercover mit angezogener Handbremse und erhielt dafür hohe 81,763%, Carl Hester agierte mit Uthopia sehr fehlerhaft und auch Kristina Sprehe ging mit ihrem Desperados viel zu zaghaft in die Piaffen.
Leider nur am Abreiteplatz in dieser Reihenfolge: Renate Voglsang/Fabriano und Charlotte Dujardin/Valegro. © Ernst Kopica
Leider nur am Abreiteplatz in dieser Reihenfolge: Renate Voglsang/Fabriano und Charlotte Dujardin/Valegro.
© Ernst Kopica
Auch Österreichs dritte Reiterin Renate Voglsang konnte ihren Fabriano nicht so richtig motivieren, die beiden verzeichneten zwar keine gravierenden Fehler, aber die Richter ließen die hohen Noten im Köcher. Sogar beim sonst so starken Schritt gab es Abzüge. Am Ende klassierte sie sich mit 68,860 % knapp vor ihrer Mannschaftskollegin Andrea John. „So ist er halt, aber vor fünf Jahren hätte ich mir überhaupt nicht vorstellen können, dass ein Pferd wie er fünf Minuten am Stück brav ist“, streute sie ihrem Hengsti dennoch Rosen.
Gold für Deutschlands Dressurreiterinnen. © Ernst Kopica
Gold für Deutschlands Dressurreiterinnen.
© Ernst Kopica
Dann sahen die (doch recht wenigen) Besucher aber eine One-Horse-and-One-Woman-Show des Olympiasiegers Valegro unter Charlotte Dujardin. Das war der Inbegriff der Dressurreiterei, ein, zwei kleine Unstimmigkeiten fielen nur den Insidern auf, phänomenal! Dafür gab es 85,942%, viele Journalisten waren der Meinung, dass es auch mehr hätten sein können! Aber damit war klar, dass es für Großbritannien eine Medaille gibt und die Träume der dänischen Heimmannschaft von Edelmetall geplatzt waren. Und es ging weiter mit dem Nervenkitzel: Adelinde Cornelissen brachte den nach einer Herzoperation (er wurde an der Vet-Klinik von Gent nach Herzrhythmusstörungen „entflimmert“) wieder fitten Parzival mit zunehmender Prüfungsdauer immer besser ins Bild und hievte ihre niederländische Mannschaft an die Spitze des Zwischen-Klassements.
Helen Langehanenberg rettet Gold für Deutschland und wird entsprechend gefeiert. © Ernst Kopica
Helen Langehanenberg rettet Gold für Deutschland und wird entsprechend gefeiert.
© Ernst Kopica
Nun war es an Helen Langehanenberg kühlen Kopf in der Hitze von Herning zu bewahren. Und die sympathische und stets freundliche Pferdewirtschaftsmeisterin aus Billerbeck hatte mit Damon Hill den richtigen Partner. „Dami“ zeigte sein enormes Potential, lediglich zweimal zückten die Richter eine 7,0, alle anderen Wertungen waren höher: 84,377 %! Deutschland wird Europameister, nur 0,316% dahinter bleibt Silber für die Niederlande, die Briten holen sich mit weiteren 0,427 % Rückstand Bronze.
Vici und ihre Trainer Wolfram Wittig. © Ernst Kopica
Vici und ihre Trainer Wolfram Wittig.
© Ernst Kopica
Nachdem die Medaillenvergabe entschieden war, ritt Victoria Max-Theurer ihren Augustin in die Arena und der Oldenburger Hengst machte nichts verkehrt. Trainer Wolfram Wittig später im O-Ton: „Es hat Spaß gemacht, den beiden zuzusehen, und das sage ich nicht oft!“ In der Individualwertung bedeutete dies mit 74,772 % den 11. Rang für die Achleitnerin („Ich bin nicht volles Risiko gegangen, war aber voll zufrieden mit Augustin“). Was aber viel wichtiger war: Das österreichische Team klassierte sich auf dem sensationellen 6. Rang der 14 Nationen - ein Traumresultat!
Am Ende konnte Renate Voglsang doch noch jubeln. © Ernst Kopica
Am Ende konnte Renate Voglsang doch noch jubeln.
© Ernst Kopica
Damit war die Zitterpartie aber noch lange nicht vorbei, denn es sah zunächst danach aus, als ob Vici Österreichs einzige Vertreterin im Grand Prix Special am Freitag sei, aber in der letzten Gruppe stolperten dann noch einige Reiterinnen, die im heurigen Jahr immer klar vor Renate Voglsang platziert waren. „Es war ein Wahnsinn im Stadion zu sitzen und mir die Ritte anzusehen,“ schilderte die gebürtige Österreicherin unmittelbar danach ihre Gefühle. „Nachdem ich in London als 34. knapp gescheitert war und auch heuer in Aachen haarscharf an der Kür vorbeischrammte, hatte ich heute mit dem 29. Platz endlich Glück! Für Andrea John ist es schade, dass sie es diesmal als 33. knapp nicht schaffte. Denn es ist für uns beide aus finanziellen Gründen nicht leicht, zu einer EM zu fahren. Umso stolzer sind wir auf unser Abschneiden, denn mit Österreichs Team Sechster zu werden ist schon was, wir sind ja oft unterschätzt worden.“ Auch Equipe-Chefin Diana Wünschek strahlte : „Ein schönes Ergebnis, nur die großen Nationen sind vor uns, dann kommen schon wir!“
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