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22.08.2015

Gold und Bronze im Pas de Deux

Das war nichts für schwache Nerven! Nach einer auf höchstem Niveau stehende Konkurrenz sicherten sich die österreichischen Weltmeister und Titelverteidiger Jasmin Lindner und Lukas Wacha EM-Gold im Pas de Deux der Voltigierer, ihre Teamkolleginnen Evelyn Freund und Stefanie Millinger kamen mit Bronze zu ihrer ersten Championatsmedaille. Österreichs Fans jubelten!

Nichts für schwache Nerven: Gold für Jasmin Lindner, Lukas Wacha und Klaus Haidacher! © Andrea Fuchshumer
Nichts für schwache Nerven: Gold für Jasmin Lindner, Lukas Wacha und Klaus Haidacher!
© Andrea Fuchshumer
Die Europameister hatten aber nach zehn Sekunden ihrer Übung eine Schrecksekunde zu überstehen, als Lindner um zehn Zentimeter zu weit hinten landete und die folgenden Lektionen nicht wie vorgesehen geturnt werden konnten. Doch die beiden Routiniers behielten eiskalt die Nerven und versuchten mit noch größerem künstlerischen Ausdruck ihre "Carmina Burana-Musik" zu interpretieren, Hauptanteil am Erfolg hatte aber auch die diesmal viel bessere Pferdenote für ihren von Klaus Haidacher longierten Bram, der wesentlich entspannter ging als am Vortag. Dennoch betrug der Vorsprung auf die Pia Engelberty/Torben Jacobs am Ende lächerliche 0,128 Punkte.
Volle Konzentration vorher: Die alten und neuen Europameister! © Ernst Kopica
Volle Konzentration vorher: Die alten und neuen Europameister!
© Ernst Kopica
Unmittelbar nach ihrer Übung analysieren die Goldmedaillensieger ihr Missgeschick! © Ernst Kopica
Unmittelbar nach ihrer Übung analysieren die Goldmedaillensieger ihr Missgeschick!
© Ernst Kopica
Fast noch größer war die Freude über die Bronzemedaille bei der durch eine Kreuzbandverletzung gehandicapte Evelyn Freund und ihrer Partnerin Stefanie Millinger. Die beiden mussten in der Final-Entscheidung als Erste der Top-Paare in den Zirkel und hatten ebenfalls einen Patzer, als Millinger beim Aufgang Probleme hatte, aber Freund dieses Missgeschick geschickt kaschierte. Dann aber zündeten die beiden ein Feuerwerk an Schwierigkeiten auf ihrem Robbin (an der Longe Nina Rossin) und mussten danach tatenlos im Zuschauerraum auf die Ergebnisse ihrer Gegner warten. Die 23jährige Millinger später im Freudenjubel: "Das Warten war schlimmer als das Turnen!" Gemeinsam mit Freund, die am Dienstag ihre anstehende Knieoperation hat, zitterte sie bis zum letzten Paar – dann stand aber Bronze fest, die Enttäuschung der WM im Vorjahr als die schon sicher scheinende Medaille wegen eines Sturzes noch verloren ging, war vergessen.
Zittern für Evelyn Freund, Nina Rossin und Manfred Rebel! © Ernst Kopica
Zittern für Evelyn Freund, Nina Rossin und Manfred Rebel!
© Ernst Kopica
Dann der Riesenjubel über die Bronzemedaille! © Ernst Kopica
Dann der Riesenjubel über die Bronzemedaille!
© Ernst Kopica
Gänsehaut - Carmina Burana mit Lindner/Wacha und Bram! © Andrea Fuchshumer
Gänsehaut - Carmina Burana mit Lindner/Wacha und Bram!
© Andrea Fuchshumer
Schwierigkeiten am laufenden Band: Freund/Millinger und Robbin. © Andrea Fuchshumer
Schwierigkeiten am laufenden Band: Freund/Millinger und Robbin.
© Andrea Fuchshumer
Im Damen-Bewerb zeigte Lisa Wild auf Robbin ein erstaunlich starkes Technikprogramm und verteidigte vor dem abschließenden Kür-Finale ihren zweiten Rang. Die beiden deutschen Voltigiererinnen Christine Knauf und Christine Kuhirt sowie die Schweizerin Simone Jäiser werden dort ihre Konkurrentinnen um Edelmetall sein. Die weiteren beiden Österreicherinnen Katharina Luschin und Daniela Fritz sind als Gesamtfünte bzw. –sechste wohl schon zu weit zurück.
Lisa Wild überzeugte auch mit ihrer Technikübung! © Andrea Fuchshumer
Lisa Wild überzeugte auch mit ihrer Technikübung!
© Andrea Fuchshumer
Bei den Herren hatten am Ende unser Team bei der Medaillenvergabe leider nichts mehr mitzureden, Ramin Rahimi (auf Royal Salut, Longenführerin Manuela Barosch) schlug sich aber mit dem vierten Gesamtrang viel besser als vorher erhofft. Alle drei Herrenmedaillen gingen an Deutschland. Ein sichtlich zufriedener Equipechef Manfred Rebel war am Ende des Tages geschafft: "Nach den beiden Medaillen fiel mir ein großer Stein vom Herzen!

Ohne Hubert fängt hier nichts an

Bei sportlichen Großereignissen geht es heute nicht mehr ohne den Einsatz und das Engagement von Volunteers. Das CHIO war in dieser Hinsicht immer schon ein Vorreiter, denn die freiwilligen Helfer in Aachen identifizieren sich schon vielen Jahren mit diesem Reitsporthöhepunkt. Eines der hiesigen Originale heißt Hubert und steht beim Einritt, über ihn sagen seine Kollegen: "Ohne den fängt das hier gar nicht an." Noch länger dabei ist aber Wilhelm Speck, der als Ordner an der Haupttribüne Dienst macht: "1967 habe ich hier begonnen und seither kein Turnier ausgelassen!"

Beim Fahrdienst, der in Aachen mit noblen Maybach-Limousinen und Mercedes-Bussen unterwegs ist, gibt es seit einiger Zeit ein Alterslimit von 70 Jahren. Damit ist in diesem Bereich der "Senior" erst 16 Jahre lang dabei. Mit der Ausnahme von zwei Studenten kommen alle aus der Region und kennen die Stadt wie ihre Westentasche. Dennoch, jeder hat seine eigene Geheimroute um den Verkehrsstau zu umgehen. Drei verschiedene Varianten durfte ich bereits kennenlernen um in mein Hotel zu kommen. Was aber alle Mitarbeiter auszeichnet, das ist die Freundlichkeit und Bereitschaft zum Plaudern. Auch für Sonderaufgaben wie für Shuttle-Fahrten nach Köln sind sie sich nicht zu gut, wie mir Michele Schönbächler vom Schweizer Fernsehen erzählte.

Weniger gut klappt den Ergebnisdienst nach den Bewerben: Fehlerhafte Resultatlisten, IT-Probleme, auch deutsche Gründlichkeit und Perfektion lässt hier manchmal aus. So auch beim Mannschaftsfinale, als ein Mitglied der Parcoursmannschaft Cian O'Connor vor dem Sprung irritierte und sein Good Luck einen Fehler machte. Da die Iren damit hauchdünn die Olympiaqualifikation verpassten, protestierte die Mannschaft. Ohne Erfolg, denn O'Connor hatte seinen Parcours nach dem Missgeschick fortgesetzt. Die Jury hätte nur dann abgeläutet, wenn er gemäß Artikel 233.3 der FEI-Regeln den Ritt unterbrochen hätte. Regelkunde ist manchmal auch für Weltklassereiter wichtig!
Seit 1967 im Einsatz: Aachen-Freiwilliger Wilhelm Speck! © Ernst Kopica
Seit 1967 im Einsatz: Aachen-Freiwilliger Wilhelm Speck!
© Ernst Kopica
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