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18.07.2012

Greenwich Park ist bereit

Schön langsam wird es ernst, das Reitstadion ist fast fertig und die Zahl der österreichischen Reiter bei den Olympischen Sommerspielen ist auf vier angewachsen. Denn neben Victoria Max-Theurer, Renate Voglsang und Harald Ambros geht auch noch Thomas Daniel im Greenwich Park an den Start, nämlich im Modernen Fünfkampf zwei Tage nach Ende der Reitbewerbe. Im Gespräch mit Ernst Kopica erklärt er, worauf es in seiner Disziplin ankommt.

Greenwich Park London © FEI
So sieht es derzeit im Reitstadion des Greenwich Park aus.
© FEI
Wie wichtig ist die Disziplin Reiten im Modernen Fünfkampf?

Bei den letzten Olympischen Spielen sind die Medaillen meist durch das Reiten entschieden worden. Teilnehmer, die noch vor diesem Bewerb vorne waren, sind weit zurückgefallen. Nicht bei jedem Fünfkampf ist dies so, aber bei den letzten vier Olympischen Spielen haben die Pferde die Entscheidung gebracht. In London wird es in erster Linie auf das Fechten und das Reiten ankommen.

Wie sehr kommt es auf das Glück bei der Pferdeauslosung an?

In England wird es definitiv so sein, dass Top-Pferde am Start sein werden, da wird dieser Punkt nicht so sehr ins Gewicht fallen. England als Pferdeland garantiert dafür, dass wir ein hohes Niveau haben werden wie nie zuvor. Allerdings wird auch ein Parcours mit allen Raffinessen aufgebaut sein. Wichtig ist in erster Linie, dass man mit dem Pferd harmoniert. Es kann ein Superpferd an den Start kommen, aber wenn ich nicht mit ihm harmoniere wird es nicht funktionieren.

Wie lange hat man Zeit das Pferd beim Abreiten kennenzulernen?

Jeder Teilnehmer hat nur 20 Minuten um sich auf das jeweilige Pferd einzustellen und das ist verdammt wenig. Fünf Probesprünge sind erlaubt. Im Fünfkampf ist es in der Regel so, dass man sich als Reiter dem Pferd voll anpassen muss. Geritten wird ein Parcours mit 12 Sprüngen bzw. 15 Hindernissen, also immer eine Zweifache und eine Dreifache dabei, die Springhöhe beträgt 1,20 Meter.
Thomas Daniel © ÖOC
Thomas Daniel reitet im Modernen Fünfkampf.
© ÖOC
Wie trainiert man das Reiten für den Modernen Fünfkampf?

Da man im Wettkampf verschiedene Pferde reitet, muss man dies auch im Training berücksichtigen. Ich trainiere im Reitzentrum Bad Fischau von Michael Rösch, wo ich diesbezüglich ideale Bedingungen vorfinde. Für die Analyse meines Pferdes in London habe ich mit Wolfgang Splitek einen eigenen Betreuer mit. Ich selber würde mich als eher besseren Reiter einschätzen, denn mir passieren über den Sprüngen nur wenig Fehler.

Hast du deine eigene Ausrüstung für die Reitbewerbe?

Nein, man hat Gerte und Sporen und setzt sich aufs Pferd. Sattel, Zügel, Gamaschen und so ist alles vorbereitet.
Stefanie Schwaiger © Christian Jansky
Stefanie Schwaiger baut Turnierstress beim Reiten ab.
© Christian Jansky
Und beim Durchforsten der Biographien aller 70 österreichischen Olympiastarter (31 Damen und 39 Herren) entdeckt man noch eine Athletin, die im Sattel sitzt, wenngleich auch nur freizeitmäßig. Nämlich die Beachvolleyballerin Stefanie Schwaiger, die gemeinsam mit ihrer Schwester Doris in London antreten wird: "Ich habe bei mir zu Hause im Waldviertel zwei Pferde, die schon etwas älter sind. Für mich ist das Reiten eine ideale Freizeitbeschäftigung, entspannend nach dem ganzen Wettkampfstress!"
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