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06.08.2012

Großbritannien holt Mannschaftsgold bei Olympia

War das spannend! Erst im Stechen wurde der Olympiasieg im Mannschaftsspringen entschieden. Die britische Equipe legte in der Entscheidung drei fehlerfreie Ritte hin und holte sich damit Gold vor den bis zum Schluss tapfer dagegen haltenden Niederländern. Dies war die erste Mannschaftsmedaille für das Team GB seit Los Angeles vor 28 Jahren!

Gold für Nick Skelton und sein britisches Team, Niederländer kämpften und holten Silber, überraschendes Bronze für Saudi-Arabien. © Tomas Holcbecher
Gold für Nick Skelton und sein britisches Team, Niederländer kämpften und holten Silber, überraschendes Bronze für Saudi-Arabien.
© Tomas Holcbecher
Bob Ellis hat auch für die Mannschaftsentscheidung einen gefinkelten Parcours aufgebaut, der unter dem Motto „Ein maritimer Tag“ stand. Bereits beim Course Walk zeigten sich die Klippen, wobei jene von Dover die augenscheinlichsten waren. Die dortige Steilküste diente nämlich als Vorbild für den Wassersprung, bei dem die Pferde allerdings erst in letzter Sekunde die blaue Oberfläche sahen. Aber auch die drei Steilsprünge über 1,60 Meter und der vorletzte Oxer (1,55 x 1,80) hatten es in sich. So war es auch nicht verwunderlich, dass von den insgesamt 21 Individualreitern, die vor den acht Mannschaften dran waren, nur ein einziger fehlerfrei blieb: Der Deutsche Marcus Ehning auf Plot Blue!
So präsentierte sich der Wassergraben im Anritt. © Pferderevue
So präsentierte sich der Wassergraben im Anritt.
© Pferderevue
Werner Muff kam zwar mit Kiamon sicher über die Cliffs of Dover, am Ende blieb der undankbare vierte Platz für seine Schweizer. © Pferderevue
Werner Muff kam zwar mit Kiamon sicher über die Cliffs of Dover, am Ende blieb der undankbare vierte Platz für seine Schweizer.
© Pferderevue
Bei den Teams kristallierte sich bald das Duell Großbritannien gegen Niederlande heraus: Nick Skelton und Scott Brash bzw. Maikel van der Vleuten und Marc Houtzager hielten ihr Punktekonto souverän sauber. Die übrigen Mannschaften hatten schon einen gehörigen Rückstand als Peter Charles, der letzte Reiter der Briten, mit Vindicat an der letzten Planke vier Fehler aufriss. Gerco Schröder hätte nun ausgerechnet mit London hier alles klar machen könne, aber auch bei ihm fiel eine Stange.
Marc Houtzagers Tamino sicher über Charles Darwin. © Tomas Holcbecher
Marc Houtzagers Tamino sicher über Charles Darwin.
© Tomas Holcbecher
Dieser Abwurf von London in London kostete den Sieg. © Pferderevue
Dieser Abwurf von London in London kostete den Sieg.
© Pferderevue
Peter Charles behielt mit Vindicat die Nerven, hier der letzte Sprung zu Gold. © Michael Rzepa
Peter Charles behielt mit Vindicat die Nerven, hier der letzte Sprung zu Gold.
© Michael Rzepa
Während die saudi-arabische Equipe nach ihrer Halbzeitführung und vier soliden Ritten am zweiten Tag über eine historische Bronzemedaille jubelten, haderten die Schweizer mit einem undankbaren vierten Platz. Zum Thema Doping wollten sich später die Saudi-Reiter in der Pressekonferenz nicht äußern: No comment! Während dessen bereiteten sich die beiden heute überragenden Mannschaften GB und NL auf das Jump-off vor. Und im Gegensatz zu den Fußballern beim Elfmeterschießen hielten die Nerven der britischen Springreiter: Nick Skelton auf Big Star war schnell und blieb Null, Jur Vrieling auf Babalu hielt ein wenig langsamer dagegen, Ben Maher war ebenso souverän und machte Druck auf die Oranjes. Als Maikel van der Vleutens Verdi zwei Abwürfe hatte änderten die Niederländer ihre Taktik und wollten mit Nuller-Ritten scoren, aber Tamino mit dem „halben Österreicher“ Houtzager hatte in der Dreifachen einen den entscheidenden Abwurf.
Grenzenloser Jubel unter den 20.000 Fans brandete nach dem Ritt von Peter Charles auf. Ausgerechnet er, dessen Nominierung nicht ganz unumstritten war (viele hätten lieber Michael Whitaker in der Mannschaft gesehen) sicherte mit dem dritten Nuller den britischen Olympiasieg.

Die Ergebnisse im Mannschaftsspringen
Ein Bild aus dem streng bewachten Stallbereich: Augustin mit seiner Reiterin. © Victoria Max-Theurer
Ein Bild aus dem streng bewachten Stallbereich: Augustin mit seiner Reiterin.
© Victoria Max-Theurer

Zum Thema Doping

Noch nie fiel bei den Reitbewerben der Olympischen Spiele das Wort „Doping“, nicht einmal „Verbotene Medikation“ nahm man in den Mund. Nur gestern war das kanadische Team von einer Entscheidung der Veterinäre betroffen, als Tiffany Fosters Pferd Victor  Startverbot erhielt, da die Thermokameras eine Hypersensitivität links vorne anzeigten. Die anschließende Pressekonferenz mit einer in Tränen aufgelösten Reiterin, deren Olympiaträume geplatzt waren, hätte sich die FEI sparen können, auch wenn Präsidentin Haya noch so viel Mitgefühl zeigte.

Hoffentlich bleiben die Reiter auch weiterhin von Dopinggeschichten verschont, in Hong Kong war es ja lange Zeit auch so. Dann aber kannte jeder das Mittelchen Capsaicin - die Springreiter hatten in die Tube gegriffen, im wahrsten Sinn des Wortes! Und auch die Spiele 2004 in Athen sind einem mit einem Betamethason-salbengetränkten Goldfever noch unliebsam in Erinnerung. Sind wir also froh, dass es heuer bei den Reitern in dieser Hinsicht ruhig ist. Bei den anderen Sportarten hält sich die Aufregung auch in Grenzen, vielleicht weil die Dopinglabors offensichtlich nicht ganz auf der Höhe der Zeit sind? Wenn aber eine chinesische Schwimmerin auf den letzten 50 von 400 Metern schneller schwimmt als der männliche Olympiasieger Ryan Lochte, dann darf man schon einmal nachfragen wie so etwas möglich ist, oder? Einen interessanten Beitrag zu diesem Thema fand ich ausgerechnet in der Onlineausgabe der „Musenblätter“:

Zum Thema „Siegen um jeden Preis“ passt auch die Geschichte der chinesischen Wasserspringerin Wu Minxia, die sich hier in London ihre dritte Olympiagoldmedaille geholt hatte. Sie lebt nämlich seit 10 Jahren in einem Trainingscamp der chinesischen Regierung, abgeschieden von Familie und Freunden. „Projekt 119“ heißt diese Sportler-Goldschmiede und Wu wurde lange Zeit verheimlicht, dass ihre Großeltern verstorben seien und ihre Mutter Krebs hat. Und als ihre Eltern jetzt zum dritten Olympiasieg nach London kommen durften, wurden sie nochmals aufgefordert, diese Nachrichten bis nach dem Wettkampf zurückzuhalten, um Wus Konzentration nicht zu stören. Da bin ich aber wirklich gespannt was im Pferdesport passiert, wenn China auch hier Fuß fasst. Wirtschaftliche Interessen und Verflechtungen nach Peking gibt es ja bereits. Es würde mich nicht wundern, wenn Paul Schockemöhle dort kräftig mitmischen wird. In London verstärkt er das ukrainische Betreuerteam – in schickem Outfit!
Paul Schockemöhle im "schicken" ukrainischen Outfit ist auch ohne Totilas in London dabei. © Pferderevue
Paul Schockemöhle im "schicken" ukrainischen Outfit ist auch ohne Totilas in London dabei.
© Pferderevue