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04.07.2017

Haarspray des Besitzers führt zu positivem Dopingbefund bei Springpferd

Mit einem besonders skurrilen Fall von Doping musste sich zuletzt der Strafausschuss des Weltreiterverbandes auseinandersetzen.

Die verbotene Substanz soll über die Hände des Besitzers in den Organismus des Pferdes gelangt sein. © www.slawik.com
Die verbotene Substanz soll über die Hände des Besitzers in den Organismus des Pferdes gelangt sein.
© www.slawik.com
Der Fall reicht in den August des Jahres 2015 zurück. Im Rahmen eines ein-Sterne-Springturniers wurde der belgisch gezogene Wallach Felix van de Mispelaere des Südafrikaners Jonathan Clarke positiv auf die verbotene Substanz Minoxidil getestet. In der Humanmedizin wurde der Stoff ursprünglich zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt, heute findet Minoxidil jedoch vor allem in der Therapie von erblich bedingtem Haarausfall Verwendung. Beim Pferd gibt es aktuell keinen erlaubten Einsatz.

Umso größer war die Verwunderung über den positiven Dopingbefund des Wallachs auf diese Substanz. Vor allem auch deshalb, weil das Besitzerehepaar Diane und Mark Slade angaben, im Stall stets peinlichst genau auf hochqualitatives Futter geachtet und lediglich biologische Produkte aus eigener Erzeugung verabreicht zu haben. Die Pferde hätten nie kommerzielles Futter von außerhalb des Betriebes erhalten. Eine Kontamination auf diesem Weg konnte demnach schnell ausgeschlossen werden. Auch das Pflegepersonal habe man hinreichend über eventuelle Dopinggefahren aufgeklärt und der Reiter, der vor dem FEI Tribunal ja als ‚person responsible’, also als verantwortliche Person gilt, sei nie in die Pflege oder das Management des Pferdes involviert gewesen.

Fündig wurde man schließlich an ganz anderer Stelle. Wie Besitzer Mark Slade im Bericht des Strafausschusses angab, verwendet er seit 1999 auf Anraten eines Apothekers das Anti-Haarausfallprodukt Regaine, das er später durch das Nachahmerpräparat Minoxidil 5% ersetzte. Beide Produkte enthalten jenen Stoff, der im Urin des belgischen Wallachs gefunden worden war.

Wie Slade anführte, massiert er das Tonikum zweimal täglich auf die Kopfhaut ein um sein Haarwachstum zu verbessern. Einmal getrocknet, hat Minoxidil eine klebrige Konsistenz und verbleibt auf der Kopfhaut bis es abgewaschen wird. Kommt er mit Feuchtigkeit - etwa Schweiß – in Kontakt, kann der Stoff bei einer Berührung des Kopfes leicht wieder auf die Hände übertragen werden.

Am Tag der Dopingprobe habe Slade seinem Pferd mit der Hand einige Grasbüschel gefüttert und es dem untersuchenden Veterinärmediziner vorgestellt – eine Tätigkeit, die sonst seine Frau übernehme. Da diese aber bereits ein anderes Pferd aufgewärmt habe, sei die Sache an ihm hängengeblieben.

An diesem Tag sei es sehr warm gewesen. Slade will sich daran erinnern, dass er seine Kappe abgenommen, sich über die Stirn gewischt und am Kopf gekratzt hat. Zudem habe er dem Tierarzt die Hand geschüttelt und dem Wallach den Kopf gekratzt, den es dort gejuckt habe.

Nach Ansicht der drei konsultierten Experten kann der positive Befund durchaus über das händisch verfütterte Gras hervorgerufen worden sein. Denkbar wäre aber auch, dass die Probe selbst kontaminiert wurde, nachdem sie entnommen worden war.

Das FEI Tribunal kam damit zu dem Schluss, dass Mark Slades Haaratonikum der Auslöser für den positiven Befund bei Felix van de Mispelaere gewesen sei. Weil dessen Reiter Jonathan Clarke zu keiner Zeit Kenntnis darüber hatte noch Einfluss darauf hätte nehmen können, wurde er von„jeglichem Fehlverhalten oder Fahrlässigkeit“ freigesprochen. Weitere Sanktionen gegen ihn bleiben damit aus.

ps
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