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13.10.2011

Herbstzeit ist Maukezeit

Matschige Paddocks, schlammige Koppeln und ein feucht-kaltes Klima sind nicht nur typische Begleiterscheinungen des Herbstes, sie begünstigen auch eine lästige Hautkrankheit beim Pferd: die Mauke.

Mauke gilt als besonders lästige Hauterkrankung beim Pferd, die Therapie ist oft mühselig und langwierig. © Lothar Lenz
Mauke gilt als besonders lästige Hauterkrankung beim Pferd, die Therapie ist oft mühselig und langwierig.
© Lothar Lenz
Die auslösenden Bakterien der Mauke, eines Ekzems der Fesselbeuge, treten vor allem in feuchten und mit Kot und Urin verschmutzten Böden auf. Schlammpartikel reiben auf der aufgeweichten Haut. Ist es auch noch kalt, verringert sich die Hautelastizität – und Risse entstehen. Ideale Voraussetzung für die Krankheitserreger um sich anzuheften, in die Schadstellen einzudringen und sich zu vermehren.

Was im frühen Stadium mit schmerzhaften Rötungen und zum Teil verkrustetem eitrigem Sekret der obersten Hautschichten beginnt, kann sich bei Fortschreiten der Erkrankung in tiefere Schichten ausdehnen. Die Krusten werden größer, flächiger, es entstehen Falten und tiefe Risse in der Haut, die bei Belastung immer wieder aufreißen und große Schmerzen verursachen. Die Mauke wird chronisch. In manchen Fällen ist das Ekzem nicht nur auf die Fesselbeuge begrenzt, sondern dehnt sich weiter auf das Röhrbein aus, häufig begleitet von erheblichen Schwellungen und Lahmheiten.

Viele Ursachen

Neben dem Mangel an Hygiene gibt es eine Reihe weiterer Faktoren, die die Entstehung von Mauke begünstigen können. Ist das Immunsystem eines Pferdes geschwächt, ist es anfälliger für Krankheiten – so auch für die Mauke.

Auch übertriebene Pflegemaßnahmen wie tägliches Waschen der Pferdebeine können ebenso dafür verantwortlich sein wie eine fehlerhafte Ernährungen und Milben- oder Pilzbefall. Auch durch chemische Zusätze belastete Böden oder Einstreuarten können die Haut an den Pferdebeinen irritieren und als Auslöser in Frage kommen. Tritt die Mauke ganzjährig auf, ist also eine genaue Ursachenforschung notwendig, um den verantwortlichen Faktor zu bestimmen und auszuschalten. Gerade in der Zeit der Matschpaddocks ist es wichtig, dass alle Pferde (auch rangniedrige!) die Möglichkeit haben, immer wieder trocken stehen zu können. Zudem sollte bei Schmuddelwetter besonders häufig abgemistet werden, um die Bildung eines reizenden Schlamm-Kot-Urin-Cocktails möglichst gering zu halten.
Mit Kot und Urin verunreinigter, tiefer Matsch ist eine ideale Brutstätte für Mauke-Erreger. © Alessandra Sarti
Mit Kot und Urin verunreinigter, tiefer Matsch ist eine ideale Brutstätte für Maukeerreger.
© Alessandra Sarti

Risikogruppen

Weiße Beine sind in der Regel häufiger betroffen als dunkle, und wie auch bei anderen Hauterkrankungen gelten fuchsfarbene Pferde als anfälliger für Mauke als Pferde anderer Farben.

Eine spezielle Form der Mauke tritt bei Tinkern und anderen Pferderassen mit viel Behang auf. Hier sind Milben, die tief in der Haut in den Haarbälgen leben, an der Erkrankung beteiligt. Diese Milben sind im Prinzip immer dort und müssen nicht zwingend ein Problem verursachen - ist der Hautstoffwechsel jedoch stark belastet (z.B. während des Fellwechsels) kann die Krankheit plötzlich ausbrechen. Betroffene Tiere leiden dann unter starkem Juckreiz, was sich in häufigem Aufstampfen, Benagen der Beine und Scheuern bemerkbar macht. Abgesehen von einer möglichen Milbenbelastung begünstigen die langen Haaren die Bildung eines feuchtwarmen Mikroklimas, das auch den herkömmlichen Mauke-auslösenden Bakterien optimale Lebensbedingungen bietet. Trotz der Nachteile, die sich aus dem Behang ergeben, ist ein Abschneiden des Fesselbehangs (außer in wenigen Einzelfällen) nicht ratsam, denn zum einen schützen die Haare die Fesselbeuge auch vor Schmutz und Feuchtigkeit, zum anderen reizen nachwachsende Haare die bereits angegriffene Hautpartie zusätzlich.

Mauke richtig behandeln

Das A und O bei der Behandlung der Mauke ist die Beseitigung der Ursache. Ein betroffenes Pferd sollte möglichst viel Gelegenheit haben, trocken zu stehen. Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten, kann es sogar notwendig werden, das Pferd ganz aufzustallen.

In leichten Fällen sollen die befallenen Stellen trocken gesäubert und anschließend mit einer Heilsalbe behandelt werden. Zinkoxidhaltige Salben, Zink-Lebertransalben, Sulfonamidlebertransalben oder Salben auf Ringelblumen (Calendula)-Basis haben sich in diesem Zusammenhang bewährt.
Haben sich bereits Krusten gebildet, muss man gut unterscheiden, ob es sich dabei um guten Schorf (rot und trocken) oder um gelbe Verklebungen und schlechten Schorf (unter dem es schmierig ist) handelt. Während guter Schorf am Pferdebein verbleiben darf, sollten Verklebungen und schlechter Schorf entfernt werden. Leichter und für das Pferd angenehmer ist es, wenn Sie diese Krusten mit Seifen oder desinfizierenden Salben aufweichen, bevor Sie sich an deren Entfernung machen. Sind alle Krusten beseitigt, werden die betroffenen Bereiche mit dreiprozentigem Wasserstoffperoxid oder einem Polyvidonjod wie Betaisodona abgespült. Austrocknende Puder oder wundheilungsfördernde Salben (siehe oben), im Anschluss aufgetragen, helfen, dass sich neue gesunde Haut bilden kann. Auch auf dem homöopathischen Sektor gibt es einige Mittel, die sich in der Bekämpfung von Mauke als hilfreich erwiesen haben. Sulfur, Silicea oder Thuja kommen hierbei am häufigsten zum Einsatz. Bei wiederkehrenden Maukeerkrankungen ist eine Konstitutionsbehandlung sinnvoll.

Liegt eine tiefergreifende Erkrankung vor, kann es notwendig sein, die Bakterien mit Antibiotikagaben zu bekämpfen. Eine vorhergehende Tupferprobe und die Erstellung eines Antibiogramms machen eine gezielte Behandlung gegen die beteiligten Keime möglich. Trotz aller Vorteile sollte eine Behandlung mit Antibiotika immer erst dann erfolgen, wenn es ohne nicht geht. Zudem ist die genaue Einhaltung der Dosierung und der verordneten Verabreichungsdauer sehr wichtig, da die Bakterien sonst schnell Resistenzen ausbilden und dann nicht mehr wirkungsvoll behandelt werden können.

Leidet Ihr Pferd nicht unter erheblichen Schmerzen oder Fieber, sorgen Sie für ausreichend Bewegung. Sie fördert die Durchblutung der Pferdebeine, die wiederum essentiell für die Heilung ist.
Mauke behandeln © Lothar Lenz
Sulfonamidlebertransalben werden gerne bei Mauke eingesetzt. Sie wirken heilungsfördernd und keimtötend und sollten täglich dick auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.
© Lothar Lenz

So beugen Sie sinnvoll vor

Die tägliche gründliche Säuberung des Pferdes ist die beste Prophylaxe gegen Mauke. Schlammige Pferdebeine sollten nicht gewaschen, sondern besser mit einer geeigneten Wurzelbürste trocken gereinigt werden. Achten Sie dabei unbedingt darauf, dass die Bürste zwar fest beschaffen (sonst lässt sich der eingetrocknete Schlamm nicht entfernen), aber nicht scharfkantig ist. Jede noch so kleine Verletzung in der Fesselregion begünstigt die Entstehung von Mauke. Wenn Sie die Pferdebeine doch einmal waschen, tupfen Sie die Fessel mit einem sauberen Handtuch sorgfältig trocken. Verzichten Sie auf vorbeugendes Einschmieren der Fesselbeuge, besonders dann, wenn die Haut nicht völlig trocken ist. Die häufig verwendeten Fettcremen halten die Feuchtigkeit länger als nötig in der Haut, verstopfen die Poren und blockieren die natürliche Hautfunktion unnötig.

Auch eine individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen Pferdes abgestimmte Fütterung spielt eine wichtige Rolle in der Vorbeugung. Ein Überangebot an leicht verdaulichen Kohlenhydraten (Anweiden im Frühjahr), aber auch ein hoher Proteingehalt kann die Entstehung von Mauke begünstigen. Eine bedarfsgerechte, gesunde Ernährung hingegen schafft gute Voraussetzungen für die Selbstheilungskräfte im Körper des Pferdes.

Die Unterversorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen kann ebenso schädlich sein wie eine Überdosierung. „Viel hilft viel“ sollte deshalb nicht der Leitsatz sein. Schlägt sich Ihr Pferd immer wieder mit Maukebefall herum, sollten Sie ein Blutbild anfertigen lassen, um feststellen zu können ob eventuelle Mängel oder Imbalancen vorliegen.
Mauke - Anke Ruesbueldt - Cadmos © Cadmos
© Cadmos

Buchtipp

Mauke
Vorbeugen, Erkennen, Behandeln
Anke Rüsbüldt
ISBN 978-3-86127-263-2
erhältlich über AV-Buch: bestellen

Mauke ist die Bezeichnung für Hauterkrankungen im Bereich der Fesselbeuge. Mauke tritt oft in den Wintermonaten auf und ist von vielen Pferdebesitzern gefürchtet, da sie nicht einfach zu behandeln und die Heilung oft langwierig ist. Die praktizierende Fachtierärztin für Pferde und Autorin mehrerer Pferdefachbücher,Anke Rüsbüldt,  beschreibt in diesem Buch, wie man Mauke erkennt, durch richtige Haltung und Pflege verhindert und im Falle der Erkrankung erfolgreich behandeln kann.
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