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17.02.2016

Hilfe für Namibias Wüstenpferde

Die einzigen Wildpferde Afrikas kämpfen Jahr für Jahr ums Überleben. Aufgrund der aktuell herrschenden Dürre hängt der Fortbestand der Tiere wie schon so oft an einem seidenen Faden.

Um den widrigen Bedingungen der Wüste zu trotzen, haben die Namib-Wildpferde erstaunliche Überlebensstraegien entwickelt. © demerze l21- Fotolia.com
Um den widrigen Bedingungen der Wüste zu trotzen, haben die Namib-Wildpferde erstaunliche Überlebensstraegien entwickelt. So lecken sie sich etwa gegenseitig ab, um ihren Salzhaushalt mit Schweiß aufzubessern. Im Extremfall wird sogar der eigene Kot zur neuerlichen Wiederverwertung und zur Nutzung der letzten Nährstoffe gefressen.
© demerze l21- Fotolia.com
Die Wilden Pferde Namibias sind ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Als die Region vor rund 100 Jahren vom Diamantenboom beherrscht wurde, kamen sie mit Glücksrittern und Militärs ins Land. Doch mit dem Ende des ersten Weltkrieges wurden ihre Dienste nicht länger benötigt. Die Pferde wurden in der Wüste versprengt, einem Landstrich, der von Sonne, Sand und Sturm geprägt wird. Und trotz widrigster Bedingungen fanden sie hier eine neue Heimat.

Die an der Westküste Afrikas gelegene Namib gilt als die älteste Wüste der Welt. Gleichzeitig ist sie die trockenste Region des Kontinents. Dass die rund 200 wilden Pferde, die für eine Existenz in der Wüste gar nicht geschaffen sind, hier überhaupt überleben können, ist ihrer erstaunlichen Anpassungsfähigkeit geschuldet. Das lebenswichtige Wasser finden die Tiere bei einem alten Bohrloch. Solange die Pferde in seinem Umkreis bleiben, ist gesichert, dass sie nicht verdursten. Doch weil die von hier aus erreichbaren Weidegründe oft schon völlig abgegrast sind, herrscht die meiste Zeit akuter Mangel an Nahrung. Und so hängt das Überleben der Tiere Jahr für Jahr von den höchst seltenen Regenfällen ab.

Wasser und Salz

Aktuell bleibt der Regen wieder einmal aus und die Pferde der Namib sind wie schon so oft in ihrer Existenz bedroht. Doch die Tiere haben in den vergangenen Jahrzehnten dank ihres unbändigen Überlebenswillens den Status einer beliebten Sehenswürdigkeit erlangt. Tausende Besucher pilgern jährlich nach Garub, um die einzigen Wildpferde Afrikas zu sehen. Ein Grund, warum die Region die vierbeinigen Einwanderer mittlerweile als schützenswert erkannt hat. Gegen Ende des vergangenen Jahres spendete der FNB Namibia Holdings Trust, das größtes Kredit- und Finanzunternehmen des Landes, 100.000 Nambia Dollar, umgerechnet etwa 5.600 Euro, an die Namibia Wild Horses Foundation. Damit wurden Wasser und Salzlecksteine gekauft und zu den Pferden transportiert um die aktuelle Notlage etwas zu entschärfen.

„Ein Sackleckstein kostet einschließlich des Transports 330 N$ und reicht für ein Pferd über 40 Tage“, erklärt Telané Greyling. 1992 entdeckte die aus Südafrika stammende Zoologin während einer Namibia-Reise ihre Liebe zu den Wildlingen. Seither beobachtet und erforscht sie die Überlebenskünstler. „Zur Zeit gibt es 167 Wilde Pferde und seit Oktober vergangenen Jahres versorgen wir sie mit zusätzlichem Salz, um sie durch die Dürre zu bringen“, erklärt Greyling, die aktuell als Beraterin für das namibische Umwelt- und Tourismusministeriums arbeitet. Diese Unterstützung wolle man fortsetzen, bis es wieder ausreichend Gras gebe. Doch dafür braucht es dringend Regen. Bleibt der Niederschlag weiterhin aus, wird man zusätzliche Nahrung für die wilden Pferde auftreiben üpssen, denn die derzeitigen Vorräte reichen nur noch bis kommenden März.

Dokumentation Namibias Wüstenpferde

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