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12.11.2013

Hilfeschrei der Tierärzte

Unterbezahlt, überlastet, verschuldet, ausgebrannt:Der Beruf des (Pferde)Tierarztes - von vielen immer noch als Traumjob glorifiziert - steckt in der Krise. Sollen unsere Pferde auch künftig von gut geschulten und motivierten Veterinären untersucht und behandelt werden, ist ein rascher Weg aus der Abwärtsspirale vonnöten.

Sie haben im Bestfall 21 Jahre lang an Schulen und Universitäten gelernt und studiert (im Durchschnitt allerdings wesentlich länger - aufgrund von Wartezeiten - und weil sie neben dem Studium bereits arbeiteten), haben zahlreiche unbezahlte Praktika absolviert, jahrelange fachliche Spezialisierungen und kostspielige Fortbildungen auf sich genommen, viel Geld in Equipment und die eigene Praxis investiert, sind hoch motiviert und von Idealismus beseelt ins Berufsleben gestartet - um einige Jahre später physisch und psychisch ausgebrannt, am Existenzminimum schrammend und vielfach überschuldet entweder das Handtuch zu werfen oder bis zur völligen Erschöpfung (und in extremen Fällen sogar bis zum vorzeitigen Ableben) weiterzuarbeiten.

Die Rede ist von Österreichs (Pferde)TierärztInnen. In Großbritannien und Deutschland ist die Situation ähnlich brisant, Studien zum Thema haben ergeben, dass das Suizidrisiko unter britischen TierärztInnen dreimal so hoch ist wie unter der übrigen Bevölkerung. Vor allem in den vergangenen Jahren sei die Situation zunehmend unerträglich geworden, so der Tenor vieler PraktikerInnen in Österreich.

Geringes Ansehen, schlechte Zahlungsmoral – und vor allem der Anspruch seitens der Klientel, jederzeit rund um die Uhr (kostenfrei) auch für Bagatellfragen zur Verfügung stehen zu müssen, treiben manche TierärztInnen an die Grenzen der Belastbarkeit – und darüber hinaus. Keiner und keine wagt es, die vom Gesetz vorgesehenen – und verbindlichen! – Honorare, die sich an den realistischen Kosten für die erbrachten Leistungen orientieren, zu fordern, Dumpingpreise sind an der Tagesordnung.

Aus dieser jahrelang vorangetriebenen Abwärtsspirale herauszufinden, ist nicht einfach, aber unabdingbar, soll auch in Zukunft gewährleistet sein, dass unsere Tiere, vor allem unsere Pferde, von fachlich gut ausgebildeten und motivierten VeterinärmedizinerInnen behandelt werden. Ein erster Schritt ist Einsicht in und Verständnis für die Situation, in der sich viele, wenn nicht die meisten PferdepraktikerInnen befinden.

Dies zu ermöglichen, war der Beweggrund für unseren Beitrag "Tierärzte in der Misere - vom Traumberuf zum Albtraumjob". Verstehen Sie den Text gerne als Hilfeschrei. Es ist 5 vor 12, wie die Österreichische Tierärztekammer anmerkt. Und viele TierärztInnen sind mittlerweile schon dankbar für ein von Herzen kommendes „Dankeschön“ – oder dafür, dass man sie nicht um 6 Uhr morgens mit Futterbestellungen behelligt.
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