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27.05.2011

Im Umgang mit unseren alten Pferden

spiegelt sich auch unsere Einstellung zu unserer eigenen Zukunft.

„Was ist also das Tolle an einem alten Pferd?“, fragt Birgit Zimmel, Besitzerin von Plischi, einem 29 Jahre alten Noriker, in ihrem berührenden Text „Leben mit einem alten Pferd“ (hier können Sie den ungekürzten Text nachlesen). Und gibt die Antwort: „Es ist die Vertrautheit, der lange gemeinsame Weg, die vielen Höhen und Tiefen, die wir miteinander erlebt haben.“ Das Leben mit einem alten Pferd ist nicht immer einfach, es bedeutet Rücksichtnahme, sich einstellen auf die veränderten Bedürfnisse des ergrauten Partners, es bedeutet vielfach auch Verzicht: Verzicht auf ein jüngeres Pferd, eines, das gesünder und fitter ist, das man reiten könnte…

Häufig werden Pferde, wenn sie den Anforderungen ihrer ReiterInnen nicht mehr genügen, „pensioniert“, im Spitzensport werden sie verabschiedet, oft unter großer Anteilnahme des Publikums. Wenn das Pferd erfolgreich und bekannt war. Sehr viel öfter jedoch werden Pferde, die nicht mehr gebraucht werden oder nicht mehr brauchbar sind, anderweitig verwertet. Vor allem Noriker trifft dieses Schicksal gehäuft. Dass dies nicht zwangsläufig so sein muss, dass das gemeinsame Altwerden mit seinem Pferd auch Freude und Bereicherung sein kann, erzählen die Geschichten unserer LeserInnen über ihre alten Pferde (in unserer Juniausgabe ab Seite 46). Aus den Texten spricht viel Liebe, Verständnis und auch Bewunderung für die Persönlichkeit der gealterten Freunde. Und es ist sicher nicht falsch, einen Zusammenhang zwischen dieser Einstellung und dem hohen Alter der Pferde zu vermuten.

„Letztendlich entscheidet die Wertschätzung für ein Lebewesen, das auf mannigfaltige Art und Weise unser Leben bereichert, wie alt man Pferde werden lässt.“ So MMag. Gertrud Grilz-Seger und Dr. Thomas Druml in ihrem interessanten Text über die Faktoren, die ein Pferdeleben limitieren (in unserer Juniausgabe ab Seite 55). „Im Umgang mit einem alten Pferd spiegelt sich gleichzeitig auch unsere Einstellung zu unserer eigenen Vergangenheit und Lebensgeschichte. Die Beziehung bringt uns in Berührung mit einem Thema – dem Alter und Lebensende –, das, weitgehend verdrängt, dennoch zum Leben gehört.“ Im Umgang mit einem alten Pferd spiegelt sich auch unsere Einstellung zu unserer eigenen Zukunft. Denn alle werden wir älter. Und alle sind wir vergänglich.

Herzlichst,

Eva Morawetz

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