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02.08.2013

Immunsystem steuert Fruchtbarkeit von Stuten

Der Verlust eines Fohlens in den ersten Wochen der Trächtigkeit ist beim Pferd keine Seltenheit. Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien haben nun herausgefunden, dass bestimmte Immunzellen im Blut der Mutterstute dafür verantwortlich sein können.

Das Immunsystem der Mutter spielt eine entscheidende Rolle, ob eine Stute ihr Fohlen austrägt oder verfrüht verliert. © Nadine Hase - fotolia.com
Das Immunsystem der Mutter spielt eine entscheidende Rolle, ob eine Stute ihr Fohlen austrägt oder verfrüht verliert.
© Nadine Hase - fotolia.com
Das mütterliche Immunsystem spielt in der Trächtigkeit eine entscheidende Rolle. Damit der eingenistete Embryo nicht vom natürlichen Abwehrsystem der Mutter angegriffen wird, muss das Immunsystem unterdrückt werden. Christine Aurich und ihr Team vom Zentrum für Besamung und Embryotransfer an der Vetmeduni Vienna gingen deshalb der Frage nach, ob ein früher Verlust der Trächtigkeit mit der Aktivität bestimmter Immunzellen zusammenhängt. Die Forscher entwickelten eine Methode, um die so genannten regulatorischen T Zellen (Treg Zellen) im Blut von Stuten nachzuweisen. Diese Zellen bremsen das Immunsystem, um in bestimmten Fällen Abwehrreaktionen des Körpers zu unterdrücken.

Immunzellen machen erfolgreiche Trächtigkeit erst möglich

Bei Stuten, die verfrüht ihre Fohlen verloren, wiesen die Forscher eindeutig weniger Treg Zellen nach als bei Pferden mit ungestörter Trächtigkeit. Insgesamt wurden 108 Stuten künstlich besamt und anschließend einer Blutanalyse unterzogen. Zu niedrige Mengen der Immunzellen verursachen wahrscheinlich den frühen Abbruch der Trächtigkeit, da das Immunsystem der Mutter nicht ausreichend unterdrückt und der Embryo in Folge vom mütterlichen Abwehrsystem angegriffen wird. Eine ausreichende Zahl an Treg Zellen ist also wichtig für eine stabile Entwicklung des Embryos. Ob eine Stute nach künstlicher Befruchtung überhaupt trächtig wird, ist laut Studie aber nicht von der Anzahl an Treg Zellen abhängig.

Sexualhormon könnte Treg Zellen anregen

Aus der Humanmedizin ist bekannt, dass das Sexualhormon Östradiol die Funktion von Treg Zellen anregt. Bestimmte Hormonbehandlungen könnten sich stabilisierend auf die Trächtigkeit beim Pferd auswirken. Bislang ist auch noch unklar, ob wiederholter Kontakt mit Hengstsamen, z.B. durch mehrmalige Besamung, eine natürliche Methode zur Erhöhung der Toleranz des Immunsystems gegenüber dem Embryo darstellen könnte. „Voraussagen für erfolgreiche Behandlungen zur Verbesserung der Trächtigkeitsraten beim Pferd können noch nicht getroffen werden“, meint Aurich, „dazu müssten wir noch mehrere Pferde untersuchen. Wir können aber bereits jetzt sagen, dass die Zahl der Treg Zellen eine wichtige Ursache für frühe Trächtigkeitsverluste bei Pferden darstellen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir die Details genau aufgeklärt haben.“
Die Publikation “Low levels of naturally occurring regulatory T lymphocytes in blood of mares with early pregnancy loss” von Christine Aurich, Jürgen Weber, Christina Nagel, Maximiliane Merkl, Rony Jude, Sascha Wostmann, Dirk Ollech, Udo Baron, Sven Olek und Thomas Jansen wurde online in Reproduction, Fertility and Development veröffentlicht.
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