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01.10.2015

Ist Ihr Stall pferdegerecht? Neues Bewertungssystem liefert Antworten

Ein Forscherteam der TU München-Weihenstephan entwickelt ein Bewertungssystem zur Beurteilung der Tiergerechtheit von Pferdehaltungen.

Das neue Bewertungssystem enthält Kriterien, die auch auf das Wohlbefinden des Pferdes eingehen. © hachri - fotolia.com
Das neue Bewertungssystem enthält Kriterien, die auch auf das Wohlbefinden des Pferdes eingehen.
© hachri - fotolia.com
Geht es den Pferden in ihrer Haltung gut? Diese Frage stellte s ich ein Forscherteam der Technischen Universität München-Weihenstephan. Die Antwort soll das „Weihenstephaner Bewertungssystem für Pferdehaltungen“ liefern, das erstmals praxistaugliche und wissenschaftlich fundierte Kriterien enthält.

Pferde benötigen in erster Linie Futter und Wasser, um zu überleben. Um sich jedoch wohlzufühlen, brauchen sie viel mehr: ausreichend Bewegung, Sozialkontakt und geeignete Umweltbedingungen. Deshalb suchen Wissenschaftler an der TU-München nach Indikatoren, die aufzeigen, inwieweit Pferde in der Einzel- und Gruppenhaltung ihren arteigenen Verhaltensweisen und Bedürfnissen nachgehen können. Die Kernfrage der Forschergruppe um Projektleiterin Dr. Margit H. Zeitler- Feicht und Projektbearbeiterin Dr. Miriam Baumgartner ist: Fühlen sich die Tiere in ihrer Haltung wohl oder verursach t diese möglicherweise Schmerzen, Leiden und Schäden? Bisherige Untersuchungen der Forschergruppe ergaben, dass neben „Zollstock“-Indikatoren wie Liegeflächengröße und Auslaufgestaltung auch Indikatoren aus dem Bereich der Tiergesundheit und des Verhaltens wichtige Informationen über das Tierwohl liefern.

Zwei Module

Das Bewertungssystem ist zweistufig aufgebaut. Das erste Modul ist eine kurze Knock-out-Kriterien-Liste. Mit dieser werden die absoluten Mindestanforderungen übergeprüft, denen eine Pferdehaltung genügen muss. Das zweite Modul ist das eigentliche Bewertungssystem. Mit diesem erfolgt dann eine differenzierte Beurteilung des jeweiligen Pferdebetriebesmit anschließender Auszeichnung.

Das neue Bewertungssystem wird nach der Markteinführung für sämtliche Gruppen- und Einzelhaltungsverfahren (BMEL 2009) anwendbar sein. Das Projekt wird fachlich unterstützt durch Projektpartner, die den wichtigsten Institutionender Pferdebranche angehören (Deutsche Reiterliche Vereinigung, Laufstall-Arbeits-Gemeinschaft, Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft, Gesellschaft für Pferdemedizin, Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, HIT Hinrichs Innovation + Technik GmbH, Röwer & Rüb GmbH). Darüber hinaus begleiten auch Prof. Christine Aurich (Vetmeduni Wien) und Prof. Ute Knierim (Universität Kassel-Witzenhausen) das Projekt. Die Vernetzung von Industrie, Wissenschaft undV erbänden hat sich bereits sehr gut bewährt und soll für die folgenden drei Jahre auf weitere Interessenvertreter ausgeweitet werden. Ziel des „Weihenstephaner Bewertungssystems“ ist es letztendlich, den Tierschutz in der Pferdehaltung zu verbessern. Dazu soll ein Schulungszentrum fürB etriebsleiter und Pferdehalter sowiefür Inspekteure mit beratender Tätigkeit etabliert werden. Das Bewertungssystemsoll einerseits zur betrieblichen Eigenkontrolle genutzt werden können, andererseits ist eine Zertifizierung mittels Plaketten für besonders tiergerechte Pferdehaltungen geplant, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
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