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17.01.2018

Ist gebisslos pferdefreundlicher? Studie bringt neue Erkenntnisse

Gebisslose Zäumungen haben den Ruf sanfter zu sein als ihre Pendants, die direkt auf das Pferdemaul wirken. Doch empfindet das auch das Pferd so? Dieser Frage ging eine deutsche Studie nach – mit durchaus überraschenden Ergebnissen.

Auch im Test dabei: das Glückrad © Tierfotoagentur.de
Auch im Test dabei: das Glückrad
© Tierfotoagentur.de
Auf der Suche nach einer pferdefreundlicheren Alternative zu konventionellen Zäumungen, greifen Reiter häufig zu gebisslosen Varianten. Doch bislang ist nur wenig über die Druckempfindlichkeit des Pferdes an unterschiedlichen Stellen seines Körpers bekannt, sodass man über die tatsächliche Pferdefreundlichkeit der verschiedenen Lenkmodule nur mutmaßen kann. Etwas Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie deutscher Forscher, die im Rahmen der Jahreskonferenz der Internationalen Gesellschaft für Pferdewissenschaften ISES vergangenen November in Australien vorgestellt wurde.

Sie untersuchte die Drucktoleranz von 21 Freizeit- und Schulpferden unterschiedlicher Rasse auf verschiedene Zäumungen. Verwendet wurden neben einer einfach gebrochenen Trense – die übliche Zäumung aller Pferde im Test – gängige gebisslose Varianten wie der LG-Zaum, das Sidepull, Dr. Cooks BitlessBridle, Fred Rais Bändele sowie ein handelsübliches Knotenhalfter.

Für den Versuch wurde die Nasenlinie der Pferde mithilfe der Zügel zwischen fünf und zehn Grad vor der Senkrechten positioniert. Danach animierte man die Probanden mithilfe von Futter sich von ihrem Untersuchungsstand aus vorwärts-abwärts gegen den Zügelzug zu dehnen. Die dabei wirkenden Kräfte wurden mithilfe eines an den Zügeln auf Reiterhandhöhe angebrachten Zugspannungsmessgeräts ermittelt. Beendet wurde der Test jeweils, wenn das Pferd das Futter erreicht hatte bzw. spätestens nach einer Minute. Dieser Versuch wurde für jedes Pferd und jede Zaumvariante dreimal an drei aufeinanderfolgenden Tagen wiederholt.

Große Ähnlichkeiten

Die Ergebnisse enthüllten, dass die Pferde bei allen Zäumungen ein ähnliches Maß an maximaler Zügelspannung freiwillig auf sich nahmen um an die Belohung zu kommen. Die Ausnahme bildete das Sidepull. Hier war die Drucktoleranz insgesamt geringer. Die Forscher führen diese Beobachtung auf das härtere und dünnere Nasenteil dieses Zaums zurück, das bei gleicher Zügelspannung offenbar einen größeren Druck auf die Pferdenase ausübte und damit als unangenehmer empfunden wurde.

„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei allen Zäumungen, mit Ausnahme des Sidepulls, eine Zügelspannung ähnlichen Ausmaßes zu Unbehagen führt und dass nach entsprechendem Training - unabhängig von der Zäumung - dieselbe Intensität an Einwirkung zu einer verständliche Hilfe führt“, so das Fazit des Forscherteams.

ps
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