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11.09.2014

Jeder dritte Noriker trägt das PSSM-Gen

Die schwächende bis lebensgefährdende erbliche Stoffwechselkrankheit PSSM ist seit Jahren auf dem Vormarsch. Laut einer Studie ist in Österreich jeder dritte Noriker davon betroffen. Nach intensiven Diskussionen hat die ARGE Noriker jetzt dazu Stellung bezogen und Maßnahmen eingeleitet, um das Problem züchterisch in den Griff zu bekommen.

Viele PSSM-Pferde können bei einer angepassten, kohlehydratarmen Fütterung und ausreichend Bewegung ein ganz normales Leben führen - und sogar erfolgreich im Sport eingesetzt werden. © Fotolia.com
Viele PSSM-Pferde können bei einer angepassten, kohlehydratarmen Fütterung und ausreichend Bewegung ein ganz normales Leben führen - und sogar erfolgreich im Sport eingesetzt werden.
© Fotolia.com
Die Polysaccharid-Speicher-Myopathie (PSSM) ist eine Störung im Kohlenhydrat-Stoffwechsel des Pferdeorganismus, der sich bei betroffenen Tieren mit kreuzschlagähnlichen Symptomen bemerkbar machen kann. Diese reichen von Bewegungsunlust, Muskelsteifheit, Muskelzittern, wechselnden Lahmheiten, Ausstrecken der Hinterbeine bis hin zur völligen Bewegungsunfähigkeit. Besonders ruhige und leichtfuttrige Pferde und Pferde mit großer Muskelmasse sind für PSSM anfällig. Dazu zählen neben Quarter Horses, Paints und Appaloosas auch viele Kaltblutrassen wie das Belgische und das Süddeutsche Kaltblut, aber auch der Noriker, bei dem die Leichtfuttrigkeit seit Jahrzehnten Teil des Zuchtziels ist.

Ob ein Pferd PSSM-Träger ist, kann in den meisten Fällen mittels DNA-Analyse nachgewiesen werden. Die in den vergangenen Jahren bei verschiedenen Kaltblutrassen durchgeführten Tests zeigten gerade bei den Schwergewichten unter den Pferden eine erschreckend hohe Verbreitung des in 90 Prozent der Fälle verantwortlichen Krankheitsgens PSSM Typ 1. Mitunter wurden Werte von bis zu 80 (!) % erreicht. Die übrigen 10 Prozent der Krankheitsfälle werden von PSSM Typ 2 ausgelöst die allerdings nur über eine Muskelbiopsie festgestellt werden kann.

Ein 2012 an 129 Norikerpferden durchgeführter genetischer Stichprobentest ergab einen PSSM1-Anteil von 33 % bei den untersuchten Pferden. Auffällig dabei war allerdings, dass viele der positiv getesteten Pferde keine klinischen Symptome zeigten, weshalb ein Zuchtausschluss betroffener Tiere zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen wurde.

Züchterische Maßnahmen sollen PSSM-Verbreitung eindämmen

Die innerhalb der Züchterschaft intensiv geführte Diskussion rund um das Thema hat die ARGE Noriker nun dennoch dazu veranlasst, alle auf PSSM1 reinerbigen Hengste bis auf weiteres nicht zur Körung zuzulassen. Bis zur Decksaison 2015 sollen zudem alle zur Zucht eingesetzten Norikerhengste getestet und der Status ausgewiesen werden, um für einen besseren Informationsfluss zu sorgen. Auch für Zuchtstuten wird empfohlen, einen PSSM1-Test durchführen zu lassen.

Bevor man über definitive Zuchtausschlüsse nachdenkt, will man eine in Auftrag gegebene wissenschaftliche Expertise abwarten, die Klarheit darüber bringen soll, wie die PSSM-Problematik unter Berücksichtigung der rassespezifischen Parameter züchterisch in den Griff zu bekommen ist.

Auf jeden Fall strebe man eine Reduktion der Verbreitung des Gendefektes in der Zuchtpopulation an, heißt es seitens der ARGE Noriker, die ausdrücklich betont, dass ein positives Ergebnis noch lange nicht bedeute, dass das betroffene Pferd auch tatsächlich erkrankt sei und eine klinische Symptomatik zeige. Gleichzeitig müsse man schließlich auch Sorge dafür tragen, dass durch die verschärfte Selektion nicht auch wertvolles genetisches Material verlorengeht.

Die detaillierte Stellungnahme der ARGE Noriker können Sie hier nachlesen.
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