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30.06.2013

Jubel und Enttäuschung für Vici Max-Theurer in Aachen

Wie bereits 2012 beendete Österreichs Dressur-Ikone Victoria Max-Theurer das CHIO in Aachen auch heuer wieder als erfolgreichste Reiterin des Turniers. Zwei Siege, ein zweiter, ein dritter und zwei sechste Plätze – eine tolle Bilanz für die junge Oberösterreicherin – aber dann war da noch dieses blöde Missgeschick in der finalen Kür…

Victoria Max-Theurer und ihr Paradepferd Augustin: Nach zwei souveränen Prüfungen und zwei sechsten Plätzen gab"s zum Kürfinale das Duell Pferd gegen Insekt, das das Paar viele wertvolle Punkte kostete. © Daniel Kaiser
Victoria Max-Theurer und ihr Paradepferd Augustin: Nach zwei souveränen Prüfungen und zwei sechsten Plätzen gab"s zum Kürfinale das Duell Pferd gegen Insekt, das das Paar viele wertvolle Punkte kostete.
© Daniel Kaiser
Aber der Reihe nach: Nach einem zweiten Platz im CDI4*-Grand Prix entschied sich Victoria Max-Theurer mit ihrer Stute Blind Date für den Grand Prix Spécial am Freitag Abend. Die Prüfung war geprägt von einem insgesamt recht hohen Fehleraufkommen bei fast allen Paaren, was sich vielleicht mit den besonderen Bedingungen eines Flutlicht-Bewerbes erklären lässt. Auch Vici Max-Theurer und ihre bewegungsstarke Hannoveranerstute von Breitling W blieben vom Fehlerteufel nicht verschont. Deutlich schwungvoller als noch im Qualifikationsbewerb war das Paar bis zur Hälfte der Galopptour gut und sicher unterwegs. Das zeigte sich auch in den Punkten der Richter deutlich, die sich fast ausschließlich im 7er und 8er Bereich bewegten. Doch dann sprang Blind Date in der Linkspirouette hinten kurz um, wodurch der Fluss der doppelt bewerteten Lektion gestört wurde. Auch in den darauffolgenden Einerwechseln gab es zwei Mal ein Missverständnis, Blind Date brach stark mit der Kruppe nach rechts aus anstatt zu wechseln. Teure Fehler, die das Gesamtergebnis deutlich drückten. Mit gesamt 70,792 Prozent blieben Reiterin und Pferd klar hinter ihren bisherigen Spécial-Ergebnissen zurück, dennoch sollte es an diesem Tag für Platz drei reichen.

Den Sieg in dieser Prüfung sicherte sich Kristina Sprehe (GER) mit ihrem wieder genesenen Hannoveranerhengst Desperados. Auch dieses Paar blieb nicht ganz fehlerfrei, ritt mit gesamt 76,063 Prozent jedoch komfortabel auf Platz eins. Dahinter reihte sich Jessica Werndl (GER) im Sattel ihres Gribaldi-Sohnes Unee auf Rang zwei (72,250 Prozent) ein.

Schwierigkeiten mit der besonderen Atmosphäre des abendlichen Deutsche Bank Stadions hatte auch das zweite österreichische Paar am Start. Andrea John, für die die Teilnahme an der Dressur-Europameisterschaft in Dänemark als erklärtes Ziel gilt, hatte alle Hände voll zu tun ihren sichtlich beeindruckten Esperanto vor dem Einreiten ins Viereck zu sammeln. Nach dem ersten verpatzen Halt bekam die gebürtige Münchnerin ihren Escudo-Sohn wieder besser in den Griff, leider fehlte es der Darbietung etwas an Losgelassenheit, sodass sich das Paar an diesem Abend mit 65,750 Prozent und Rang neun von zehn zufrieden geben musste.

CDIO Gand Prix-Spécial

Im Spécial der O-Tour am Samstag Vormittag ritt Vici Max-Theurer ihren bewährten Partner Augustin OLD wie bereits im vorangegangenen Grand Prix auf den sechsten Rang. Bis zum Schritt war der Ritt des Paares noch knapp an der 80-Prozent-Marke angesiedelt, Punkteabzüge im versammelten Schritt, wo Augustin zweimal anzackelte, den Galoppwechseln und dem finalen starken Trab korrigierten die Tendenz jedoch wieder nach unten, sodass nach dem finalen Gruß des Paares 74,458 Prozent auf der Anzeigentafel aufleuchteten. Die Qualifikation für die Finale Kür am Sonntag hatte das Duo damit trotzdem locker in der Tasche.

Der Sieg ging erwartungsgemäß an Helen Langehanenberg und Damon Hill, die sich außer einem Fehler in der Linkspirouette kaum etwas zuschulden kommen ließen und mit 80,667 Prozent aus dem Stadion ritten. Platz zwei sicherte sich die amtierende dänische Meisterin Anna Kasprzak mit einer starken Darbietung auf ihrem 14-jährigen Donnerhall-Sohn Donnperignon (77,354).

Pech hatte die mit ihrem Westfalenhengst Fabriano gestartete Renate Voglsang. Das Duo verpasste nach einer Darbietung, die vor allem in den Verstärkungen zu überzeugen wusste, leider aber durch eine etwas schwere Anlehnung getrübt wurde, mit 69,771 Prozent und Rang 18 um knappe 0,7 Prozent die Qualifikation für das Kürfinale.

Noch ein Sieg für Vici und Della Cavalleria in der Kleinen Tour

Zum zweiten Mal an diesem langen CHIO-Wochenende schallte die rot-weiß-rote Hymne dann am Samstagabend durch das Aachener Dressurstadion, nachdem Vici Max-Theuer mit ihrer überaus talentierten Nachwuchshoffnung Della Cavalleria zu einem weiteren Sieg in der Kleinen Tour ritt. Während es im Prix St. Georges am Mittwoch noch ein knapper Sieg für das rot-weiß-rote Duo gewesen war, setzten sich die beiden nach einer ausdrucksstarken und souveränen Runde praktisch ohne Schwachpunkte mit 77,316 Prozent deutlich an die Spitze des stark besetzten Teilnehmerfeldes. Entsprechend glücklich zeigte sich die zehnfache Österreichische Staatsmeisterin über das Ergebnis: „Gleich in der Trabarbeit punktete Della mit großer Taktsicherheit und Schwungentfaltung bei optimaler Anlehnung. Die Seitengänge gelangen flüssig mit bester Längsbiegung. Der Galopp dann ein weiteres Highlight, wobei ich die Verstärkungen schon richtig gut ausreiten konnte und die Wechseltouren ausdrucksvoll und schnurgerade klappten“, analysierte Vici das super Ergebnis. Die dunkelbraune Oldenburgerstute von Rubinstein überzeugte bereits in jungen Jahren als Vize-Bundeschampionesse der sechsjährigen Dressurpferde und ist nun auf dem besten Weg den Schritt in die höchste Klasse zu machen. „Della vermittelt einem ein unglaublich gutes Reitgefühl, will alles nicht nur gut, sondern sehr gut machen: draufsitzen, losreiten, Spaß haben!“, zeigt sich Vici sichtlich begeistert von ihrem jungen Bewegungstalent.

Erneut auf Rang zwei platzierte sich der Schwede Patrik Kittel auf der neunjährigen Stute Deja (75,263). Platz drei ging nach Dänemark an Andreas Helgstrand, der auf Polka Hit Nexen zu 74,447 Prozent ritt. Isabell Werth (GER) kam auf Lezard auf Rang vier (73,947), gefolgt von ihren Landsfrauen Helen Langehanenberg mit Cote d’Azur TSF (72,711) und Uta Gräf mit dem Damon-Hill-Sohn Damon Jerome (71,895).

Pech zum Schluss – Insektenalarm bei der CDIO Kür

Als Höhepunkt des diesjährigen CHIO Aachen durften sich die Zuseher auch heuer wieder auf einen Kür-Bewerb auf absolutem Top-Niveau freuen. Durch ihre beiden sechsten Plätze in den vorangegangenen Bewerben, hatten sich Victoria Max-Theurer und Augustin ohne Probleme für dieses alljährliche Dressur-Highlight qualifiziert, bei dem sie das erste Mal seit den Olympischen Spielen in London wieder ihre „Dance into the Light“-Kür zeigen konnten. Das Paar startete mit schönen rhythmischen Passagen, herrlichen Trab-Traversalen, gelungenen Piaffen und Trabverstärkungen, Augustin wirkte souverän und zufrieden. Dann der Schritt, und plötzlich ließ der großrahmige Hengst mit deutlichem Kopfschnicken erkennen, dass es irgendwo harkte. Im nachfolgende Galopp hatte Vici Augustin wieder gut bei sich, die Wechsel gelangen deutlich besser als noch in den Prüfungen zuvor, doch dann kam eine Serie von Pirouetten – eigentlich eine der ganz großen Stärken des Paares. Leider machte sich Augustin auch hier wieder frei, schüttelte unwillige den Kopf und schnickte in drei von vier Pirouetten stark nach oben. „Schade! Augustin wollte wohl ein Insekt, das ihm in die Nase gekrabbelt war, loswerden. Deshalb hat er mit dem Kopf geschlagen. Nach der Kür war wieder alles gut“, kommentierte Vici das ungewöhnliche Verhalten ihres selbstgezogenen August-der-Starke-Sohnes. Damit waren die Noten für die Schritt-Tour, sowie die doppelt bewerteten Pirouetten ruiniert. Und auch wenn der Hengst sich in der restlichen Prüfung wieder mustergültig zeigte, war an einen Spitzenplatz nach dieser Einlage nicht mehr zu denken. 69,725 Prozent bedeuteten Rang 14 in der Gesamtwertung.

Platz eins sicherten sich abermals Helen Langehanenberg und ihr ausdrucksstarker Damon Hill. 85,300 Prozent bedeuteten den klaren Sieg in dieser Prüfung. „Damon Hill war hier unglaublich frisch. Besonders heute war er extrem fit“, sagte die amtierende Weltcupsiegerin im Anschluss an ihren Triumph. Vor dem Einritt zur finalen Runde habe der Hengst sogar gebuckelt. Im Viereck präsentierte sich der imposante Dunkelfuchs dann aber wieder hochkonzentriert und  kassierte vom Richter bei B, dem Briten Andrew Gardner, sogar 86,875 Prozent. Langehanenberg stellte allerdings fest: „Da ist aber noch Luft nach oben.“ Mit dem elften Sieg beim zwölften Saisonstart zählt Langehanenberg nun bei der bevorstehenden Dressur-Europameisterschaft zum engsten Favoritenkreis auf Einzelgold.

Die zweitplatzierte, Isabell Werth, konnte sich mit Don Johnson deutlich gegenüber den vorangegangenen Prüfungen steigern und ritt auf 82,075 Prozent. Platz drei ging an die Dänin Nathalie zu Sayn-Wittgenstein die sich nach ihrem gelungenen Auftritt mit Digby über 80,900 Prozent freuen durfte. Auch die Plätze vier und fünf gingen mit Anna Kasprzak auf Donnperignon (80,475) und Andreas Helgstrand auf Akeem Foldager (79,175) an Dänemark. Insgesamt präsentierte sich die dänische Equipe in Aachen sehr überzeugend, sodass sich die Reiter rund um Cheftrainer Rudolf Zeilinger berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille bei der Heim-EM Ende August in Herning machen dürfen.

Alle Ergebnisse aus Aachen finden Sie hier.

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