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10.03.2015

Kärnten: Aufregung um Reitwege-Budget

Vor wenigen Tagen sorgte ein Facebook-Posting für Aufregung bei der Kärntner Reiter-Community. Die finanzielle Unterstützung des umfassenden Reitwegenetzes werde von der Kärntner Landesregierung zugunsten von Rad- und Mountainbike-Projekten zur Gänze eingestellt. Die Regierung weist diese Vorwürfe dezidiert zurück.

Kärntens Mitgliedsgemeinden sind die Bereitsteller und Erhalter der Reit-Eldorado-Reitwege. Heuer steht ein Gesamtbudget von 200.000 bis 240.000 € für das 1.500 km lange Reitwegenetz zur Verfügung. © Reit-Eldorado Kärnten - Gerdl
Kärntens Mitgliedsgemeinden sind die Bereitsteller und Erhalter der Reit-Eldorado-Reitwege. Heuer steht ein Gesamtbudget von 200.000 bis 240.000 € für das 1.500 km lange Reitwegenetz zur Verfügung.
© Reit-Eldorado Kärnten - Gerdl
„AUS für REITWEGE in Kärnten ???!!!“ titelte ein Facebookposting, das in der Vorwoche für jede Menge Wirbel unter Kärntens ReiterInnen sorgte. Das Reitwegenetz habe für das Land Kärnten keine Priorität mehr, sei uninteressant geworden und damit für die Landesregierung nicht mehr unterstützenswert. In der Folge wurde der Kärntner Landeshauptmann, Dr. Peter Kaiser, mit Leserbriefen erboster Reiterinnen und Reiter überhäuft.

Auf Nachfrage bei der Landesregierung verwies man auf das zuständige Referat – die Kammer des Landesrates für Tourismus sowie Land- und Forstwirtschaft, DI Christian Benger. Im Gespräch mit der Pferderevue erklärte dessen Pressesprecherin Gerlinde Robitsch, dass die Befürchtungen der Reiter-Community unbegründet sei. Die Unterstützung für das rund 1.500 km lange Reitwegenetz des Reit-Eldorado Kärnten werde hier nicht eingestellt. Im Gegenteil, die Finanzierung der Reitwege sei schon fix budgetiert.

Je 50.000 Euro aus beiden Referaten steuere das Land auch heuer wieder zur Erhaltung bei. Das sind zwar 8.000 Euro weniger als 2014, jedoch sei man den ReiterInnen entgegengekommen indem man nicht die eigentlich vorgesehene Budgetkürzung von 10 % veranlasst habe.

Um die Reitwege noch besser in Schuss zu halten, sei außerdem ein Projekt mit dem AMS in Planung: Langzeitarbeitslose sollen als Beschäftigung bei der Instandhaltung und Pflege der Reitwege behilflich sein. Ein solches Projekt gibt es bereits für Radwege, die Reitwege könnten hier bald nachziehen.

„Wir haben im Reittourismus eine gute Wertschöpfung sowie viele Betriebe und Angebote. In den letzten drei Jahren hat die Zahl an deutschen Gästen um 20 % zugenommen; und Reitgäste bleiben durchschnittlich viel länger als andere Touristen“, so Robitsch. Daher sei es keinesfalls im Interesse des Landes die finanzielle Hilfe zu streichen. Insgesamt stünde damit laut Robitsch für das Reitwegenetz ein Gesamtbudget von rund 200.000 bis 240.000 Euro zur Verfügung – die Jahresbeiträge von rund 70 zahlenden Betrieben und 39 Gemeinden miteinberechnet.

Geld von Gemeinden bleibt bisher aus

Mag. Theres Leber, Geschäftsführerin des Vereins Reit-Eldorado Kärnten, macht sich indes um ganz andere Gelder Sorgen. Die gesicherte Unterstützung des Landes werde nicht für die Erhaltung der Reitwege, sondern in erster Linie für andere Projekte verwendet. Viel wichtiger für das Reitwegenetz sei der Zuschuss der 39 Gemeinden. Von diesen seien im vergangenen Jahr 54.000 Euro beigesteuert worden. Für eine bestmögliche Bereitstellung der Wege werde von den Gemeinden allerdings eine Summe von ca. 70.000 Euro benötigt. Im heurigen Jahr hat der Verein bisher keinen Cent erhalten.

Wie Gerlinde Robitsch im Gespräch mit der Pferderevue bestätigte, vertrete Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Gaby Schaunig (SPÖ), die unter anderem das Gemeindereferat hält, die Meinung, dass die ReiterInnen selbst für die Finanzierung der Reitwege aufkommen sollten. Aus diesem Grund wurden von den Gemeinden vermutlich noch keine Geldmittel zur Verfügung gestellt. In der Kammer von Herrn Benger stößt diese Ansicht auf Unverständnis: „Dann müssten doch Radfahrer auch für Radwege zahlen. Die verursachen in der Instandhaltung viel mehr Arbeit als Reitwege“, so Robitsch.

Das zuständige Referat der Kärntner Landesregierung ist also um finanzielle Unterstützung und die bestmögliche Erhaltung des Reitwegenetzes bemüht. Ob die Gemeinden ihren diesjährigen Teil beisteuern oder doch die ReiterInnen zur Kasse gebeten werden, ist zum aktuellen Zeitpunkt allerdings noch unklar.
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