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10.12.2015

Kein zweiter Fall Totilas? Championate nur noch für richtlinientreue Reiter

Mit einer interessanten Vorschlag macht das Präsidium der Deutschen Reiterlichen Vereinigung derzeit von sich reden: Wer nicht nach den Richtlinien für Reiten, Fahren und Voltigieren trainiert und ausbildet, dem soll künftig eine Einberufung in den Championatskader verwehrt bleiben.

Matthias Rath brachte Millionenhengst Totilas erst mithilfe des umstrittenen niederländischen Trainers Sjef Janssen, bekannt für seine Rollkur-Praktiken, wieder zum Laufen. © Tomas Holcbecher
Matthias Rath brachte Millionenhengst Totilas erst mithilfe des umstrittenen niederländischen Trainers Sjef Janssen, bekannt für seine Rollkur-Praktiken, wieder zum Laufen.
© Tomas Holcbecher
Das verkündete die FN am Donnerstag in einer Pressemeldung. Konkret heißt es darin wie folgt:

„Das Präsidium der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) hat sich in seiner Sitzung vom 9. Dezember noch einmal mit den Ereignissen bei den Dressur-Europameisterschaften in Aachen beschäftigt. Als Ergebnis hat das Präsidium folgende Empfehlung für den Vorstand des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) formuliert:

„Bei der Nominierung der Kader für Championate zählt neben der Erfolgsperspektive vor allem auch die konsequente Umsetzung der Richtlinien für Reiten, Fahren und Voltigieren. Die FN lehnt jede Trainingsmethode ab, die ihren Richtlinien widerspricht. Dies gilt ausdrücklich für aggressives Reiten und Methoden, die zu Zwangshaltungen des Pferdes führen.“

Bereits Mitte September hatte das DOKR auf die Vorfälle in Aachen reagiert, wo ein augenscheinlich lahmer Totilas nach einem zweifelhaften Nominierungsverfahren für Deutschland ins Viereck gegangen war in der Hoffnung die ersehnte Team-Goldmedaille zu sichern. Der Versuch schlug fehl, Totilas erzielte die schlechtesten Noten seiner gesamten Grand-Prix-Karriere, Deutschland musste sich mit Bronze zufrieden geben. Weit schwerwiegender als die verlorene Goldmedaille wog jedoch der Imageschaden, den der deutsche, aber auch der internationale Dressursport durch diese Episode erfuhr.

Man habe bereits bei Totilas’ Nominierung um dessen Verletzungsanfälligkeit gewusst und entsprechend sensibler auf den aktuellen Gesundheitszustand achten müssen. Seine Nominierung sei rückblickend ein Fehler gewesen, so das Fazit des DOKR. Hinlänglich bekannt war zum Zeitpunkt von Totilas’ Nominierung aber auch der Umstand, dass sein Reiter Matthias Alexander-Rath nach anfänglichen Problemen mit dem einstigen Wunderpferd Hilfe beim bekennenden LDR-Verfechter Sjef Janssen suchte – und fand. Mit der umstrittenen Trainingsmethode wurde der Hengst wieder auf Spur gebracht.

Immer wieder musste sich die FN den Vorwurf gefallen lassen, im Streben nach Medaillen und Titeln die eigenen Werte und Überzeugungen über Bord zu werfen. Die jüngste Empfehlung der FN an das DOKR könnte ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung sein: Hin zu einer pferdefreundlichen und pferdegerechten Ausbildung im Hochleistungssport, und eine klare Absage für pferdeverachtende Methoden wie Rollkur und Co.
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