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26.02.2018

Kommen die Robo-Jockeys?

Das zumindest, meint ein angesehener Zukunftsforscher, der unterschiedliche Sportarten auf ihre Roboter-Tauglichkeit hin analysierte. Geht es nach ihm, könnten bereits ab 2025 Robo-Jockeys Platz im Sattel von Rennpferden nehmen.

Werden wir schon bald Roboter die Zügel auf Rennpferden übernehmen? © gabe9000c - fotolia.com
Werden wir schon bald Roboter die Zügel auf Rennpferden übernehmen?
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Es klingt wie ein vorgezogener Aprilscherz und doch ist die waghalsige Prognose von Dr. Ian Pearson durchaus ernst gemeint. Der Brite gilt als einer der angesehensten Zukunftsforscher der Welt. Für das in Irland ansässige Wettunternehmen BetBright hat der Buchautor mit Abschlüssen in angewandter Mathematik und theoretischer Physik einen Bericht über den künftigen Einfluss von Robotern in verschiedenen Sparten des Sports verfasst.

Roboter sind aus unserem heutigen Leben kaum noch wegzudenken. Egal ob bei der Montage in Fabrikshallen oder bei der Zusammenstellung von standardisierten Meldungen in Zeitungsredaktionen: die Automatisierung schreitet unaufhörlich voran. Auch im Sport. Im Basketball wurden bereits Wurfroboter entwickelt, die mit einer Treffgenauigkeit von 99 Prozent den Menschen meilenweit voraus sind. Ein 2014 veranstaltetes Duell zwischen Profi-Tischtennisspieler und einem Roboter ging nur um Haaresbreite zugunsten des Athleten aus Fleisch und Blut aus. Seit Jahren arbeiten hunderte Forscher daran, dass Roboter Fußballspielen lernen. Auch, wenn ein Robo-Kick derzeit noch aussieht wie Fußball in Superzeitlupe, die Maschinen werden zusehends besser. 2050 könnten die ersten elektronischen Kicker so weit sein, dass sie gegen Menschen antreten – und eine reelle Chance auf den Sieg haben.

Deutlich früher sieht Ian Pearson Roboter im Sattel. Und hier vornehmlich auf dem Rücken von Rennpferden. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit für den Einsatz künstlicher Intelligenz auf dem Pferderücken beantwortet der Futurologe vor allem mit einer besseren Chancengleichheit. „Für viele Menschen ist es eine große Aufregung und Freude, wenn sie versuchen vorherzusehen, welches Rennpferd auf welcher Rennstrecke bei welchen Bedingungen das schnellste sein wird. Mit menschlichen Jockeys gewinnt dieser Prozess an Variabilität und Unsicherheit. Das macht es schwieriger zwischen den Vorzügen des Jockeys und denen des Pferdes zu unterschieden. Deshalb könnte es durchaus einen Markt für Roboterjockeys geben. Wenn sie physisch identisch sind und die gleiche Basistechnologie nutzen, können Pferde unter gleichen Bedingungen konkurrieren.“

Wie ein solcher Roboterjockey aussehen könnte, lässt Pearson offen: „Sie könnten jede Form und Größe haben und stromlinienförmig gebaut sein, um den Luftwiderstand möglichst gering zu halten.“ Am wahrscheinlichsten hält der Brite jedoch Roboter in menschlicher Optik.

Doch kann ein Roboter wirklich einen Menschen auf dem Pferderücken ersetzen? Kann er individuell und situationsbedingt auf ein Lebewesen, das sich unter ihm bewegt und oft seinen ganz eigenen, unvorhersehbaren Willen hat, reagieren? „Es bräuchte tiefgreifende neuronale Netze um auf die individuelle Persönlichkeit eines Pferdes eingehen zu können. Sie würden einen Roboter in die Lage versetzen, sein Pferd über zahlreiche Trainingseinheiten hinweg kennenzulernen und herauszufinden, wie er seine Fähigkeiten am besten seinsetzt. Im Prinzip nicht anders als mit einem menschlichen Jockey.“

Würden sich diese Lernsysteme innerhalb strenger Vorgaben von Sportbehören bewegen, hätte jedes Pferd die gleiche Chance zu glänzen, meint Pearson.

Der Brite rechnet schon bald mit ersten Prototypen und obwohl es noch einige Jahre dauern könnte bevor der offizielle Rennsport künstliche Intelligenz im Sattel einsetzt, sei es durchaus denkbar, dass Roboter-Jockeys schon deutlich früher bei Show-Veranstaltungen einen Auftritt bekommen.  

ps
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