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24.10.2014

Kontrolle ist besser

Am Mittwoch, dem 22. Oktober, wurde in Salzburg ein 33-jähriger Vorarlberger wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs in Zusammenhang mit einem fiktiven Verein für Therapeutisches Reiten zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Auch der Agrarverlag ist unter den Geschädigten.

Vereine, die therapeutisches Reiten und Voltigieren anbieten, leisten wertvolle Arbeit mit bedürftigen Menschen. Viele seriöse Institutionen fürchten nun, der aktuelle Betrugsfall könnte die gesamte Branche in Misskredit bringen. © contrastwerkstatt - fotolia.com
Vereine, die therapeutisches Reiten und Voltigieren anbieten, leisten wertvolle Arbeit mit bedürftigen Menschen. Viele seriöse Institutionen fürchten nun, der aktuelle Betrugsfall könnte die gesamte Branche in Misskredit bringen.
© contrastwerkstatt - fotolia.com
Der Mann ist unfraglich ein großes Talent – schließlich gelang es ihm, mit seinen frei erfundenen Geschichten namhafte Summen lockerzumachen. Bis zwei der prominenten Spender und Sponsoren Verdacht schöpften und im vergangenen Mai Anzeige erstatteten. Bis dahin aber hatte der gelernte Gärtner, der vor rund zehn Jahren mit einem Reitsportfachhandel in Vorarlberg Schiffbruch erlitten und 160.000 Euro Schulden angehäuft hatte, seinen Schuldenstand auf 860.000 Euro erhöht. Den Sponsoren, Spendern und Gläubigern gegenüber gab der Verurteilte vor, den nicht existenten Verein „Das Roßwerk – Österreichischer Förderverein für Therapeutisches Reiten“ zu führen, der sich unter dem Motto „bewegen – begleiten – fördern“ für behinderte Kinder einsetzen wolle. Die Klienten, die vergeblich auf Hilfe hofften, ließ er glauben, dass der in Aussicht gestellte Sponsor im letzten Moment abgesprungen sei. Und irgendwo dazwischen versickerten mehrere 100.000 Euro. Vor Gericht gab sich der ausgebildete Lehrwart für Behindertenreiten reuig und meinte: „Ich wollte einen Verein gründen, es hat aber nicht funktioniert. Die Statuten des sogenannten Vereins sind gut, die Ansätze waren gut, der finanzielle Background war aber nicht da.“

Bärendienst an seriös arbeitenden Vereinen

Nun gehen die Wogen hoch, die Medien stürzen sich auf den schillernden Fall. Wichtig ist jedoch, zwischen diesem spektakulären, doch singulären Fall und den zahlreichen seriös arbeitenden Vereinen, die therapeutisches Reiten und Voltigieren anbieten, zu unterscheiden. „Es wäre unendlich schade, wenn diese verdienstvollen Institutionen, die wertvolle Arbeit mit bedürftigen Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen leisten, jetzt darunter leiden müssten. Ihre Arbeit ist wichtig und verdient es, auch weiterhin unterstützt zu werden“, so Gabriele Orac, Bundesreferentin für Therapeutisches Reiten und Sektionsleiterin Behindertenreiten im Österreichischen Kuratorium für Therapeutisches Reiten.

Allerdings ist es ebenso wichtig, sich von der Seriösität desjenigen zu überzeugen, der um Spenden bittet. Worauf zu achten ist und wie Sie seriöse von unseriösen Spendenwerbern unterscheiden können, lesen Sie in einer der kommenden Ausgaben der Pferderevue.
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