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28.02.2017

Kreatives Dressurtraining: Mehr Schwung mit dem Dressurparcours

Stangen, Pylonen und Sprünge haben in der ernsthaften Dressurarbeit nichts verloren? Falsch gedacht! Wie Sie mit zwei einfachen Dressurparcours Ihr Pferd richtig in Schwung bringen, verrät Ausbilderin und Buchautorin Gaby Klehr.

Übertrethindernisse wie Stangen, Cavaletti oder und kleine Sprünge eignen sich gut für die Schwungentwicklung und aktivieren die Hinterhand. © www.slawik.com
Übertrethindernisse wie Stangen, Cavaletti oder und kleine Sprünge eignen sich gut für die Schwungentwicklung und aktivieren die Hinterhand.
© www.slawik.com
Schwungvolles Vorwärtstreten, das wünscht sich jeder Dressurreiter von seinem Pferd; gemeint ist damit nicht die Geschwindigkeit, sondern die Energie, mit der das Pferd seine Hinterhand einsetzt. Diese überträgt sich im Idealfall so auf den gesamten Körper, dass schwungvolle, federnde Bewegungen möglich werden.

Monotones Dressurtraining ist ein echter Schwungkiller. Eine tägliche Arbeitsroutine nach eingefahrenen Mustern lässt Pferde mental abstumpfen und träge werden. Hier bietet das Training mit Stangen, Pylonen und Sprüngen eine kreative und sinnvolle Alternative. Zur Verbesserung der Schwungentwicklung eignen sich vor allem Übertrethindernisse wie erhöht liegende Stangen und kleine Sprünge in Kombination mit großzügig angelegten Wendungen und Übergängen innerhalb der Gangart und zwischen den Gangarten, die die Hinterhand aktivieren. Geschickt kombiniert lassen sich so richtige Dressurparcours zusammenstellen, die nicht nur Spaß und Abwechslung ins Training bringen, sondern das Pferd auch noch ordentlich in Schwung.

Parcoursbeispiel 1

Dieser Parcours wird im Trab und Galopp geritten. Die Abstände und Höhe der Trabstangen/Cavaletti und des Gymnastiksprungs sollten individuell an den Ausbildungsstand des Pferdes an gepasst werden.
Zirkel verkleinern und Vergrößern, Trabstangen udn ein kleines Kreuz sind die zentralen Elemente dieses Dressurpacours. © Cadmos
Zirkel verkleinern und vergrößern, Trabstangen und ein kleines Kreuz sind die zentralen Elemente dieses Dressurpacours.
© Cadmos
1. Nachdem Sie Ihr Pferd entsprechend aufgewärmt haben, gehen Sie linker Hand auf einen Zirkel um den Marker und verkleinern und vergrößern den Zirkel im Trab zwei- bis dreimal.

2. Dann galoppieren Sie Mitte der kurzen Seite an, legen an der folgenden Seite im Galopp zu, parieren vor der Ecke wieder durch zum Trab und reiten über die Trabstangen/Cavaletti.

3. Nach der Ecke galoppieren Sie an und nehmen den Gymnastiksprung.

4. Mitte der folgenden kurzen Seite parieren Sie entweder durch zum Trab und reiten den Parcours erneut wie in den Punkten 1. bis 3. beschrieben, oder Sie wandeln ihn etwas ab und verkleinern und vergrößern den Zirkel im Galopp.

5. Vergessen Sie nicht, zwischendurch die Hand zu wechseln und den beschriebenen Parcours gleichmäßig auf beiden Händen zu reiten.

Pacoursbeispiel 2

Dieser Parcours beinhaltet alle drei Grundgangarten. Die Stangengasse sollten 1 bis 1,2 Meter breit sein, die Marker bilden jeweils die Mittelpunkte der Volten.
Der Weg für die Punkte 1 und 4 ist hellblau markiert, die Punkte 2 und 3 sind in Grün eingezeichnet. © Cadmos
Der Weg für die Punkte 1 und 4 ist hellblau markiert, die Punkte 2 und 3 sind in Grün eingezeichnet.
© Cadmos
1. Traben Sie nach dem Aufwärmen linker Hand an und reiten Sie Schlangenlinien durch die ganze Bahn. In den Stangengassen parieren Sie jeweils durch zum Schritt, reiten eine Volte, traben beim erneuten Durchreiten der Stangengasse wieder an, und weiter geht es in den nächsten Bogen der Schlangenlinie. Wiederholen Sie die Trab-Schritt-Übergänge zweimal.

2. Nach der letzten Stangegasse Mitte der kurzen Seite galoppieren Sie an, gehen zunächst ganze Bahn und wenden dann so ab, dass Sie durch die erste Stangengasse reiten.

3. In der Stangengasse parieren Sie kurz durch zum Trab um gleich nach der Gasse wieder anzugaloppieren und erneut im Galopp ganze Bahn bis zur letzten Stangengasse zu reiten, wo Sie wieder einen Übergang zum Trab durchführen. Reiten Sie insgesamt zwei bis drei dieser großen Runden mit Übergängen, wechseln Sie dann die Hand und wiederholen Sie diesen Teil der Übung.

4. Als Nächstes geht es ab der Stangengasse Mitte der kurzen Seite wieder in Schlangenlinien weiter. Die Bögen der Schlangenlinien nehmen Sie jeweils im Galopp, in den Stangengassen wechseln Sie entweder den Galopp über Trab oder Sie reiten fliegende Galoppwechsel, wenn Sie und Ihr Pferd diese beherrschen.

5. Nach einer langen Seite im frischen Galopp können Sie eine weitere Schlangenlinie anschließen.

Beide Parcours können Sie durch Weglassen, Hinzufügen oder Austauschen individuell an den Ausbildungsstand Ihres Pferdes anpassen oder sich eigene Parcours ausdenken. Achten Sie dabei stets darauf, dass die Übungen flüssig hintereinander geritten werden können. Bauen Sie beispielsweise keine abrupten Richtungswechsel ein, für die Sie Ihr Pferd „herumwerfen“ müssten. Sie brauchen zumindest genügend Platz für ein paar Tritte geradeaus, bevor es in die neue Richtung weitergeht. Schnell aufeinanderfolgende Kombinationen planen sie am besten so, dass sie in der gleichen Biegung gerittnen werden können. Und ganz wichtig beim Reiten von Parcours: Pausen nicht vergessen! So bleibt das Training gymnastisch sinnvoll und macht Pferd und Reiter Spaß.

Gaby Klehr
Kreatives Dressurtraining, Gaby Klehr © Cadmos
© Cadmos

Noch mehr Inspiration für Dressurtraining mit Trailhindernissen gibt's hier:

Kreatives Dressurtraining -
Pferde motivieren und gymnastizieren mit Trailübungen

Gaby Klehr, Cadmos Verlag
128 Seiten, 17 x 24 cm, durchgehend farbige Abbildungen, Softcover
UVP 19,90 EUR
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Reiten soll Spaß machen - dem Mensch und dem Pferd! Dafür ist es wichtig, dass aus beiden eine Einheit wird. Der Mensch muss lernen, präzise Hilfen zu geben und den Bewegungen des Pferdes geschmeidig zu folgen, das Pferd wiederum muss lernen, die Hilfen des Menschen willig anzunehmen, und es muss beweglich genug sein, diese auch auszuführen. Bei all dem helfen Trailaufgaben: Hütchen, Tonnen, Stangen und Co. bieten visuelle Anregungen, die Reiter und Pferd motivieren, ihnen Orientierung bieten und damit viele Übungen erleichtern. Dieses Buch zeigt, wie sich Trailaufgaben ohne viel Aufwand sinnvoll ins tägliche Dressurtraining einbauen lassen und erklärt den konkreten Nutzen der einzelnen Übungen. Ob Seitengänge, Biegung und Stellung oder punktgenaue Übergänge – all das lässt sich mithilfe von Trailaufgaben spielend erarbeiten und verfeinern.

Aus dem Inhalt
- Bewegende Bilder für motiviertes Reiten
- Ein Bild von einer guten Biegung
- Rund an Rund: Voltenkombinationen auf dem Mittelzirkel
- Gut kombiniert: kreative Trainingsideen auf dem Mittelzirkel – vom Lösen bis zur Versammlung