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21.03.2014

Kurzfristiges Durchatmen

Mit der Durchsetzung der Vorsteuerpauschale für Pferdeeinstellbetriebe ist zwar die erste Schlacht erfolgreich geschlagen, die zweite und viel wichtigere steht allerdings noch bevor.

Sollte aufgrund der immer rigoroseren Interpreation des Begriffs "Nebengewerbe" ein wesentlicher Teil der Pferdehaltungsbetriebe wegbrechen, wäre dies tatsächlich existenzbedrohend für Pferdesport und Pferdezucht in Österreich. © hemlep - fotolia.com
Sollte aufgrund der immer rigoroseren Interpreation des Begriffs "Nebengewerbe" ein wesentlicher Teil der Pferdehaltungsbetriebe wegbrechen, wäre dies tatsächlich existenzbedrohend für Pferdesport und Pferdezucht in Österreich.
© hemlep - fotolia.com
Zwar darf man sich über die Vorsteuerpauschale freuen, neben der wichtigen, vor allem administrativen Entlastung der Pferdebetriebe ist sie ja auch ein klares Signal, dass man die österreichische Pferdewirtschaft seitens der Politik nicht im Regen stehen lässt. Bei aller Freude über den Erfolg darf man die zweite, wesentlich gravierendere Bedrohung nicht aus den Augen verlieren: Eine immer rigorosere Interpretation des Begriffs „Nebengewerbe“ droht die landwirtschaftliche Einstellpferdehaltung in sehr vielen Fällen unmöglich zu machen. Die Stimmung im Publikum der Pferdefachtagung in Aigen war daher auch spürbar aufgeheizt, Unsicherheit und Sorgen um die Zukunft treiben die Szene um. Dies ist den Funktionären der Landwirtschaftskammern, aber auch den Verantwortlichen des Österreichischen Pferdesportverbandes sehr bewusst, derzeit werden große Anstrengungen unternommen, hier zu einer tragfähigen Lösung zu kommen, die die österreichische Pferdewirtschaft auch in Zukunft absichert.

Der OEPS, die Interessensvertretung von rund 50.000 mit dem Pferdesport befassten Menschen in Österreich, hat ein vitales Interesse daran, in die Verhandlungen eingebunden zu werden und wird dies auch vehement einfordern. Es gibt viele gute Argumente dafür, die Pferdehaltung der landwirtschaftlichen Urproduktion zuzurechnen und das, was zusammengehört, vereint zu lassen: Landwirtschaft und Tierhaltung. Bräche ein wesentlicher Teil der Pferdehaltungsbetriebe weg, wäre diestatsächlich existenzbedrohend für Pferdesport und Pferdezucht in Österreich. Doch nicht nur Sport und Zucht wären von einer Negativspirale der Pferdewirtschaft betroffen - dass der Umgang mit dem Pferd sehr vielschichtige positive Effekte auf den Menschen hat, machten einmal mehr die Referate über Therapeutisches Reiten in Aigen deutlich. Vor allem Kinder und Jugendliche finden im Pferd einen wertvollen Partner, mit dem sie soziales Verhalten lernen und erfahren können. Die Welt wäre um vieles ärmer, gäbe es den vertrauten Umgang mit den Pferden nicht. Hoffen wir, dass auch künftige Generationen die beglückende Erfahrung der Freundschaft mit diesen wunderbaren Lebewesen machen können. Die Weichen dafür werden jetzt gestellt.
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