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08.07.2015

Laserchirurgie nachweislich wirksam im Kampf gegen Equines Sarkoid

Das Equine Sarkoid ist der häufigste Hauttumor beim Pferd. Auch wenn der Hautkrebs nicht unmittelbar zum Tod führt, kann er dennoch schwerwiegende Folgen haben. Eine der effizientesten Methoden, den Geschwulsten nachhaltig den Garaus zu machen, ist die Laserchirurgie, wie eine aktuelle Studie aus Newmarket zeigt.

Equine Sarkoide können überall am Körper auftreten, bevorzugt jedoch an dünn behäuteten und wenig behaarten Stellen wie der Innenseite der Oberschenkel, im  Gesicht, an den Augenlidern und den Ohren. © Archiv
Equine Sarkoide können überall am Körper auftreten, bevorzugt jedoch an dünn behäuteten und wenig behaarten Stelle,n wie der Innenseite der Oberschenkel, im Gesicht, an den Augenlidern und den Ohren.
© Archiv
Das Equine Sarkoid ist der mit Abstand häufigste Hauttumor bei Pferden, vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass etwa drei Pferde von 50 betroffen sind. Die lokal aggressiven, bindegewebigen Hautneubildungen können das betroffene Tier aufgrund ihrer Lage, Ausdehnung und teilweise permanent blutigen, geschwürigen Oberfläche so beeinträchtigen, dass es im Extremfall eingeschläfert werden muss.

Seit Jahren ist die Entfernung von Sarkoiden mithilfe von chirurgischen Lasern eine weit verbreitete Therapie im Kampf gegen die Geschwulste, bislang gab es jedoch kaum Studien über die Langzweitwirkung einer solchen Behandlung als alleinige Therapieform.

In einer groß angelegten Forschungsreihe nahmen Claire Wylie und ihre Kollegen deshalb die Auswirkungen der Lasertherapie unter die Lupe. 99  Pferde mit insgesamt 253 Sarkoiden wurden über sieben Jahre hinweg beobachtet. Sämtliche Patienten wurden in dieser Zeit ausschließlich laserchirurgisch behandelt und die Entwicklung der Sarkoide genau dokumentiert.

Dabei zeigte sich, dass 83 Prozent der Pferde nach dem chirurgischen Eingriff von einer Neubildung an der operierten Stelle verschont blieben, bei 72 Prozent der Tiere konnte auch am übrigen Körper keine weitere Sarkoidbildung beobachtet werden. Ein erhöhtes Risiko zur Wiedererkrankung stellten die Forscher bei Sarkoiden im Bereich des Kopfes und des Halses fest. Auch bei verrukösen, das heißt warzenartigen, Geschwulsten, die in tiefere Hautschichten reichen, konnte eine gesteigerte Tendenz zur Neubildung beobachtet werden.  

Trotz der positiven Langzeitwirkung der Lasertherapie spielt die Früherkennung des Equinen Sarkoids eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Behandlung. Üblicherweise wird eine Verdachtsdiagnose anhand krankhafter Hautveränderungen, Krankheitsgeschichte und betroffener Körperstelle erstellt. Zusätzlich wird zur Absicherung der Diagnose eine Gewebeprobe entnommen, was jedoch nicht ganz unproblematisch ist, denn die Probenentnahme kann wiederum ein verstärktes Sarkoidwachstum nach sich ziehen.

Wer eine verdächtige Hautstelle bei der täglichen Routine entdeckt, sollte seinen Tierarzt konsultieren, der nach vorangegangener Diagnostizierung eine weitere Behandlung anordnen kann. Weil eine Ansteckung nicht ausgeschlossen werden kann, sollte die Abklärung durch den Tierarzt möglichst rasch erfolgen. Um eine Verbreitung auf andere Tiere des Bestandes zu verhindern, wird empfohlen, für Pferde mit Sarkoiden ein eigenes Putzzeug und Reitzubehör zu verwenden.

Sechs Formen

Grundsätzlich unterscheidet man fünf bzw. sechs Sarkoid typen:

Verborgene (okkulte) Sarkoide stellen sich als meist haarlose, rauhe, etwa kreisför mige, eventuell erhabene Hautstellen dar und sind von Haut pilzen oder Abschürfungen schwer unterscheidbar. Sie sind oft durch lange Ruhephasen ge kennzeichnet, können aber durch mechanische Irritation in aggressivere Formen übergehen.

Warzenartige (verruköse) Sarkoide sind den harmlosen Equinen Papillomen (Pferdewarzen) nicht unähnlich, fallen jedoch nicht ab, sondern wachsen wenig ag-gressiv, solange sie nicht etwa durch Scheuern oder eine Probenentnahme verletzt wer den.

Knotenförmige (noduläre) Sarkoide präsentieren sich als solide Knoten vor allem im Be reich der Innenschenkel und des Augenlids, wo sie z. B. beim Schimmel mit Melanomen ver wechselt werden können.

Als bindegewebige (fi broblastische) Sarkoide bezeichnet man fleischig-blu-tige, geschwürbil-dende Neubildungen, die zu schnel lem, unkontrolliertem und tiefgehendem Wachstum neigen.

Gemischte Sarkoide bestehen aus teils warzenartigen, knotenförmigen oder bindegewebigen Elementen und entstehen häufig infolge von Verletzungen sowie aus anderen mechanisch irritier ten Sarkoidtypen. Gelegentlich wächst dieser Mischtyp besonders aggressiv und dringt dabei in anderes Gewebe ein, wofür die Bezeichnung Malevolentes (böswilliges) Sarkoid als Typ sechs eingeführt wurde.
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