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16.08.2015

Lechner haarscharf an Bronze vorbei

Lächerliche 0,5 Punkte fehlten dem Tiroler Reining-Reiter Klaus Lechner bei der Europameisterschaft zur Bronzemedaille. Dennoch strahlte er, da sein Cody Rooster Delmaso eine tolle Prüfung zeigte, und er sein Ziel - eine Top-10-Platzierung – souverän errreichte.

Fast hätte Klaus Lechner sensationell mit Cody Rooster Delmaso die Bronzemedaille geschafft! © Tomas Holcbecher
Fast hätte Klaus Lechner sensationell mit Cody Rooster Delmaso die Bronzemedaille geschafft!
© Tomas Holcbecher
Nicht ganz so zufrieden kam seine Landsfrau Tina Künstner-Mantl aus der Reining-Arena, dem überdachten Dressurstadion in der Aachener Soers. Ihr unterliefen zwei Fehler, wobei der Kreuzgalopp ihres Nu Chexomatic der teurere war. Allein dafür gab es 6 Punkte Abzug, ihre Wertung lag am Ende bei 213,0 - Platz 12! Ohne diesen Fehler wäre also auch bei ihr eine Medaille drinnen gewesen.
Mit Platz 4 hochzufrieden: Der sympathische Tiroler Klaus Lechner. © Tomas Holcbecher
Mit Platz 4 hochzufrieden: Der sympathische Tiroler Klaus Lechner.
© Tomas Holcbecher
Auch wenn die Endplatzierungen ein wenig ärgerlich waren, die Leistungen der beiden Österreicher konnten sich bei dieser EM wirklich sehen lassen. Besonders der 23-jährige Lechner strahlte über beide Ohren. "Ich bin wirklich happy, ein Top-10-Platz war mein Ziel, dass es fast eine Medaille geworden wäre, ist echt ein Traum. Ich komme gerne wieder nach Aachen. Und ich freue mich auf die nächsten Championate für Österreich. Mein Pferd hat wieder viel Herz gezeigt, nur bei den letzten Stopps war er ein wenig müde.“ Eine sympathische Reaktion des "Westernreiters"!
Pech im Finale für Tina Künstner-Mantl und Nu Chexomatic. © Ernst Kopica
Pech im Finale für Tina Künstner-Mantl und Nu Chexomatic.
© Ernst Kopica
Nerven mussten die beiden Österreicher auch bewahren, denn ein Stromausfall verzögerte die Konkurrenz um mehr als eine halbe Stunde, was natürlich auch die Konzentration beeinträchtigte. "Tina und ich haben noch einen Kaffee getrunken und dann ging’s endlich weiter,“ auch hier bewies Lechner seine vorbildliche Einstellung.
Die Goldmedaille ging schließlich an den Italiener Giovanni Masi de Vargas, Silber und Bronze an Deutschland mit Grischa Ludwig und Elias Ernst, damit sind die Gastgeber nach der ersten Woche noch immer ohne Goldmedaille.
Die neue Anlage von Jan Tops für die GCT in Valkenswaard. © Ernst Kopica
Die neue Anlage von Jan Tops für die GCT in Valkenswaard.
© Ernst Kopica

European versus Global

Nicht einmal 100 km von Aachen entfernt liegt das Stallgelände von Jan Tops im niederländischen Valkenswaard. Dass ausgerechnet während der Europameisterschaft hier der neue Turnierparcours des GCT-Chefs zeitgleich eröffnet wird, wurde im Vorfeld schon thematisiert. Dass mit seiner neuen Turnierserie (insgesamt mit 7,5 Millionen Euro) noch einmal enorm viel Geld in den Turniersport fließt, wird die Top-Reiter sicherlich freuen. Für nicht so prominenten Springreiter – also auch für uns Österreicher - bedeutet dies aber, dass es für sie in Hinkunft noch schwerer wird zu Weltranglistenpunkten zu kommen. Die Startmöglichkeiten auf der GCT sind ja in erster Linie auf die Top-30 beschränkt sind. Die Zwei-Klassen-Gesellschaft wird sich in Zukunft noch mehr entzweien!

Das beste Beispiel dafür sah man am Freitag im Rahmen der offiziellen Eröffnungsfeier. Da stand nämlich ein Teamspringen auf dem Programm, bei dem jeweils zwei Reiter zusammengelost wurden, die 15 Teams sollten die 15 GCT-Austragungsorte repräsentieren. Für das Team Vienna starteten z.B. Meredith Michaels-Beerbaum und Doda de Miranda und wurden Neunte. Die Weltstars brachten bei dieser 5*-Prüfung ihre Zweit-, Dritt- oder sogar Vierpferde an den Start, nichtsdestotrotz gab es sagenhafte 200.000 Euro dafür!

Dieses Teamspringen wird im kommenden Jahr fixer Bestandteil bei der GCT sein: 15 Teams mit jeweils vier oder fünf Reitern werden von einem „Besitzer“engagiert, zwei Teilnehmer gehen bei jeder Etappe als Mannschaft an den Start. Ganz wie im Profi-Fußball! Stellt sich nur die Frage, ob auch Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch auch einsteigt, seine Tochter ist ja ebenfalls begeisterte Reiterin und startete eben bei der Nachwuchs-EM in Wr. Neustadt. Wer am meisten zahlt, schafft auch hier an. Sprich: Der kann natürlich die besten Springreiter auswählen.

Ein Wort noch zur Anlage selbst. Hier verfolgt Tops weiterhin sein Konzept: Im Mittelpunkt stehen die VIP's. Bruce Springsteen genoss sicherlich die Ritte seiner Tochter Jessica im gemütlichen Ambiente, für das Fußvolk warten unbequeme Schalensitze ohne Rückenlehne. Meine Wirbelsäule kann heute noch darüber erzählen. Über Stallungen und Geläuf gibt es natürlich nichts zum Meckern, hier ist alles vom Feinsten.

Gewöhnungsbedürftig, aber offenbar im Trend der Zeit, das Bezahlsystem: Erst müssen Coins an einer Maschine erworben werden, dann kann man damit die Getränke bezahlen, irgendwie kam ich mir wie im Casino vor. Als der letzte Jeton verbraucht war ging es wieder zurück in das old-fashioned Aachen mit seiner ganzen Tradition. Und da kam es mir zugute knapp an Coins gewesen zu sein, denn an allen Abfahrtsstraßen gab es Alkotests von netten niederländischen Polizisten in leuchtendgelben Westen. Mein Beamter lachte, als er ablesen konnte: 0,0 Promille!
Für die turtelnden Kevin Staut und Penelope Leprevost ein entspannender und gut bezahlter Nachmittag © Ernst Kopica
Für die turtelnden Kevin Staut und Penelope Leprevost ein entspannender und gut bezahlter Nachmittag
© Ernst Kopica
Gewöhnungsbedürftig das Bezahlen, wie im Casino! © Ernst Kopica
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