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21.02.2015

Lisa Wild: An dieses Turnier werde ich mich immer erinnern

Lisa Wild ist Gesamtweltcupsiegerin. In einem spannenden Finalbewerb hat sie die Konkurrenz hinter sich gelassen und den Titel für sich verbucht. Nun sitzt sie mit leuchtenden Augen und einem dicken Grinsen im Gesicht im Presseraum. Ein erstes Interview nach dem großen Sieg.

Für Lisa Wild ist mit dem Weltcupsieg in Graz ein Traum in Erfüllung gegangen. © Tomas Holcbecher
Für Lisa Wild ist mit dem Weltcupsieg in Graz ein Traum in Erfüllung gegangen.
© Tomas Holcbecher
Pferderevue: Der Finalbewerb ist erst seit kurzem vorbei, was geht gerade in dir vor?
Lisa Wild: Ich glaube ich realisiere das erst so richtig in einer Woche oder wenn ich zum nächsten Wettkampf fahre und an Graz zurückdenke. An dieses Turnier werde ich mich sicher immer erinnern. Ich bin so glücklich, vor allem, weil es dann am Ende noch so knapp geworden ist. Zum Glück habe ich im gestrigen Bewerb einen Vorsprung herausholen können.

Du bist als große Favoritin nach Graz gekommen, war der Sieg da schon vorprogrammiert?
Es war nicht so unwahrscheinlich, dass ich das schaffen kann, weil ich die beiden letzten Weltcupturniere gewonnen habe. Aber man weiß nie, ob die anderen nicht neue Elemente bringen. Daher ist da immer eine gewisse Skepsis. Anna Cavallaro und Simone Jäiser waren immer schon knapp an mir dran - da kann man sich nie sicher sein, dass es nach den beiden Runden schlussendlich reicht.

Nach welchen Kriterien hast du deine Kür fürs Finale zusammengestellt?
Ich habe viele Elemente vorher schon drinnen gehabt. Für den Weltcup haben wir nur noch Kleinigkeiten verändert. Der Aufgang und der Abgang haben sich etwas verändert. Dress und Musik waren auch neu.

Wie war dein Gefühl gleich nach der Kür? Hast du gespürt, dass es für den Sieg reicht?
Mein Gefühl war unsicher. Ich war glücklich, dass alles funktioniert hat, aber ich habe vor meinem Start die tollen Noten von Simone Jäiser gehört. Das hat mir sicherlich noch einmal mehr Ansporn gegeben.

Die guten Noten deiner Konkurrentin haben dich also eher motiviert als unter Druck gesetzt?
Der Druck war schon größer. Aber ich mag es, wenn es spannend ist.

Wie sieht bei dir die Vorbereitung vor einem solchen Wettkampf aus?
Ich war zuerst bei Robin, habe ihn geputzt und die Bandagen gewickelt. Nina macht das Pferd dann immer weiter fertig, während ich mich aufwärme und laufen gehe. Aber bei mir sieht die Vorbereitung bei jedem Wettkampf anders aus. Ich gehe laufen, dehne mich, springe dann einmal auf die Tonne. Ich mache immer das, was mir mein Kopf gerade sagt. Ich bin ein Mensch, der nicht immer das gleiche machen kann und versuche daher viel Abwechslung hinein zu bringen. An manchen Tagen ist man total nervös, an einem anderen Tag müde – ich finde man muss sich der jeweiligen Situation anpassen.

Wie war das Gefühl heute? Warst Du nervöser als sonst?
Nein. Eigentlich war die Nervosität am ersten Tag am größten, weil wir ein neues Pad ausprobiert haben. Nina und ich mussten immer wieder etwas ändern. Mit jedem weiteren Umlauf bin ich ruhiger geworden. Natürlich haben mich die Noten von Simone Jäiser kurz vor dem Start im Finale noch einmal richtig nervös gemacht. Dann habe ich mir aber gedacht: Reiß’ dich jetzt zusammen. Du wirst jetzt nicht "nur" Zweite! Im Wettkampf habe ich dann noch einmal alles gegeben.

Du studierst derzeit in Wien und pendelst zum Training nach Salzburg. Wie intensiv war die Vorbereitungszeit vor dem Finale?
Vor dem Weltcupfinale nicht ganz so intensiv, weil ich im Februar keine Uni hatte. Dafür habe ich in einem Salzburger Einkaufzentrum gejobbt. Das Pendeln macht mir sonst aber auch nicht allzuviel aus. Ich nehme die Zugfahrten gerne in Kauf.

Du hast in deiner noch jungen Karriere schon recht viel erreicht. Was sind die nächsten Ziele?
Ich hoffe, dass es heuer für die Reiterspiele in Aachen reicht. Das wird sicherlich einer der größten Events werden. Aachen hat einen enormen Bekanntheitswert. Die Stimmung dort wird einfach unglaublich sein.

In etwas näherer Zukunft, genauer gesagt am kommenden Wochenende, wirst du beim Weltcup in Doha starten. Wie schätzt du deine Chancen nach dem heutigen Sieg ein?
Ich werde dort auf einem unbekannten Pferd starten, weil wir Robin schonen wollen. Das wird das erste große Weltcupturnier seit langer Zeit für mich. In Doha werden wieder Pflicht und Technik gefordert. Daher kann ich meine Chancen nicht ganz einschätzen. In der Kür kann ich mich zwar einordnen, aber ich weiß noch nicht wie es mit dem anderen Pferd klappen wird.

Du bist beim Einlaufen immer die einzige Starterin, die nicht statt der Longeurin die Longierpeitsche trägt. Ist das dein besonderes Markenzeichen?
Wir haben das bei Alexander Hartl zum ersten Mal gesehen und das hat vor allem Nina sehr gut gefallen. Sie hat gemeint, das wirkt professioneller. Ich glaube nicht, dass das jetzt mein Markenzeichen ist, aber es kann sein, dass es die anderen so wahrnehmen.

Wie wichtig ist dir die Anwesenheit deiner Trainerin Marissa Jöbstl an einem Wettkampftag?
Marissa war im vergangenen Jahr sechs Montae weg und ist vor kurzem Mutter geworden. Deshalb bin ich es schon gewohnt mich auf mich selbst zu konzentrieren. Umso glücklicher und dankbarer bin ich, dass Marissa, obwohl sie so gestresst ist und ein kleines Baby hat, heute nach Graz angereist ist um mich zu unterstützen.

Wie gefällt dir das Fest der Pferde in Graz als Austragungsort für den Voltigierweltcup?
Ich bin ganz begeistert. Es ist alles super organisiert und es sind von Tag zu Tag mehr Besucher geworden. Ich glaube, für das Voltigieren ist es gut, wenn es wie hier in einem größeren Rahmen stattfindet.

Wie wirst du deinen Sieg heute noch feiern?
Um ehrlich zu sein, werde ich heute noch mit Nina nach Hause fahren und den Sieg dann erst nach Doha richtig feiern. Zu Hause werden wir aber schon noch ein bisschen anstoßen.

Wir danken für das Gespräch und wünschen für die Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg!
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