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21.04.2014

Lyon: Historischer Weltcuperfolg für Deutschland

Nach der Weltcup-Schlappe 2013 ist den deutschen Springreitern heuer die Revanche auf ganzer Linie geglückt. Drei Deutsche unter den Top-Vier – besser lief es für die Deutschen noch nie bei einem Weltcupfinale. Als überglücklicher Sieger ließ sich Daniel Deußer feiern, der auf seinem Cornet D’Amour im alles entscheidenden Springen zwei Mal ohne Fehler ins Ziel kam.

Daniel Deusser und Cornet D"Amour sorgten am Montagnachmittag für den neunten deutschen Sieg in der Geschichte des Springreit-Weltcups. © Tomas Holcbecher
Daniel Deusser und Cornet D"Amour sorgten am Montagnachmittag für den neunten deutschen Sieg in der Geschichte des Springreit-Weltcups.
© Tomas Holcbecher
„Was soll ich sagen, ich kann’s kaum fassen!“, rang Deußer nach seinem Siegesritt mit den Worten. „Wenn man sieht, wie eng die Konkurrenz hier zusammen lag, dann ist es für mich fast unglaublich, dass ich gewonnen habe.“ Der 32-Jährige begeisterte im Sattel seines westfälischen Wallachs Cornet D’Amour mit zwei souveränen Umläufen. Zwar sorgte er für Nervenkitzel, als gleich am ersten Sprung des zweiten Umlaufs die Stange bedenklich wackelte, aber danach fanden Reiter und Pferd zu voller Konzentration. Mit zwei Minuspunkten auf dem Konto beendete der amtierende Deutsche Meister das Weltcup-Finale als verdienter Sieger. Seine beiden schärfsten Konkurrenten – die vor der finalen Runde ex aequo auf Platz eins liegenden Steve Guerdat (SUI) und Patrice Delaveau (FRA) – hatten allerdings einen nicht unwesentlichen Anteil an Deußers Erfolg. Während Delaveau bereits am Sonntag w.o. geben musste, weil sein Lacrimoso den Vet-Check nicht passierte, war beim Schweizer Olympiasieger am Sonntag schlicht der Wurm drin: Der sonst so vorsichtig springende Nino des Buissonnets patzte in beiden Umläufen, sein Reiter fiel mit gesamt acht Fehlerpunkten auf Rang fünf zurück.

Für Daniel Deußer hat sich die Reise nach Lyon jedenfalls gelohnt. Alle Preisgelder addiert, verließ der in Belgien lebende Deutsche die Veranstaltung mit über 200.000 Euro brutto in der Tasche.
Den dritten Doppelsieg für Deutschland in der Geschichte des Weltcups machte Ludger Beerbaum perfekt. Der 50-jährige Routinier war als Reservist erst auf den letzten Drücker ins Weltcup-Aufgebot nachgerückt. Eigentlich hatte er seine Pferde schon auf die Freiluftsaison eingestellt. Aber Pferdeprofis wie Chiara und Chaman sind flexibel. Nach seinem Sieg im Großen Preis am Sonntag mit Chaman war in der finalen Weltcup-Wertung die Holsteinerin Chiara gefordert. In der ersten Runde wirkte sie unzufrieden, die Hoffnung auf eine Doppel-Nullrunde hatte man schon aufgegeben. Doch nach einem Gebisswechsel ging die Stute deutlich besser und blieb abermals ohne Abwurf. Damit blieb der vierfache Olympiasieger aus Riesenbeck bei seinem Zwischenergebnis nach den ersten beiden Runden und holte mit gesamt vier Strafpunkten Platz zwei.

Das drittbeste Ergebnis erzielte der Brite Scott Brash- Im Sattel der 13-jährigen Ursula blieb die aktuelle Nummer 1 der Weltrangliste ebenfalls ohne Fehler und platzierte sich mit gesamt fünf Strafpunkten hauchdünn hinter Beerbaum. Den deutschen Triumph machte Marcus Ehning als Viertbester perfekt (sechs Minuspunkte).

Bei so viel Erfolg gab sich der deutsche Trainerstab völlig überwältigt. „Das war gewaltig, es ist zu schön, um wahr zu sein“, sagte Bundestrainer Otto Becker. Zwar sei er optimistisch nach Lyon gereist, dass es aber schlussendlich so gut laufen würde, hätte er im Leben nicht gedacht. „Es ist ein gutes Gefühl, so in die WM-Saison zu starten", sagte Becker, warnte zugleich jedoch vor zu großen Erwartungen: „Weltcup-Finale und Weltmeisterschaft, das sind zwei Paar Schuhe. Die Weltreiterspiele in der Normandie sind kein Selbstläufer.“

Alle Ergebnisse im Detail gibt es hier.

Quelle
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