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03.03.2016

Maulkorb für niederländische Richter

Ein neuer verpflichtender Verhaltenscodex für Richter des niederländischen Reitsportverbandes KNHS sorgt derzeit für reichlich Wirbel. Während der Verband damit negative Kritik eindämmen will um das Ansehen des Reitsports zu schützen, sehen Kritiker das Recht auf freie Meinungsäußerung in Gefahr.

© www.slawik.com
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„Was der KNHS von uns verlangt, steht im völligen Widerspruch zur freien Meinungsäußerung“, kritisiert Hanneke Hegeman, Sprecherin der niederländischen Richtervereinigung SHJ, die Forderungen des Reitsportverbandes. „Uns wird verboten uns negativ über den KNHS, über Richterkollegen, veranstaltende Personen oder Organisationen zu äußern … selbst wenn wir (privat) mit einem Sponsor schlechte Erfahrungen gemacht haben, darf nichts davon nach außen getragen werden.“

Wie dehoefslag.nl berichtet, stößt den insgesamt 1.600 niederländischen Richterinnen und Richtern besonders sauer auf, dass der KNHS eine Vertragsverlängerung und damit die weitere Ausübung des Richteramtes scheinbar von der Einwilligung in den neuen Verhaltenscodex abhängig macht.  Gegen diese Vorgehensweise, regt sich nun massiver Widerstand. Man sei „unangenehm überrascht über das Anschreiben und der Bedrohung die davon ausgehe“, heißt es in einer am Dienstag verfassten öffentlichen Stellungnahme an den KNHS. Dennoch wolle sich die Richtervereinigung  bemühen in Zusammenarbeit mit dem Verband neue Verhaltensrichtlinien auszuarbeiten, die von den Richtern auch  entsprechend mitgetragen werden könne.

Mit Unverständnis reagiert der KNHS auf die Kritik.  „Der KNHS steht für fairen Pferdesport und bemüht sich um ein gutes Verhältnis mit allen Interessensvertretern“, sagte Sportdirektor Anton Binnenmars, für den ein Verhaltenscodes im Sport nichts ungewöhnliches ist, gegenüber dehoefslaag. „Jeder der für fairen Sport steht, wird kein Problem damit haben das Dokument  zu unterzeichnen. Will jemand das nicht, werden wir seine Befugnisse entsprechend einschränken.“

Auch wenn die Richtervereinigung weiterhin auf eine gütliche Einigung hofft, hat der SHJ bereits eine Untersuchung in Auftrag gegeben die prüfen soll, ob die Forderungen des KNHS überhaupt rechtlich haltbar sind. Inzwischen hat er seine Mitglieder angewiesen den Brief des KNHS vorerst nicht zu unterzeichnen, bis Klarheit über die rechtliche Situation besteht.
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