Array ( [2000] => Home [2005] => Nachrichten [1011] => Marktkurzinfos [1026] => Marktanalysen [1016] => Reportagen [1044] => Über Uns [1046] => Das Team [1045] => Mediadaten [2021] => Impressum [2022] => AGB )
Passier Skyscraper
  • Passier  Passier
  • www.horsefeed-box.com © Archiv
24.03.2017

Max Kühner: "Den Erfolg habe ich meinen Pferden zu verdanken!"

Nur 37 Reiter aus 20 Ländern sind für die FEI World Cup Finals in Omaha qualifiziert. Max Kühner ist einer davon. Und er weiß ganz genau, wem er diesen Erfolg zu verdanken hat.

Der selbstgezogenen Cornet-Obolenksy-Sohn hat Kühner überrascht: "Vor zwei Jahren hätte ich gesagt, der kann kein Championat gehen." Inzwischen hat sich der sensible Braune zum erfolgreichsten Pferd im Stall des Münchners gemausert. © OEPS | Tomas Holcbecher
Der selbstgezogenen Cornet-Obolenksy-Sohn hat Kühner überrascht: "Vor zwei Jahren hätte ich gesagt, der kann kein Championat gehen." Inzwischen hat sich der sensible Braune zum erfolgreichsten Pferd im Stall des Münchners gemausert.
© OEPS | Tomas Holcbecher
Max Kühner hat sich in den vergangenen zwei Jahren kontinuierlich nach oben gearbeitet. Aktuell rangiert der gebürtige Münchner, der seit 2015 für Österreich in den Sattel steigt, auf Rang 36 der Weltrangliste der Springreiter. Im Internview mit dem Österreichischen Pferdesportverband lüftet der 43-Jährige das Geheimnis seines Erfolges, verrät, mit welcher Stratgie er ins Weltcupfinale geht und was er von Medaillenchancen bei der EM hält.
Zum zweiten Mal in Folge für das Weltcupfinale qualifiziert, wie macht das der Max Kühner?
Wenn ich mir die Teilnehmerliste ansehe, waren andere schon viel öfter im Finale. Ich war insgesamt dreimal dabei, weil ich mich ja schon 2009 für Las Vegas qualifizieren konnte. Derzeit bin ich einfach glücklich, dass ich mehrere Pferde habe, die solche Prüfungen schaffen können. Das habe ich also alles den guten Pferden zu verdanken. In diesem Jahr waren es im Weltcup vier: Cielito Lindo, Coeur de Lion, Chardonnay und Cornet Kalua.

Apropos Cornet Kalua – er ist selbstgezogen, du kennst ihn seit Geburt, bist schon in deiner Zeit als Junger Reiter mit seiner Mutter Piroschka geritten, er steht seit er 8 ist bei euch im Stall – war diese Entwicklung für den großen Sport bei ihm absehbar?
Vor zwei Jahren hätte ich gesagt, der kann kein Championat gehen. Er hat mich positiv überrascht. Er ist reifer geworden, wir wissen ihn auch immer besser zu nehmen. Cornet ist das Pferd, das aktuell am meisten gewonnen hat. Er hat von den physischen Möglichkeiten her schon immer großes Vermögen. Aber er ist stressanfällig, sehr sensibel, bei ihm geht es also um die psychische Komponente. Cornet darf man nicht unter Druck setzen, da macht er zu, da kann man gleich absteigen.

Wie groß ist die logistische Herausforderung eines Weltcupfinales in den USA?
Der Flughafen in Europa für Pferde ist Liege, in Belgien. Das ist für uns von München aus schon eine Tagesreise mit dem LKW. Dann beginnt 5 Stunden vor dem Flug das Verladen in die Flugcontainer. Das Verladen macht unsere Pferdepflegerin Sara am Freitag und Samstag, unser zweiter Groom Alexandra fliegt am Samstag von München aus nach Omaha und nimmt Cornet in Empfang. In Hong Kong waren die Pferde 30 Stunden im Flieger. Cornet hat seine erste Flugreise dorthin locker weggesteckt, und wir haben beim Longines Masters Platz 3 geholt. Ich fliege am Montag nach Omaha, am Dienstag ist dann Vet Check, am Mittwoch Warm-up und am Donnerstag geht’s los.

Im Vorjahr hast du eine Aufholjagd von Platz 33 auf Platz 14 geschafft, was ist heuer möglich?
Wir haben mit Cornet Kalua eine klare Strategie und die lautet: mach mal, dann bekommt er das hin! Cornet ist körperlich gut drauf. Wir als Team müssen dafür sorgen, dass er von diesem Finalflair nicht zu viel zu spüren bekommt. Seine Pferdepflegerin Alex, Veterinär Dr. Wolf-Dieter Wagner und ich schauen, dass sich für ihn alles nach Turnierroutine anfühlt. Normalerweise reist er ja in Gesellschaft eines Kollegen, jetzt ist er alleine. Wir werden also viel grasen, viel rausgehen, immer locker reiten. Dieser Plan hat auch in Hongkong gut funktioniert.

Wie sieht dein Plan nach dem Weltcupfinale aus - du fliegst mit deinen Pferden ja buchstäblich einmal um die Welt...?
Der April ist extrem! Zuerst Omaha mit Cornet, dann der Outdoor-Start in Mexiko und Miami mit Chardonnay und Electric Touch. In der letzten Aprilwoche geht es nach Shanghai – dort soll wieder Cornet gehen, zusammen mit PSG Future.

Wann sehen wir dich in Österreich?
Gleich in der Woche nach Shanghai beim Jubiläums-CSIO in Linz, worauf ich mich schon sehr freue. Ich habe gerade in dieser Woche meine Nennung abgegeben. Ich komme mit meiner Familie nach Linz, das heißt Liv und meine beiden Töchter Jolie und Grace werden auch wieder dabei sein. Ich werde mit Chardonnay, mit dem ich dort vor zwei Jahren – damals war er 8-jährig – Dritter in der Staatsmeisterschaft geworden bin, den Nationenpreis gehen.

Was erwartest du dir von der Freiluftsaison?
Mir ist wichtig, dass die Pferde nicht so viele Turniere gehen. Mit Chardonnay plane ich so um die 15 Destinationen. Höhepunkt ist ganz klar die Europameisterschaft in Göteborg. Und natürlich ist es eine schöne Sache, dass ich heuer im Global Champions League-Team Berlin Lions gemeinsam mit Aleš Opatrný, Gerco Schröder, Cindy van der Straten-Marie und Anna Kellnerová reiten darf und so tolle Turnier gehen kann.

Was, wenn jemand zu dir sagt, dass du heuer in Göteborg ein Medaillentipp bist?
Dann freue ich mich, dass er so etwas sagt, vergesse es gleich wieder und konzentriere mich darauf ordentlich zu reiten.