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10.04.2017

Mehr Arbeit, weniger Nachtruhe

Eine britische Studie zeigt auf, dass die tägliche Bewegung des Pferdes Auswirkungen auf dessen Nachtruheverhalten hat.

Schlafen liegen © Petra Eckerl - fotolia.com
Mehr Arbeit gleich geringere Gesamruhephasen. So lautet das Ergebnis einer britischen Studie.
© Petra Eckerl - fotolia.com
Von der Box, über die Fütterungszeiten bis hin zum Einstreu versucht man den Pferde den Aufenthalt in der Box und damit seine Ruhephasen so angenehm wie möglich zu gestalten. Denn ein gesundes Ruheverhalten wird häufig als Indikator für das Wohlergehen des Pferdes gesehen. Ein maßgeblicher Indikator, ist laut einer Studie der britischen Nottingham Trent University, die Tatsache, ob ein Pferd tagsüber gearbeitet wird; oder eben nicht. Pferde haben unterschiedliche Arten zu ruhen. Entweder stehend, aufrecht liegend oder seitlich liegend. Je nachdem sind die Ruhephasen unterschiedlich lange und intensiv. Die REM-Tiefschlaf-Phase kann etwa nur in liegender Position erreicht werden. Studien haben bereits bewiesen, dass ein Nicht-Erreichen der Tiefschlafphase das Wohlergehen vermindert.

Signifikante Unterschiede bei arbeitenden Pferden

Präsentiert wurde die von vier Forschern der „Animal Behaviour, Performance an Welfare Research Group“ durchgeführte Studie im Juni des vergangenen Jahres im Rahmen der International Equitation Science Conference im französischen Saumur. Die Studie sollte untersuchen, ob gerittene Arbeit eine Auswirkung auf das Ruheverhalten des Pferdes im Vergleich zu nicht-gerittenen Pferden hat. Dafür wurde das Verhalten von acht Wallachen im Alter von sieben bis 16 Jahren, mit Stockmaßen von 152cm-172cm mittels Kameraüberwachung an fünf Nächten pro Woche von 18:00 Uhr bis 6:00 Uhr morgens beobachtet. Die Wochen wurden in Arbeits- und Nicht-Arbeits-Wochen eingeteilt. Während der Arbeitswochen wurden die Pferde normal aufgestallt und in zwei einstündigen Unterrichts-Einheiten pro Tag gearbeitet. In den arbeitsfreien Wochen genossen die Wallache sieben Stunden Koppelgang. Die Dauer der Ruhezeiten wurde mittels Kamera aufgenommen und analysiert.
Das Ergebnis dieses statistischen Tests zeigte einen signifikanten Unterschied zwischen der Gesamtruhezeit von gearbeiteten und nicht-gearbeiteten Pferden, wobei die Ruhezeiten in den „Ruhewochen“ länger waren. Zudem waren in jenen Wochen, in denen die Pferde nur auf die Koppel geführt wurden, stehende Ruhephasen signifikant häufiger. In Arbeitswochen ruhten die Pferde dafür häufiger aufrecht liegend. Im liegenden Ruhezustand konnte kein signifikanter Unterschied zwischen Arbeits- und Ruhewochen festgestellt werden. Das Ergebnis zeigt, dass Pferde, die im Training stehen, generell weniger Zeit für Ruhephasen verwenden, dafür aber mehr Zeit in aufrecht liegender Position ruhen. Pferde verändern also ihr Ruhemuster, wenn sie regelmäßig gearbeitet werden. Dies sollte bei der Bewertung der Ruhe als Parameter des Pferdewohls stets berücksichtigt werden.
Da es sich bei der Studie um ein Pilotprojekt handelt, ist es möglich, dass die Ergebnisse eine Veränderung der 24-Stunden-Ruhezeit des Pferdes wiederspiegeln. Es wurde nicht gemessen, ob Pferde in den „Ruhewochen“ im Vergleich zur Nacht während des Tages länger liegend ruhten. Trotzdem geben diese Ergebnisse einen ersten Richtwert und zeigen, dass die Bewegung des Pferdes ausschlaggebende Auswirkungen auf das Ruheverhalten des Pferdes haben können.
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