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03.02.2017

Mit 5 Übungen fit für den Stechparcours

Einen Stechparcours zu reiten, bedeutet vor allem eines: schnell sein - und dabei wenn möglich auch noch fehlerfrei bleiben. Beide Kriterien kann man bereits daheim trainieren, damit dann am Turnier der Ritt gegen die Uhr auch zum Erfolg führt.

Im Stechen entscheiden Hundertstelsekunden über Sieg oder Niederlage. © Tomas Holcbecher
Im Stechen entscheiden Hundertstelsekunden über Sieg oder Niederlage. Gut, wenn man sich darauf zu Hause im Training optimal vorbereitet hat.
© Tomas Holcbecher
Die Grundanforderungen für das Reiten eines Stechparcours kann man mit einigen Übungen ins Training integrieren – jede einzelne hilft, Reiter und Pferd gut auf die Herausforderungen eines Stechparcours vorzubereiten.

1. Springen auf gebogener Linie

Am besten eignet sich dazu die Linie der Großen Tour, auf der ein kleines Hindernis aufgestellt wird. Dadurch wird das Pferd vor und nach dem Sprung ausbalancierter. Zudem gewöhnt es sich an das Springen in Längsbiegung. Zu Beginn wird ein Sprung mit etwa Cavalettohöhe gewählt. Erst wenn die Tour mit dem niedrigen Sprung flüssig geritten werden kann, darf das Hindernis höher werden.
Mit kleinen Sprüngen auf gebogener Linie lernen Pferde, sicher mit Längsbiegung zu springen. © www.slawik.com
Mit kleinen Sprüngen auf gebogener Linie lernen Pferde, sicher mit Längsbiegung zu springen.
© www.slawik.com

2. „Achter reiten“ über ein Hindernis

Um das Pferd auf einen flotten Linienwechsel im Stechparcours vorzubereiten, eignet sich das Reiten von „aus der Tour wechseln“ über ein Cavaletto oder einen kleinen Steilsprung (z. B. als Kreuz) beim Wechselpunkt. Zudem hat diese Übung einen sehr guten gymnastizierenden Effekt, und das Pferd lernt, im vom Reiter geforderten Galopp zu landen und weiter zu galoppieren.

Wie bei allem sollte man auch diese Übung nicht übertreiben: Nachdem der Sprung etwa viermal überwunden wurde, sollte eine kurze Pause eingelegt werden, damit keine Monotonie entsteht. Zudem ist die Übung sehr anstrengend für das Pferd. Das Hindernis sollte auch bei dieser Übung nur peu à peu erhöht werden.



3. Ganze Paraden

Vor, nach oder zwischen zwei Hindernissen wird das Tempo verkürzt und daraus eine ganze Parade (entweder zum Schritt oder eine echte ganze Parade zum Halten) entwickelt. Damit wird die Aufmerksamkeit und natürlich auch die Durchlässigkeit und Versammlungsfähigkeit des Pferdes geschult. Dabei ist aber auf jeden Fall darauf zu achten, dass die ganze Parade zu keinem Machtkampf wird und nicht in einem unbotmäßigen Ziehen am Zügel endet. Die ganzen Paraden müssen wie selbstverständlich – wie im „normalen“ Dressurtraining – vom Pferd angenommen werden, es soll nicht vor der Einwirkung weglaufen wollen!

4. Aufnehmen aus erhöhtem Tempo

Lässt sich das Pferd in der dressurmäßigen Basisarbeit nach dem Verstärken wieder leicht aufnehmen und gut versammeln, kann dies auch vor dem Sprung geübt werden. Begonnen wird wieder mit einem niedrigen Hindernis, das man in erhöhtem Grundtempo anreitet. Erst sechs (später vier) Galoppsprünge vor dem Sprung wird das Tempo so weit verkürzt, dass noch ein weiterer Galoppsprung in die Distanz zum Absprungpunkt passt. Das Aufnehmen darf auf keinen Fall durch starke Zügeleinwirkung durchgesetzt werden, dadurch verliert das Pferd jeglichen Zug zum Sprung und wird auch noch verunsichert. Vielmehr muss das Aufnehmen wie in der dressurmäßigen Arbeit durch halbe Paraden gelingen und so die Vorwärtsbewegung durch vermehrtes Unterschieben der Hinterhand abgefangen werden. Dadurch verkürzt das Pferd die Galoppsprünge ganz ohne Schwungverlust und Verspannung.

5. Hindernisse schräg springen

Vom Leichteren zum Schwierigeren – das gilt auch bei dieser Übung: Für die ersten Trainingseinheiten wird das noch niedrige (40 bis 60 cm) Hindernis (Steilsprung) nur leicht schräg, in einem noch nicht so spitzen Winkel, angeritten. Außerdem kann der Sprung mit Fängen oder Stangen begrenzt werden. Gelingt das Anreiten und Überwinden des Sprungs aus dem noch weniger spitzen Winkel, kann das Hindernis immer schräger angeritten werden – bis es aus einem maximal 45-Grad- Winkel überwunden werden kann. Spitzer sollte der Winkel nicht werden, da durch den vorverlegten Absprungpunkt die Flugkurve des Pferdes zu flach werden könnte und damit ein Abwurf absehbar ist.
Spitzer als im 45 Grad-Winkel sollte ein Hindernis nicht angeritten werden. © Pamela Sladky
Spitzer als im 45 Grad-Winkel sollte ein Hindernis nicht angeritten werden.
© Pamela Sladky
Erst wenn das niedrige Hindernis problemlos schräg gesprungen werden kann, wird es erhöht – und die Übung wieder mit dem Anreiten aus einem flacheren Winkel von vorne begonnen. Geduld und korrektes Reiten hat bei dieser Übung oberste Priorität, denn das Pferd muss gut an den Hilfen stehen und darf nicht dazu verleitet werden, am Hindernis vorbeizulaufen. Grundsätzlich können auch Oxer und Triplebarre schräg gesprungen werden. Dies funktioniert allerdings nur bei entsprechendem Springvermögen des Pferdes und ist fortgeschrittenen Reitern und Pferden vorbehalten.

Als weitere Übung kann eine zweifache bzw. dreifache Kombination aufgebaut werden: Der erste Steilsprung steht im 45-Grad-Winkel zur gedachten Mittellinie, der zweite bzw. dritte ebenfalls – nur in die andere Richtung geneigt. Auf der Mittellinie stehen die Steilsprünge auf gerader Linie 7,50 m voneinander entfernt. Diese Übung eignet sich als Vorbereitung auf ein Stechen und dient auch der Überprüfung, ob das Pferd gut an den begrenzenden Hilfen steht und gut geradegerichtet ist.
Dreifache Kombination im 45-Grad-Winkel zur Mittelline, der Abstand auf der Mittellinie beträgt 7,50 m. © Pamela Sladky
Dreifache Kombination im 45-Grad-Winkel zur Mittelline, der Abstand auf der Mittellinie beträgt 7,50 m.
© Pamela Sladky
Pferderevue Februar 2017 © Alessandra Sarti
© Alessandra Sarti

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Katharina Zinggl
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