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12.10.2015

Mit Fressbremsen Schlundverstopfungen vorbeugen

Hastiges Fressen ist ungesund, in manchen Situationen kann es sogar lebensbedrohlich Auswirkungen haben. Wie man gierige Fresser effektiv vom Schlingen abhalten kann, haben US-amerikanische Forscher in einer Studie untersucht.

Lusitano Fressbremse Maulkorb © www.slawik.com
Futterregulatoren können auch bei der Pelletfütterung eine deutliche Verlangsamung der Futteraufnahme erzielen und damit Schlundverstopfungen wirkungsvoll vorbeugen.
© www.slawik.com
Eine Schlundverstopfung beim Pferd ist eine lebensbedrohliche Situation. Sie entsteht, weil Nahrung nicht wie üblich den Weg vom Maul in den Pferdemagen findet, sondern in der Speiseröhre stecken bleibt und diese blockiert. Ein verstopfter Schlund ist sehr schmerzhaft, es kommt zu krampfartigen Anfällen, viele Pferde reagieren mit Panikattacken. In einer solchen Situation heißt es nicht lange zu fackeln – der Tierarzt muss so schnell wie möglich her.

Warum es zu Schlundverstopfungen kommt, kann vielerlei Gründe haben. Einer davon ist hastiges Fressen. Werden insbesondere Pellets in der Gier nicht ordentlich gekaut und eingespeichelt, steigt das Risiko, dass sich Futterreste in der Speiseröhre anschoppen und diese verstopfen. Doch wie bringt man einen Gierschlund dazu, sein Futter sorgfältig zu kauen und langsam zu fressen?

Als erste Maßnahme muss eine stressfreie Futteraufnahme ermöglicht werden. Auch in der Gruppenhaltung muss jedes Pferd ausreichend Zeit haben sein Kraftfutter ungestört fressen zu können. Drängeln durch Ranghöhere Stallgenossen erhöht de Stress und sollte unbedingt verhindert werden. In der Boxenhaltung hat es sich bewährt, den unmittelbaren Bereich um den Futtertrog für Boxennachbarn uneinsehbar zu gestalten. Holzverkleidungen anstelle von Gitterstäben können das Konkurrenzverhalten reduzieren und für mehr Ruhe sorgen. Viele Pferdebesitzer versuchen zudem mit großen Steinen im Futtertrog das Fresstempo zu entschleunigen.

Weil diese Maßnahmen häufig nicht den gewünschten Erfolg bringen, haben sich US-amerikanische Forscher nach einer alternativen Möglichkeit umgesehen, die Kraftfutteraufnahme effektiv zu verlangsamen. Fündig ist das Team um Professor Erin B. Venable von der Universität Illinois bei Fressbremsen geworden. Ursprünglich für die Regulierung der Grasaufnahme gedacht, zeigte sich beim Versuch an acht ausgewachsenen Pferden, dass sich handelsübliche Futterregulatoren durchaus auch hilfreich bei der Entschleunigung der Kraftfutteraufnahme einsetzen lassen. Mithilfe der beiden im Test verwendeten Maulkörbe (Easy Breath Grazing Muzzle und Tough 1 Nylon Grazing Muzzle) konnte eine deutliche Reduzierung der Fressgeschwindigkeit erzielt werden.

„Unsere Ergebnisse haben gezeigt, dass Fressregulatoren eine durchaus praktikable Möglichkeit bieten, die Futteraufnahme bei der Pelletfütterung zu reduzieren, was günstige Auswirkungen auf Pferde haben kann, die aufgrund von zu hastigem Fressen zu Schlundverstopfungen neigen“, resümierte das Forscherteam seine Untersuchungen.  

Auf jeden Fall gilt bei Schlundverstopfungen: Vorbeugen ist besser als heilen. Liegt eine hartnäckige Verstopfung der Speiseröhre vor, kann es zu Folgeschäden kommen. Durch Muskelschäden (Divertitkel) und Narben des Schlundes (Striktur) wird das abgeschluckte Futter nicht mehr ordnungsgemäß weiter transportiert – immer wiederkehrende Schlundverstopfungen sind die Folge. In solchen Fällen ist eine lebenslange Fütterung von Schlappfutter (Mash, eingeweichte Wisencobs) oft die einzige Therapie, chirurgische Korrekturen der Speiseröhre sind sehr schwierig und ziehen oft Komplikationen nach sich.

Die Studie "Effect of grazing muzzles on the rate of pelleted feed intake in horses" von E. Venable, S. Bland, V. Braner, N. Gulson, M. Halpin. wurde am 10. Oktober 2015 im Journal of Veterinary Behavior erstmals publiziert. Zur Online-Zusammenfassung der Arbeit geht es hier.
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