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04.11.2015

Mit voller Abwehrkraft voraus!

In der kalten Jahreszeit ist das Immunsystem unserer Pferde besonders gefordert. Wie Sie Ihrem Pferd vorbeugend und während des Winters helfen können, möglichst gesund über die Runden zu kommen, erklärt Romo Schmidt.

Auch und vor allem im Winter benötigen Pferde viel Bewegung im Freien. © www.slawik.com
Auch und vor allem im Winter benötigen Pferde viel Bewegung im Freien. Neben der frischen Luft braucht der Organismus des Pferdes die Temperaturreize, damit die Thermoregulation und die Immunabwehr fit bleiben, Sonne bzw. Tageslicht ist wichtig für den Hormonhaushalt. Und auch die Psyche profitiert vom Auslauf unter freiem Himmel.
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Im Herbst fragen sich viele PferdebesitzerInnen, ob ihr Pferd diesen Winter ohne Husten überstehen oder ob es ihm wie zahlreichen anderen Pferden ergehen wird: Eines fängt an zu husten, dann werden Türen und Fenster verriegelt, bis schließlich alle Pferde im Stall husten. Der Tierarzt kommt dann fast täglich, endoskopiert, spritzt, verteilt schleimlösende Medikamente und führt Inhalationen durch. Die Ursache für diesen typischen „Winterhusten“ sehen viele Veterinäre unter anderem im Fellwechsel und in der Umstellung des Stoffwechsels mit einer Mehrbelastung der Immunabwehr. Dabei seien besonders Pferde betroffen, die bereits eine Vorerkrankung wie Bronchitis, Bronchopneumonie oder chronische obstruktive Bronchitis (früher COB, heute RAO) hatten. Aber wie kann es sein, dass das Immunsystem des Anpassungsgenies Pferd ausgerechnet in diesem elementaren Bereich so anfällig ist? Was kann man tun, um es rechtzeitig zu stärken und gegen eindringende Infektionserreger zu schützen?

Effektive Abwehrmechanismen

Das Immunsystem des Pferdes ist sehr vielschichtig und spielt die zentrale Rolle in der Pferdegesundheit. Aus vielen Billionen Zellen bestehend, hat es die Fähigkeit, unmittelbar zu reagieren, zu lernen und zu kommunizieren. Die unterschiedlichen Bausteine sind intensiv miteinander vernetzt und so fein aufeinander abgestimmt, dass selbst geringste Veränderungen im Pferdeorganismus erkannt werden. Die Möglichkeiten, die ihm dafür zur Verfügung stehen, sind äußerst effektiv und vielseitig einsetzbar. Zum einen ist es für die Abwehr von eingedrungenen Pilzen, Viren und Bakterien zuständig (Kontrolle nach außen), zum anderen eliminiert es Krebszellen, Zell-Mutationen oder altersveränderte Zellen (Kontrolle nach innen).

Die Abwehrmechanismen nach außen verfügen darüber hinaus noch über zwei unterschiedlich arbeitende und miteinander verzahnte Immunsysteme: das sogenannte unspezifische Immunsystem (Resistenz), dessen Fress- und Killerzellen eingedrungenes körperfremdes Material allgemeiner Art erkennen und innerhalb weniger Stunden neutralisieren. Und das spezifische Immunsystem (Immunität), dessen Zellen spezielle Infektionserreger erkennen und beseitigen – entweder durch erlernte Vorgänge aus früheren Infektionen oder durch vom Menschen verabreichte Impfstoffe. Dabei entscheidet der Zustand des Immunsystems, ob ein Pferd krank wird oder gesund bleibt.

Beeinträchtigt werden kann das Immunsystem eines gesunden Pferdes durch eine nicht artgerechte Haltung, psychische Belastungen wie Stress, Umweltgifte, Staub, Bewegungsmangel oder Überforderung, Medikamente oder die Produktion körpereigener Gifte infolge falscher Fütterung, die ein Ungleichgewicht der Darmflora zur Folge haben.

Darmflora im Ungleichgewicht

Fehlernährungen wie zum Beispiel ein ständiger Überschuss von Eiweiß und Kohlenhydraten oder eine ständig überhöhte Aufnahme von Pilzsporen können die Darmflora und damit den Stoffwechsel belasten. Es entstehen giftige Stoffwechselprodukte, die das Säure-Basen-Gleichgewicht zu Ungunsten des Immunsystems verschieben. „Grundsätzlich hat ein Ungleichgewicht der Darmflora wie zum Beispiel zu viele Pilze im Darm immer eine Schwächung des Stoffwechsels zur Folge. Ist der Stoffwechsel des Darms gestört, ist somit auch die Verdauung gestört“, so Pferdefachtierarzt Dr. Hubertus Nebe. Entscheidende Verdauungsvorgänge können nicht mehr richtig ablaufen und dadurch wichtige Mineralien und Vitamine nicht in vollem Umfang aufgenommen und damit eine Schwächung des Immunsystems ausgelöst werden.

Staubbelastung in der Luft

Aus Sorge, Pferde könnten sich durch Zugluft erkälten, oder um ein Einfrieren der Tränken zu verhindern, werden Stalltüren und Fenster von vielen PferdehalterInnen und StallbetreiberInnen im Winter geschlossen. Auch Reithallentore, die im Sommer meist offenstehen und für einen zumindest teilweisen Abtransport der staubigen Hallenluft sorgen, sind im Winterhalbjahr meist geschlossen. Hier gibt die Tierärztin Dr. Renate Reisinger zu bedenken, „dass Pferde in Bewegung ein deutlich größeres Atemminutenvolumen haben als in Ruhe, sodass dadurch die Schadwirkung von Staub in Reithallen verstärkt wird“.
Vor allem Pferde mit Atemwegsallergien leiden unter dem erhöhten Staubaufkommen im Winter, wenn z. B. Stall- und Hallentüren fest verschlossen bleiben. Lüften hilft. © www.slawik.com
Vor allem Pferde mit Atemwegsallergien leiden unter dem erhöhten Staubaufkommen im Winter, wenn z. B. Stall- und Hallentüren fest verschlossen bleiben. Lüften hilft.
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All dies führt zu einer übermäßigen Aufnahme keim- und schadstoffbelasteter Luft, die das Immunsystem des „Aerobiers“ Pferd überfordert. Eindringende Erreger können nicht mehr in ausreichendem Maß abgesondert werden, was zu einer Infektion mit beginnendem Husten führen kann. Denn das unspezifische Immunsystem des Pferdes ist für ein Leben in der Steppe konzipiert, nicht für geschlossene Räume mit Staubluft. Der Behauptung, Pferde in Stallhaltung mit weitgehend konstantem Innenklima seien generell anfälliger für Infektionen als ihre Artgenossen im Offenstall, die den Außenklimareizen ausgesetzt sind, tritt Veterinär Nebe jedoch entschieden entgegen: „Bei einem gesunden Stallklima und einem vernünftigen Bewegungsprogramm dieser Pferde besteht nach meiner Erfahrung keine vermehrte Anfälligkeit in punkto Husten im Vergleich zu Offenstallpferden."

Thermoreize beibehalten

Das Pferd verfügt über ein sehr wirksames Thermoregulationsvermögen, das es ihm ermöglicht, Temperaturen bis weit in den Minusbereich, Regen- und Schneeschauern sowie längeren Luftanströmungen problemlos standzuhalten. Wird dieses Regulierungs- und Schutzsystem allerdings nicht regelmäßig gefordert und damit trainiert, kann es verkümmern. Deshalb ist es wichtig, Pferde auch im Winterhalbjahr regelmäßigen Umwelt- und Thermoreizen auszusetzen, um sowohl den Blutkreislauf als auch den Stoffwechsel anzuregen.

Leider schreibt das österreichische Bundesgesetz über den Schutz von Tieren nur allgemeine Regeln in Bezug auf das Stallklima von Pferdeställen vor. So heißt es unter Paragraph 18: „Die Luftzirkulation, der Staubgehalt der Luft, die Temperatur, die relative Luftfeuchtigkeit und die Gaskonzentration müssen in einem Bereich gehalten werden, der für die Tiere unschädlich ist“. Eine Studie, die vom Deutschen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Auftrag gegeben wurde, stellt hingegen genauere Forderungen auf: „Die Lufttemperaturen im Stall sind das ganze Jahr über den Außenlufttemperaturen anzupassen. Bei Vernachlässigung dieses Grundsatzes, also bei gleichmäßigen Stalllufttemperaturen, wird der Organismus des Pferdes nicht zum Training der thermoregulatorischen Mechanismen angeregt, das Pferd reagiert empfindlicher und wird anfälliger für Erkältungen“.

Durch täglichen – zumindest zeitweisen – Auslauf an der frischen Luft bleibt das Thermoregulationsvermögen des Pferdes im Training und damit eine wichtige Körperfunktion erhalten. Hierbei ist natürlich zu bedenken, dass geschorene Sportpferde mit entsprechenden Outdoor-Decken ausgerüstet sein sollten.
Das Pferd verfügt über eine sehr effiziente Thermoregulation, die es ihm ermöglicht, Temperaturen bis weit in den Minusbereich und auch Schneeschauern problemlos standzuhalten. © Rita Kochmarjova - fotolia.com
Das Pferd verfügt über eine sehr effiziente Thermoregulation, die es ihm ermöglicht, Temperaturen bis weit in den Minusbereich und auch Schneeschauern problemlos standzuhalten.
© Rita Kochmarjova - fotolia.com

Nahrungsergänzungsmittel

Es gibt Situationen, bei denen die Unterstützung beziehungsweise Beeinflussung des Immunsystems notwendig werden kann. Besonders ist dies bei älteren oder chronisch kranken Pferden, Fohlen nach dem Absetzen und solchen, die viel transportiert werden wie Sport-, Zucht- und Schaupferden der Fall. Schließlich kann eine Stärkung des Immunsystems auch in Ställen mit häufiger Fluktuation wie Ausbildungs- und Verkaufsställen notwendig werden, da durch die unterschiedliche Herkunft der Pferde ein zusätzlicher Pool neuer Keime entsteht, mit dem sich die Tiere auseinanderzusetzen haben.

Grundsätzlich sollten allen Pferden während des Fellwechsels ausreichend Mineralien und Vitamine zur Verfügung stehen, damit keine Defizite entstehen und das Immunsystem weiterhin optimal funktionieren kann. Effektiv ist auch Silizium, das in Stoffwechselprozessen und als Aktivator des Immunsystems grundsätzlich eine wichtige Rolle spielt. Besonders das Nano-Silizium-DynamSi®, das schon seit längerem im Humanbereich angewendet wird, gibt es inzwischen auch für Pferde. Diese kleinstmögliche Form aktiviert zahlreiche Wirkmechanismen und erreicht beachtliche Resultate, da sie die Barriere der Zellmembranen im Gegensatz zu makromolekularen (großen) Strukturen ungehindert passieren kann. Entscheidend ist also die Strukturgröße der Nanopartikel, die eine wesentlich höhere Bioverfügbarkeit im Körper bewirkt als herkömmliche Siliziumprodukte.

Omega-3-Fettsäuren

Bemerkenswerte Zusammenhänge zwischen der Verfütterung von Pflanzenölen und ihrem Einfluss auf das Immunsystem zeigt eine Veröffentlichung der Universität Leipzig: „Ergebnisse zur Beeinflussung des Immunstatus durch die Gabe sogenannter Omega-3-Fettsäuren (aus Fischund Leinöl), wie sie von anderen Tierarten und vom Menschen bekannt sind, liegen inzwischen auch beim Pferd vor. Die Möglichkeit, Entzündungsprozesse innerhalb bestimmter Grenzen durch diese immunologisch potenten Fettsäuren zu regulieren, wurde auch für das Pferd an mehr oder weniger entzündungsfördernden Stoffwechselprodukten in Körperflüssigkeiten nachgewiesen“, so Professor Annette Zeyner.

Zu ähnlichen Ergebnissen kam eine Studie der Veterinärmedizinischen Uni Wien. Dort wurde im Rahmen einer Dissertation von Annabella Parisini der Einfluss langkettiger Omega-3-Fettsäuren auf die Lungenfunktion von Pferden mit RAO* (früher COPD) untersucht. Dabei wurde nach einer zehnwöchigen Vergabe von Omega- 3-Fettsäuren an neun erkrankten Pferden ein Rückgang der Entzündungszellen in der Lunge nachgewiesen. „Dies könnte ein Hinweis auf eine entzündungshemmende Wirkung der Omega-3-Fettsäuren bei Pferden mit Lungenerkrankungen sein."
Ausgesuchte Ergänzungsfuttermittel können die Abwehrmechanismen unterstützen. © www.slawik.com
Ausgesuchte Ergänzungsfuttermittel können die Abwehrmechanismen unterstützen.
© www.slawik.com

Paraimmunitätsinducer

Solche die Immunkraft stärkenden Präparate werden als vorbeugender Schutz, zur Nachbehandlung überstandener Krankheiten sowie zur Therapie von Infektionskrankheiten eingesetzt. „Sie verhindern stressinduzierte Erkrankungen bei Pferden durch Stimulierung und Steigerung der körpereigenen erregerunspezifischen Abwehrkräfte (Paraimmunisierung)“, heißt es in der Info der Provet AG aus dem Schweizerischen Lyssach. „Der Einsatz von Zylexis ® (früher Baypamun P®) hat sich besonders zur Verhinderung von Infektionen in der Neugeborenen- und Absetzphase sowie im Problemkreis der Atemwegsinfektionen bewährt.“ Der Hersteller garantiert keinerlei Anwendungseinschränkungen, Absetzfristen oder Wechselwirkungen. Paramunitätsinducer haben überdies keinerlei dopingrelevante Wirkung. Kommentar des deutschen FEI-Tierarztes Dr. Peter F. Cronau zu Zylexis®: „Die Behandlung sowohl erkrankter als auch gefährdeter Pferde mit dem Medikament Zylexis ® hat sich als sehr positiv erwiesen“. Der Pferdefachtierarzt Dr. Martin Gundel aus Ratingen wendet das Präparat auch bei Herpes-Infektionen an: „In einer Studie wurde der Immunstimulator Zylexis® bei einer gezielten Herpervirus-Infektion eingesetzt. Die Hälfte der Pferde wurde behandelt, die andere Hälfte nicht. Im Ergebnis konnte die Infektion zwar nicht verhindert werden, aber die Pferde erkrankten nicht so ausgeprägt, sodass beispielsweise der Nasenausfluss deutlich reduziert war. Die Serum-Neutralisations Titer (also der Nachweis und die Menge der neutralisierenden Antikörper, d. Verf.) waren bei der behandelten Gruppe besser, sodass das Immunsystem mit einer größeren Antikörper- Antwort auf das Virus reagieren konnte. Darüber hinaus gab es bei behandelten Pferden weniger bakterielle Sekundärinfektionen als Komplikation der Erkrankung.“

Einsatz von Kräutern (Phytotherapie)

Schon lange bekannt ist der positive Einfluss bestimmter Kräuter und Kräutermischungen auf das Immunsystem von Pferden. Der Fachtierarzt für Pferde Dr. med. vet. Wolfgang Rittler aus Wien beschäftigt sich seit 30 Jahren mit schulmedizinischen, aber auch komplementären Behandlungsmethoden wie der Phytotherapie. Bei seinen Kräutermischungen werden bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich naturreine und heimische Pflanzen verwendet und gänzlich auf künstliche Zusatzstoffe verzichtet. „Da sich Tiere in der freien Wildbahn ihre Heilkräuter selbst suchen und sich therapieren, sollten wir ihnen helfen, das auch in ihrer Domestikation tun zu können.“

Welche Phytopharmaka welche Anwendungsgebiete beim Pferd abdecken, ist im sogenannten „Phytotherapie Austria Codex“ für Pferde aufgelistet.

Bei den Informationsgepflogenheiten der Hersteller von immunstärkenden Kräutermischungen bemängelt Dr. Annette Zeyner von der Uni Leipzig allerdings, dass sich auf vielen Verpackungen häufig keine genauen Angaben über die Zusammensetzung finden lassen, weshalb der Pferdehalter überhaupt nicht wisse, welche Kräuter er seinem Pferd verabreicht und in welchen Mengenanteilen. Da es überdies nur wenig wissenschaftliche Studien über die genaue Wirksamkeit verschiedener Kräuter besonders aus Asien und Afrika beim Pferd gibt, können auch keine gesicherten Erkenntnisse abgeleitet werden. Die Bedeutung weiterer noch unbekannter Inhaltsstoffe exotischer Kräuter hinsichtlich ihrer Wirksamkeit beim Pferd liegt zudem noch weitgehend im Dunkeln.

Auch vor gedankenloser Verwendung von Kräutern, die beim Menschen nachweislich positiv auf das Immunsystem wirken, warnt Dr. Zeyner: „Denn die Erkenntnisse aus der Humanmedizin einfach auf die Tiermedizin zu übertragen kann problematisch werden“. So sei unklar, ob der Sonnenhut (Echinacea), bei dem bereits ein positiver Einfluss auf das Immunsystem des Menschen nachgewiesen werden konnte, dieselbe Wirkung beim Pferd hat.

Belegt ist hingegen, dass Kräuter mit einem hohen Gehalt an ätherischen Ölen bei Überdosierung oder bei empfindlichen Pferden zu Haut- und Schleimhautreizungen bis hin zu allergischem Asthma führen können. Auch bei trächtigen und säugenden Stuten sei größte Vorsicht geboten. Eine Untersuchung der Veterinärmedizinischen Universität Wien unter Leitung von Prof. René van den Hoven hat dagegen eine Verbesserung der Lungenfunktion eines an COB erkrankten Pferdes nach einer 30-tägigen Vergabe von Pestwurz, Thymian und Primel ergeben. Vor der Behandlung atmete das Pferd stark in den Bauch, und die Lungenfunktion war eingeschränkt. 30 Tage lang bekam es Kräutertabletten, danach besserte sich die Lungenfunktion nachhaltig. „Es sieht so aus, dass diese Mischung wohl auf Pferde mit diesem Krankheitsbild eine sehr gute Wirkung hat“, so Prof. van den Hoven.

Auch Prof. Helmut Meyer und Prof. Manfred Coenen äußern sich in der Neuauflage ihres Buches „Pferdefütterung“ vom Paul Parey Verlag zur Phytotherapie: „Gesunde und richtig ernährte Pferde sind auf Kräuter nicht zwingend angewiesen. Ist ein Pferd allerdings chronisch oder akut krank, muss zunächst eine genaue Diagnose gestellt werden. Erst dann ist die Gabe von bestimmten Kräutern unter Umständen angezeigt. Schließlich ist zu berücksichtigen, dass es sich bei Kräutermischungen, für die mit spezifischen, pharmakologisch bedingten Wirkungen geworben wird, nicht um Futtermittel, sondern um Arzneimittel handelt.“

Auf die Frage, ob die Unterstützung und Stärkung der Widerstandskraft durch Kräuter sinnvoll sei oder diese nur das Gewissen der Pferdebesitzer beruhige, antwortet Dr. Nebe: „Ähnlich wie Paraimmunitätsinducer wirken auch Kräuter. Gerade die Wirksamkeit von Echinacea, Kamille und Weißdorn ist hinreichend nachgewiesen worden und auch anerkannt. Ich verwende selbst die entsprechenden Präparate in meiner Praxis.“

Das wichtigste für die Erhaltung eines starken Immunsystems ist und bleibt die Beachtung der natürlichen Bedürfnisse des Pferdes nach bedarfsgerechtem, gesunden Futter, frischer Luft und ausreichender Bewegung. Dann sollte einem gesunden Winter nichts mehr im Wege stehen.
Geschorene Pferde und solche mit ungenügend dichtem Winterfell sollten für den Ausflug auf die Koppel mit einer  Outdoor-Decken ausgerüstet werden. © Bernd Kröger - fotolia.com
Geschorene Pferde und solche mit ungenügend dichtem Winterfell sollten für den Ausflug auf die Koppel mit einer Outdoor-Decken ausgerüstet werden.
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Cover Pferderevue Dezember 2014 © Alessandra Sarti
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